Gedächtnistraining Spielend das Gehirn trainieren

Haben Sie sich vorgenommen, 2016 mehr Bewegung in Ihren Alltag zu bringen? Gute Idee. Aber auch das Gehirn freut sich über eine Extra-Trainingseinheit. Was Ihre grauen Zellen brauchen, um fit zu bleiben.
Gewichtheben hilft dem Gedächtnis. Quelle: Reuters
Gehirnjogging

Gewichtheben hilft dem Gedächtnis.

(Foto: Reuters)

Nachdem die Mehrheit der Deutschen jetzt gut zwei Wochen mit Essen und schlafen verbracht hat, fallen die ersten Arbeitstage im neuen Jahr natürlich schwer: Nicht nur der fiese Wecker und das unfreundliche Wetter machen einem zu schaffen, auch das Konzentrieren-müssen ist nach der Feiertagsruhe irgendwie unangenehm. Denn wenn man so will, ist das Gehirn ein Muskel: Es muss genauso trainiert werden wie unser Bizeps. Und beide lagen die letzten Wochen mehrheitlich faul auf der Couch und erholten sich vom Gänsebraten-Wettessen.

Die gute Nachricht: Beide lassen sich schnell wieder trainieren. Die private Krankenversicherung Central etwa verrät in ihrer Broschüre „Unser Gedächtnis“, wie die grauen Zellen fit werden und bleiben. Kurz und knapp: Wie auch beim Muskel gilt es, die Gehirnzellen so oft wie möglich und so abwechslungsreich wie möglich auf Trab zu halten. Unser Gehirn lernt gerne Neues. Routine macht die grauen Zellen dagegen müde.

Zehn Mythen rund um das menschliche Gehirn
Der Mythos: Alkohol tötet Gehirnzellen ab
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Die Wahrheit: Mit einem Schluck Wein ist noch keine Gehirnzelle verloren. Es braucht schon einen Rausch, um Schaden anzurichten – und selbst dann sterben keine Zellen ab, sondern die Verbindungen zwischen ihnen werden gekappt. Schon nach einigen Drinks kann es zum Gedächtnisverlust kommen, der umso größer ist, je mehr getrunken wurde. Und exzessives Trinken über einen langen Zeitraum kann das Gehirn nachhaltig beschädigen.

Der Mythos: Wir haben 100 Milliarden Gehirnzellen
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Die Wahrheit: Auch das stimmt nicht. Tatsächlich sind es rund 86 Milliarden, wie Wissenschaftler 2009 herausfanden. Das macht einen enormen Unterschied: Schließlich können die übrigen 14 Milliarden Zellen das Gehirn eines anderen Lebewesens ausmachen.

Der Mythos: Wir nutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns
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Die Wahrheit: Wir nutzen nie unser komplettes Gehirn auf einmal - trotzdem ist es stets komplett bei der Arbeit. Viele Prozesse laufen automatisiert ab und entziehen sich unserer Aufmerksamkeit. Auch der Neanderthaler setzte seinen Kopf bereits strategisch ein, er musste jedoch große Teile seines Hirnes allein auf die Sehkraft und Koordination des großen Körpers verwenden, für komplexe Denkprozesse waren deshalb nur noch geringe Kapazitäten frei.

Der Mythos: Wir haben nur fünf Sinne
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Die Wahrheit: Bei den Sinnen spricht man von Fühlen, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken. Dabei gibt es noch zahlreiche weitere Sinne - etwa der Sinn fürs Gleichgewicht, das Zeitgefühl oder die räumliche Wahrnehmung von Lage, Bewegung und Entfernungen.

Der Mythos: Mozart-Musik steigert die Intelligenz
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Die Wahrheit: Diesen Mythos verdanken wir US-Wissenschaftlern um Frances Rauscher. Sie veröffentlichte 1993 ihre Studienergebnisse, wonach Studenten, die zehn Minuten lang Mozarts Sonate für zwei Klaviere in D-Dur (KV448) hörten, in einem Intelligenztest durchschnittlich acht bis neun IQ-Punkte besser abschnitten. Allerdings hielt die Leistungssteigerung nur etwa zehn bis 15 Minuten an. Außerdem schafften es Folgestudien nicht, die Ergebnisse zu bestätigen.

