Gehirn-Forschung Warum Männer Blondinen bevorzugen

Das menschliche Gehirn ist zu wahren Wundern fähig, wenn man es richtig einsetzt. Doch nur die wenigsten Menschen tun das, sagen Forscher. Unsere „Schaltkreise“ funktionieren nicht so, wie wir annehmen. Ein Ratgeber.
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Blondinen bevorzugt: „Miss Germany“ Isabel Gülck. Quelle: dpa

Blondinen bevorzugt: „Miss Germany“ Isabel Gülck.

(Foto: dpa)

DüsseldorfHühnerzucht ist so brutal wie kompliziert: Wenn die Küken auf dem Laufband anrollen, müssen Geschlechtsbestimmer innerhalb eine Zehntelsekunde entscheiden, ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Die einen kommen zur Eierproduktion, die meisten Männchen in den Schredder. Das Problem an der Sache ist: Man kann den Unterschied nicht sehen. Vor rund 80 Jahren hat eine japanische Firma eine Methode entwickelt, das Problem zu lösen. Aus aller Welt kamen Fachleute dorthin, um es zu lernen. Die Japaner nahmen die Küken hoch, schauten sich das Hinterteil an und sortierten richtig.

Allein die Gäste verstanden es nicht – und die Japaner konnten es ihnen auch nicht erklären. Die einzige Methode es zu lernen, war monatelange Übung: Die Lehrlinge sortierten, die Lehrer prüften und irgendwann klappte es. Doch warum kann der Mensch unbewusst lernen? Wieso schafft unser Gehirn etwas, ohne dass wir wissen wie? Vereinfacht geantwortet: Weil unser Bewusstsein viel weniger taugt, als wir glauben.

Ein anderes Beispiel: Was tun Sie, wenn Sie auf der Autobahn ein Fahrzeug überholt haben und zurück auf die rechte Spur möchten? Sie lenken nach rechts und ziehen gerade? Wenn Sie sich das so gerade vorgestellt haben, sind Sie normal, denn das tun praktisch alle, aber Sie irren sich! Denn tatsächlich lenken wir erst nach rechts, dann genauso stark nach links und dann ziehen Sie gerade.

Das Beispiel zeigt, wie wenig wir von den Vorgängen in unserem Gehirn wissen: „Über die meisten unserer Handlungen, Gedanken und Empfindungen haben wir keinerlei bewusste Kontrolle“, schreibt David Eagleman in seinem heute veröffentlichten Buch „Inkognito. Die geheimen Eigenleben unserer Gehirns“. Der Neurowissenschafter am Baylor College of Medicine in Houston ist eine der größten Kapazitäten der Wahrnehmungsforschung und berät die Europäische Zentralbank bei der Entwicklung von fälschungssicheren Banknoten.

In seinem leicht verständlichen, abwechslungsreichen Buch erklärt Eagleman dem Laien, warum unser Bewusstsein mit einem „blinden Passagier auf einem Ozeandampfer“ zu vergleichen ist, der behauptet, das Schiff zu steuern, aber nicht einmal weiß, wo der Maschinenraum ist. Aus wissenschaftlicher Sicht sind noch viele Fragen offen, aber immerhin wurden zuletzt immer mehr Rätsel gelöst.

Die Funktionsweise seines Gehirn zu verstehen hat sehr große praktische Auswirkungen für jeden einzelnen und „auf die Art, wie wir uns selbst wahrnehmen“, wie Eagleman schreibt. Viele Chefs glauben, Sie seien exzellente Beobachter. Vorsicht, sagt Eagleman: „Wir sind sogar erstaunlich schlechte Beobachter.“ Optische Täuschungen, falsche Interpretation, begrenzte Wahrnehmung.

Unser Sehen ist genauso fehlerbehaftet wie alle anderen Vorgänge im Gehirn. Beim sogenannten „Priming“ ist es vorgestrichen wie eine Wand. Wenn Sie hier K_k_n die fehlenden Buchstaben einsetzen, würden Sie vermutlich „Küken“ schreiben und nicht „Kokon“. Dieses Priming passiert ständig und dadurch lässt sich unser Gehirn wunderbar manipulieren – am liebsten von der Werbewirtschaft und Politikern.

