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DAK-Gesundheitsreport Nichts geht mehr

Noch nie waren so viele Deutsche unfähig zu arbeiten, weil sie psychisch krank sind. Liegt das am gestiegenen Druck in den Unternehmen oder daran, dass Ärzte immer häufiger die Diagnose Depression stellen?
18 Kommentare
Akte eines Patienten mit Verdacht auf Depression: Die Krankenkassen vermelden eine steigende Anzahl von psychisch erkrankten Arbeitnehmern. Quelle: dpa

Akte eines Patienten mit Verdacht auf Depression: Die Krankenkassen vermelden eine steigende Anzahl von psychisch erkrankten Arbeitnehmern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es ist ein trauriger Rekord: Laut dem heute veröffentlichten Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK ist die Anzahl der Fälle von Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen in den vergangenen 15 Jahren um 131 Prozent gestiegen. Während 1997 zwei Prozent, also etwa jeder fünfzigste Erwerbstätige pro Jahr wegen einer psychischen Erkrankung mindestens einmal krank geschrieben war, sei die Betroffenenquote inzwischen auf 4,5 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht. Demnach hatte 2012 etwa jeder 22. Erwerbstätige eine oder mehrere Arbeitsunfähigkeiten aufgrund einer psychischen Diagnose.

Auch ein Bericht der Krankenkasse AOK hatte im August einen Anstieg der psychischen Erkrankungen als Grund für Arbeitsunfähigkeit bei seinen Mitgliedern beobachtet. Seit 1994 sei die Zahl der psychischen Erkrankungen um 120 Prozent angestiegen, heißt es in der Studie.

Vor allem Frauen waren laut den Zahlen der DAK betroffen. Während unter den Männern 3,3 Prozent im Jahr 2012 eine Arbeitsunfähigkeit wegen einer psychischen Diagnose hatten, betrug die Betroffenenquote bei den Frauen 5,9 Prozent.

Die häufigste psychische Erkrankung, die zu Arbeitsunfähigkeit führt, sind Depressionen. Experten warnen jedoch davor, aus den Statistiken zu schlussfolgern, dass Depressionen im Allgemeinen zugenommen haben.

„Es gibt deutschlandweit in der Bevölkerung keine Zunahme an Fällen von Depressionen. Es gibt nur eine Zunahme in den Statistiken“ sagt Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig.

Das sei eine positive Entwicklung, denn es zeige, dass immer mehr Menschen mit ihrer Erkrankung auch zum Arzt gehen und die Erkrankung dann auf der anderen Seite auch richtig diagnostiziert wird.

Das zeige auch eine andere Statistik: In den vergangenen 30 Jahren habe sich die Zahl der Suizide nahezu halbiert. Während sich vor 30 Jahren noch 18.000 Menschen pro Jahr in Deutschland das Leben nahmen, sind es heute noch 10.000.

Ständige Erreichbarkeit kann belasten
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18 Kommentare zu "DAK-Gesundheitsreport: Nichts geht mehr "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Geht alle nur deutsch-fleißig ARBEITEN. Brav wie eh und je. Sitze hier auf Kauai, wunderschön bei bester Luft und heiteren, sehr natürlichen Menschen-Frauen-Mädels, die vom kranken Konsum, der krank macht in allen Stadien, nichts wissen wollen. Träumt ihr von eurer Rente! Die EU wird Euch sowieso zypriotisch abzocken!

  • Wahrscheinlich ist die ständige Ereichbarkeit rund um die Uhr auch über die normale Arbeitszeit hinaus, schon ein Problem , es sei denn man identifiziert sich mit seiner Arbeit so, dass Selbstbestimmung , Freizeit und Nachtruhe keine Rolle mehr spielen.
    Gerade in sozialen Berufen, Krankenschwester, Altenpfleger, Sozialarbeiter u.s.w., die ständig mit nervenzehrenden Problemfällen zu tun haben, können sich Depressionen einstellen.
    Auch der Polizeidienst ist äußerst stressig, da personell völlig minderausgestetattet.

  • Ein Grund warum die Zahlen steigen ist auch der hohe Anteil von Fehldiagnosen!