Der Mythos: Es kommt auf die Größe an
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Die Wahrheit: Menschen haben nicht das größte Gehirn - weder absolut noch im Verhältnis zu ihrer Körpergröße. Mit dem größten Gehirn überhaupt ist der Pottwal unterwegs, verglichen mit der Körpergröße hat das Spitzhörnchen das größte Gehirn. Soll heißen: In Sachen Intelligenz kommt es nicht auf die Größe des Gehirns an.

Der Mythos: Manche Menschen nutzen überwiegend eine Gehirnseite
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Die Wahrheit: Eine Unterteilung wie bei Linkshändern und Rechtshändern gibt es bei der Nutzung des Gehirns nicht. Dabei wird kreativen Menschen zwar zugeschrieben, eher die rechte Seite ihres Gehirns zu nutzen, bei logisch-rational denkenden Menschen ist es eher die linke Seite, die hier in ihren wichtigsten Verknüpfungen nachgestellt ist. Studien zeigen, dass auch dies ein Mythos ist. Zwar sind je nach Aufgabe unterschiedliche Hirnbereiche aktiv, allerdings gibt es keinen Hinweis darauf, dass es vom Individuum abhängt, welche Gehirnseite eher genutzt wird.

Laut Torkel Klingberg, Professor für kognitive Neurowissenschaft am Karolinska Institut in Stockholm, ist Schach das beste Training fürs Gehirn. „Bei einer Langzeitstudie mit älteren Menschen haben wir festgestellt, dass diejenigen, die die regelmäßig Schach gespielt haben, auch im hohen Alter ein besser funktionierendes Gehirn hatten, als diejenigen, die ihren Geist nicht gefordert haben. Die Studie hat gezeigt, dass es einen Trainingseffekt gibt, wenn man sein Hirn regelmäßig mit anspruchsvollen Aufgaben füttert.“

Aber auch Tanzen fördert das Gehirn. Aktive Paartänzer beherrschen nicht nur den Cha-Cha-Cha, auch die grauen Zellen bleiben durch das Lernen von Schritten und Figuren in Kombination mit Bewegung und Rhythmik in Schwung. Gedächtnistraining sollte aber immer auch Spaß machen. Wer Schach langweilig findet und noch nie ein guter Tänzer war, sollte sich nicht dazu zwingen. Versuchen Sie es dann lieber mit kleinen Knobelaufgaben wie beispielsweise diesem Kartentrick aus dem Psycho-Test-Buch von Ben Ambridge, das am 1. September 2015 erschienen ist:

Auf einem Tisch vor Ihnen liegen vier Karten. Sie wissen, dass jede Karte auf einer Seite einen Buchstaben und auf der anderen eine Zahl hat. Ihr wahrheitsliebender Freund sagt: „Jede Karte mit einem D auf der Vorderseite hat eine 3 auf der Rückseite.“

Wie können Sie durch Umdrehen möglichst weniger Karten herausfinden, ob er tatsächlich die Wahrheit sagt? Und welche sind es?

Welche Karten müssen umgedreht werden? Des Rätsels Lösung steht auf Seite 2.
Kartentrick

Welche Karten müssen umgedreht werden? Des Rätsels Lösung steht auf Seite 2.

Die Lösung finden Sie auf Seite 2

Oder wie steht es mit einer kleinen Rechenaufgabe aus demselben Buch?

Wissenschaftler haben eine neue Krankheit entdeckt, die sich in Ihrem Heimatland ausbreitet. Die gute Nachricht: Nur einer von 10.000 Menschen bekommt sie. Da die Krankheit ohne sichtbare Symptome verläuft, haben Forscher im Auftrag der Regierung einen Test entwickelt, um festzustellen, wer infiziert ist. Der Test ist allerdings nur zu 99 Prozent verlässlich.

Sie sind nun einer von einer Million Menschen in Ihrem Land, die sich dem Test unterziehen müssen. Laut Testergebnis haben Sie die Krankheit. Aber Sie erinnern sich daran, dass der Test nicht perfekt ist. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Krankheit tatsächlich haben?

a) 99 Prozent

b) 98 Prozent

c) 10 Prozent

d) 0,98 Prozent

Auch diese Lösung steht auf Seite 2.

Wichtig ist, das Gehirn regelmäßig zu trainieren und es nicht bei einer Partie Schach bewenden zu lassen. So funktioniert Muskelaufbau schließlich auch nicht.

Der Rätsel Lösung
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

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