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12 Kommentare zu "Gehirn-Forschung: Warum Männer Blondinen bevorzugen"

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  • Warum man Leute von denen man schon jetzt weiß daß sie irgendwann per UNFALL eine Behinderung haben werden erchießen darf.

    http://www.flickr.com/photos/heiratsschwindlerfrank/6942806396/in/photostream

  • Klassischer Fall von „Epimenides der Kreter sagte: Alle Kreter sind Lügner.“ Näheres bei Bertrand Russell.

  • Das ist echt der Brüller, wie die Herren Kommentatoren sich hier auf den Schlips getreten fühlen - dabei ist es genau so wie im Artikel beschrieben.

  • Ich habe Spaß mit Blondinen aber geheiratet wird eine Brünette :)

  • Ich meine Volksverblödung oder wie die Jugend sagt...

    Mainstream.

  • Incognito ergo sum, das nahm schon der alte Cartesius ganz unbewusst wahr. Und was es ihn genutzt? Er ging nach Schweden und starb an einer Erkältung. Vielleicht hätte der Volontär auch schreiben sollen, dass die männlichen Küken nach der Sortierung homogenisieret (=püriert) werden. Klingt auch relevant und ist ein schönes Fremdwort.

  • Herr Eaglemann behauptet also, dass wir erstaunlich schlechte Beobachter sind. Kann sein. Jedoch ist es ja dann auch so, dass seine eigene Beobachtung, nämlich die, dass wir alle schlechte Beobachter sind, genauso schlecht bzw. nicht substanzierbar ist. Denn es ist eben genau eine solche Beobachtung...

  • Hier wird wieder eindrucksvoll gezeigt, wie verblödet Wissenschaft sein kann. Und jetzt mal ganz ohne Doktortitel und Untersuchung die wahre Geschichte: Blonde Frauen sind in der Tat durchschnittlich begehrter - weil angeblich spaßiger, williger usw. Jede Frau, die einen besonderen Drang danach hat, begehrt zu werden, kommt deshalb schnell auf die Idee, ihre Haare ebenfalls zu blondieren. Dem Klische der Blondine folgt sie dann immer auch verhaltenstechnisch ein Stück - bewusst oder unbewusst. Damit wird sie zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Frauen die blond sind, interessieren sich für die Aufmerksamkeit durch Männer - Punkt.

  • Ein Anleger lässt sich zwei Jahre lang über Fondsanlagen beraten und kauft und verkauft Investmentfonds bei seiner Bank. Über jeden erfolgten Kauf oder Verkauf er die Abrechnungen der Bank.

    Nach zwei Jahren klagte der Anleger gegen den Berater, er hätte nie Kontakt zu diesem gehabt.

    Für die Kursverluste die seine Anlagen in Fonds zwischen Mitte 2008 unf Januar 2009 während der Bankenkrise erlitten haben, macht er nun den Berater verantwortlich, weil der ihn innerhalb von 2 Jahren nie beraten hätte.

    Das ist eine Wahrnehmungsstörung oder Lüge. Ein Landgericht hat aber die Klage nicht abgewiesen, sondern aufgegriffen. Das Landgericht hat zwar dem Berater recht gegeben, da dieser nachweisen konnte dass ein enger Kontakt bestand.
    Die Anwälte der Kläger sind in die Berufung. Ein OLG prüft aber noch einmal ob der Kläger recht haben könnte.

    Wer hat nun eine Wahrnehmungsstörung? Wer Lügt? der Kläger? Seine Anwälte? Oder der Beklagte?

    Wahrnehmnung ist wirklich ein Thema, der Umgang in der Praxis damit aber auch.

  • Das ist kein Artikel, keine Buchbesprechung, und kein Ratgeber. Das ist populärwissenschaftlicher Quatsch mit Soße. Gehts noch ein bisschen lighter? Und warum gehen Sie von einer immer weiter verblödenden Zielgruppe aus?

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