Equal Pay Day Warum werden „Frauenberufe“ schlechter bezahlt?

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„Der geringe Verdienst hat auch etwas zu tun mit dem Thema Arbeitsbewertung“
Astronautinnen, die das Zeug fürs All haben
Wer wird Deutschlands erste Astronautin?
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Mehr als 400 Frauen bewarben sich als erste deutsche Astronautin. Sechs Frauen haben es geschafft: Sie sind Deutschlands Hoffnung auf eine erste Frau im All. Sie haben das offizielle Auswahlverfahren des Deutsches Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das an die Standards der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA zur Astronautenauswahl angelehnt ist, durchlaufen und bestanden.

Die Finalistinnen
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„Während der Untersuchungen, die das DLR in Kooperation mit der Firma HE Space durchgeführt hat, haben die Kandidatinnen mit ihrer professionellen Einstellung bewiesen, dass sie über die psychologischen Fähigkeiten und medizinischen Voraussetzungen verfügen, um sich auf ein Flug in den Weltraum vorzubereiten“, sagt Claudia Stern vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, „Im Rahmen des Auswahlprozesses konnte das DLR einmalige psychologische und medizinische Daten erlangen von Frauen im Zusammenhang mit einem Flug ins All.“

Hoch hinaus
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Damit haben sie bewiesen, dass sie körperlich und geistig in der Lage sind, den Belastungen des Alls standzuhalten. Am 1. März wurden die sechs Frauen bei Airbus in Bremen der Öffentlichkeit vorgestellt. Und das sind die Finalistinnen:

Nicola Baumann: Eurofighter-Pilotin
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Nicola Baumann, geboren am 10. März 1985 in München, Bayern, ist Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln. Sie trägt den Dienstgrad „Major“ und ist unter anderem für die Luftraumüberwachung in Deutschland und befreundeten Nato-Nationen zuständig.

Nicola Baumann
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Nach einer Offiziersausbildung machte die Münchnerin Baumann eine Ausbildung zur Kampfflugzeugpilotin und absolvierte ein Fernstudium in Maschinenbau. Geschwindigkeiten von mehr als 2.000 km/h gehören für sie seither zum Alltag.

Lisa Marie Haas: Entwicklungsingenieurin
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Lisa Marie Haas, geboren am 23. September 1983 in Nürtingen, Baden-Württemberg, ist Entwicklungsingenieurin und Teilprojektleiterin bei der Robert Bosch GmbH in Reutlingen.

Lisa Marie Haas
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Haas ist spezialisiert auf Sensoren, die im Bereich Consumer Electronics zum Einsatz kommen, zum Beispiel in Handys, Spielekonsolen, Wearables oder in Drohnen. Sie promovierte am Institut für Theoretische Physik in Heidelberg.

Technische Berufe würden dagegen traditionell häufiger von Männern ausgeübt und daher höher entlohnt. „Ein weiteres Merkmal dieser Berufsgruppen ist, dass es ihnen gelang, Zugänge dazu stärker zu begrenzen und sich stärker gewerkschaftlich zu organisieren als in Frauenberufen“, sagt Kleiner. Auch dadurch konnten sie höhere Löhne erzielen. „Kindergärtnerinnen haben es nie geschafft, ihren Beruf so stark zu schließen und diese Schließung in Lohnvorteile umzuwandeln wie Ingenieure.“

„Der geringe Verdienst hat auch etwas zu tun mit dem Thema Arbeitsbewertung“, sagt Sarah Lillemeier vom Institut für Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen, die in einem Kooperationsprojekt mit dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) arbeitet und zum Thema geschlechtergerechte Arbeitsbewertung forscht. „Dabei ist eine Schieflage entstanden zwischen der Bewertung und Bezahlung von „Männer-“ und „Frauenberufen“.“

Denn die Kriterien zur Bewertung von Arbeit kämen prinzipiell aus der Industrie. „Darin sind weder psychosoziale Anforderungen enthalten und auch die Verantwortung für das Wohlergehen der betreuten Menschen bleibt oft unberücksichtigt“, so Lillemeier. Sorgeberufe seien daher sehr anfällig für eine zu geringe Bewertung und Bezahlung, gemessen an ihren Anforderungen und Belastungen.

Das wirke auch nach: „Empirische Studien zeigen, dass sich weiblich konnotierte Tätigkeitsinhalte negativ auf die Bezahlung auswirken“, sagt Lillemeier. „Eine Maskulinisierung führte dagegen historisch zu einer Aufwertung.“ Eine Annäherungen sieht zumindest Lillemeier bislang nicht. „Das Bewusstsein für die Thematik ist da“, sagt sie. „Kostendruck und Ökonomisierungstendenzen in den Sorgeberufen führen aber auch dazu, dass sich derzeit wenig ändert.“

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Equal Pay Day: Warum werden „Frauenberufe“ schlechter bezahlt?"

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  • Die Gender-Forscherinnen haben aber sehr verquere Ansichten.

    0) In Tarifvertraegen gibt es per Definition kein "Gender pay gap".

    1) Da wird ernsthaft die Qualifikation eines Ingenieurs (>4 Jahre Studium) auf das gleiche Niveau mit einem/r Kindergaertner/in (2-4 Jahre Ausbildung) verglichen. Laecherlich. Warum nicht gleich den Arzt auf die selbe Stufe stellen???

    2) Gehaelter werden blitzschnell von der Marktwirtschaft angepasst, da ist nichts "historisch gewachsen". Wenn es zu wenige Sozialpaedagogen in der Industrie gibt und diese notwendig sind, so bekommen sie ein hoeheres Gehalt.

    3) Maennern ist das Gehalt sehr wichtig, z.B. auch weil sie damit Frauen beeindrucken koennen. Sie waehlen daher Berufe, die gut bezahlt sind. Maenner werden daher auch aggressiver fuer ein hohes Gehalt kaempfen.

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