    Da unsere Ärzte immer mehr "kostenorientiert" arbeiten wollen oder müssen und ausserdem noch oft die nötige Kompetenz fehlt werden gerade chronische Schmerzen durch Körperliche Gebrechen (Siehe Schleudertrauma, Bandverletzungen der Halswirbelsäule), die sich mit nicht vorhandener Qualifikation und Mittel (Funktions-MRT/CT Spiral-Atlas CT) auch nicht diagnostizieren lassen, auf seelische Depressionen zurückgeführt!

    Ausserdem werden solche Fehldiagnosen auch gern von Gefälligkeitsgutachtern und Erfüllungsärzten der Versicherungsindustrie gestellt.

    Da gerade dadurch bei schwer zu diagnostizierenden Verletzungen bei z.B. Auffahrunfällen/Schleudertrauma die BG bzw. private Unfallversicherung komplett aus der Sache rausgehalten wird.
    So werden von deren Seite jährlich MILLIARDEN EURO durch wegfallende Schadensersatzansprüche gespaart!

    Der Dumme ist der Patient, der den Rest seines Lebens als armer Frührentner verbringen darf und der Steuerzahler, der die Rente, anstelle der privaten Unfall-oder Haftpflichversicherung, übernehmen darf!

    Des weiteren stellen sich früher oder später Depressionen durch chronische Schmerzen auf Grund von physischen Ursachen ein!

  • Witzbold!

  • Der Arbeitsplatz ist kein Sanatorium (es sei denn, man ist schon dort gelandet), der Chef ist kein Psychotherapeut, und solange Wehleidigkeit sich auszahlt, wird sich da nichts ändern.

  • An ihrem "Psychoquatsch" sterben in D jedes Jahr wesentlich mehr Menschen als im Straßenverkehr.

    Es ist eher so, dass Depressionen noch viel zu häufig unerkannt bleiben. Selbst die Erkrankten wissen oft lange nicht wie ihnen geschieht.
    Ein weiteres großes Problem für die Erkrankten sind Leute wie sie..............

  • Guter Beitrag! Viele Dank.

    Mir ist es auch zu einfach die ganze Schuld auf die Arbeit zu schieben.

    Schliesslich ist diese nur Mittel zum Zweck. Sich irgendwelche Dinge leisten zu können, um Leuten zu imponieren, die wir nicht leiden können.

    Mehr "Sein", weniger "Haben" würde uns frei nach Erich Fromm allen sehr gut tun.

  • Fortgeschrittene Projektion bzw. Umleitung der Aggression auf andere Ziele.

    Oder gar Regression? Gab es früher schon solche Momente in Ihrem Leben, wo sich diese innere Stimme zu Wort gemeldet hat? Vielleicht auf dem Schulhof, wenn die anderes etwas hatten, was Sie nicht haben konnten.

    Macht nix, auch für Sie gibt es Hilfe.

  • Psychoquatsch lässt sich halt leichter simulieren als ein fehlendes Bein.

  • Vogelperpektive

    Ist es wirklich der Job?

    Ja, die Arbeitsbedingungen haben sich im Gegensatz zu früher verändert. Jedoch nicht immer nur zum Schlechten.

    Diskussion mit Eltern un d Großeltern:

    Vergleich früher und heute

    z.B.

    - 38 Stunden Woche statt 45/ 50 Std( tariflich) nicht AT
    - teilweise Homeoffice statt permanente Anwesenheit
    - flache statt straffe patriarchalisch geführte Hierarchien
    - damals wie heute war es schwierig einen gut bezahlten Job zu finden ohne Vitamin B
    - Mutterschutz 3 Jahre, Elternzeit, Betreuungsgeld, ect.. statt nichts dergleichen
    - Chance auf Studium der Medizin/ Rechtswissenschaften für Normalbürger war damals wie heute sehr schwierig
    - ect.pp



    Krank macht

    das "immer mehr & immmer weiter", die Gier, die Jagt nach Karriere und Macht , die unglaublich hohen Ansprüche an Aussehen, Status, ect....

    Die damit einhergehende wachsende Konkurrenz unter den Menschen macht viele sehr unglücklich

    Viele wollen und können hier nicht mithalten

    ....das macht KRANK

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