Genie und Wahnsinn Die dunkle Seite der Kreativität

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Kreative Menschen neigen zu unmoralischem Verhalten
Zehn Wege zu richtig guten Ideen
Kopfstandfrage
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„Stellen Sie ein zuvor definiertes Problem einfach auf den Kopf“, rät der Autor Albrecht Kresse, dessen Buch „Edutrainment – besser, schneller, einfacher lernen im Unternehmen“ kürzlich im Gabal-Verlag erschienen ist. Also fragen Sie sich: „Wie machen wir es noch schlimmer?“, denn so ein Perspektivwechsel kann Sie der Lösung ein ganzes Stück näher bringen, weil alle negativen Formulierungen in einem Brainstorming in positive umgewandelt werden. Aus der Kopfstandantwort „Noch mehr Jammern und anklagen!“ wird laut Kresse dann zum Beispiel die neue Kommunikationsregel „Immer sachlich bleiben!“.

Open Innovation
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Ein mutiger Ansatz, mit dem sich laut Kresse die kollektive Intelligenz zugunsten eines Unternehmens anzapfen lässt. Vorausgesetzt es öffnet sich für frische Ideen und Anregungen von außen. Involvieren Sie also Ihre Kunden, externe Entwickler und Experten in den Entstehungsprozess neuer Lösungen. Kresse: „Hierfür eignen sich Communitys und offene Foren im Web“. Eine andere Möglichkeit ist, das Entwicklungsproblem auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen und die beste Idee mit einem netten Honorar zu entlohnen.

Disney-Methode
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So wie einst bei Walt-Disney heißt es bei diesem Trick: Erst träumen, dann kritisieren. Kresse beschreibt den Ablauf in seinem Buch so: „Um ein Problem zu lösen, spielen wir in einer Gruppe drei Rollen durch: Träumer, Realisten und Kritiker. Zuerst lassen wir Ideen sprudeln, dann planen wir die Umsetzung, zuletzt sezieren wir alle Ideen und Pläne im Hinblick auf Chancen und Risiken.“ Der Vorteil bei dieser Methode? Sie kombiniert die Ideenfindung direkt mit einer Machbarkeitsprüfung.

6-3-5-Methode
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Hier eine Methode, für besonders verfahrene Lagen, die durch einen dicken Knoten im Kopf gekennzeichnet sind. Dabei reichen sechs Personen drei Ideen fünfmal weiter, wobei jeder Teilnehmer seine Lösungsvorschläge auf einen Zettel schreibt und ihn nach fünf Minuten an seinen Nachbarn weitergibt. Unter Zeitdruck entstehen schließlich die besten Ideen. Nach einer halben Stunde können Sie die Ergebnisse auswerten. Mit bis zu zwölf Leuten funktioniert dass laut Kresse ziemlich gut – vorausgesetzt die Stoppuhr löst keine Denkblockaden aus.

Mindstorming
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Schreiben Sie die Fragestellung klar formuliert auf ein Blatt Papier und notieren alles, was Ihnen in den Sinn kommt. Dann sortieren Sie die Antworten. Alles, was sich sofort umsetzen lässt, machen Sie innerhalb von 72 Stunden. Für alles andere machen Sie einen Zeitplan. So können Sie zwanzig Ideen produzieren und in drei Tagen eine Menge umsetzen. Kresse: „Diese Technik motiviert zum sofortigen Umsetzen, im Gegensatz zu den anderen ist sie keine Gruppentechnik.“

Morphologische Matrix
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Bei dieser Technik gelangen Sie durch Kombination zur Innovation. Tragen Sie beispielsweise, wenn Sie eine neue Möglichkeit in der Produktentwicklung entdecken möchten, Merkmale und Ausprägungen in eine einfache Tabelle ein. So überblicken Sie alle Lösungsvarianten und können die besten auswählen. Allerdings merkt der Autor Albrecht Kresse an, dass natürlich das entsprechende Fachwissen nötig ist, wenn man die entscheidenden Faktoren bestimmen will.

Sechs Denkhüte
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„Perspektivwechsel mit System. Jeder Hut steht für eine Rolle und Sichtweise“, schreibt Kresse. Der weiße für den Analytiker, der rote für den Bauchentscheider, der schwarze für den Kritiker usw. Sie können sich nun die Hüte nacheinander aufsetzen oder die Rollen in der Gruppe verteilen. Kresse: „Jedes Problem lässt sich nun aus mehreren Blickwinkeln betrachten, abseits der üblichen Pfade stoßen wir auf neue Ideen.“ Der großer Vorteil: Konflikte werden bei dieser Methode vermieden, weil jeder die Rolle spielt, die sein Hut vorgibt.

Zum Beispiel lügen sie häufiger als andere. Das liegt zum einen daran, dass Kreativköpfe ungeduldiger sind und sich schneller langweilen. Außerdem fühlen sie sich anderen oft überlegen und tendieren zu rücksichtslosem Verhalten. Apple-Gründer Steve Jobs parkte etwa sein Auto konsequent auf dem Parkplatz für Rollstuhlfahrer. Er vertrat schlicht die Ansicht, dass ihm als CEO auch der beste Parkplatz zustehe.

Oder der deutsche Werber André Kemper. Im vergangenen Jahr geriet er durch seinen Besuch des Wiener Opernballs in die Schlagzeilen. Nicht etwa aufgrund einer spektakulären Werbeaktion – sondern weil er einen anderen Gast mit einem Faustschlag niederstreckte. Das Erstaunliche: Für Jobs wie auch Kemper hatte ihr Verhalten keinerlei berufliche Folgen. Ganz im Gegenteil: Der verstorbene Apple-Chef gilt mehr denn je als Genie, Werber Kemper entwickelt die Kampagnen für Mercedes-Benz.

Das ist allerdings Teil des Problems. Für die meisten Menschen stellt Kreativität ein so rares und wertvolles Gut dar, dass sie geneigt sind bei denjenigen, die davon im Übermaß besitzen, milder zu urteilen. Das Forscherduo Gino und Ariely glaubt, dass die Ideenspinner dieser Welt deshalb insgesamt besser behandelt werden und man ihnen schneller verzeiht.

Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es für knapp 23 Millionen Menschen besonders wichtig, kreativ zu sein. Kein Wunder, gehören doch mittlerweile für jeden Versicherungsangestellten Kreativtechniken wie Brainstorming und das Erstellen von Mindmaps dazu. Ob es hilft? Fraglich.

Denn auch die Gene sind nicht unschuldig daran, ob jemand außergewöhnlich kreativ ist oder nicht. Im Juni 2015 erschien im Fachblatt „Nature Neuroscience“ ein Beitrag einer Gruppe isländischer Wissenschaftler. Das Forscherteam um Kari Stefansson verglich medizinische Daten von insgesamt 86 000 Isländern mit rund 1000 Mitgliedern aus Schauspiel-, Tänzer-, Schriftsteller- und Musikerverbänden. Da-bei schauten sie sich vor allem die Erbgutabschnitte an, die bei Patienten mit Psychosen häufiger vorkommen als bei gesunden Menschen.

Kreativität ist auch Sache der Gene
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