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Interview zum Umgang mit dem Boss Wenn der Chef zur Dampfwalze mutiert

Die einen sind impulsiv, ungeduldig und spontan, den anderen fällt es leicht, nach außen ruhig zu bleiben, wenn die Zeiten hektisch sind. Wie extro- und introvertierte Chefs ticken und was sie niemals tun sollten.
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Extro-Vorgesetzte sind in Umgebungen erfolgreicher, die die direkte Umsetzung von Anordnungen und einen eher hierarchischen Führungsstil pflegen. Quelle:  Machina Ex

Extro-Vorgesetzte sind in Umgebungen erfolgreicher, die die direkte Umsetzung von Anordnungen und einen eher hierarchischen Führungsstil pflegen.

Der Chefsessel ist nicht nur für Extrovertierte. Das erklärt Sylvia Löhken im Interview. Sie hat sich auf Persönlichkeitsmerkmale spezialisiert und analysiert in ihrem aktuellen Buch die Stärken von Introvertierten und Extrovertierten. Im Interview spricht sie mit Handelsblatt Online über leise Chefs, sich extrovertiert gebende Introvertierte und die Unterschiede bei der Motivation.

Wer hat es einfacher, ein extro- oder ein introvertierter Chef?
Beide – wenn sie es verstehen, ihre eigenen starken Seiten zum Handeln und Kommunizieren zu nutzen. Das wiederum ist einfacher, wenn sie diese starken Seiten gut kennen - und optimalerweise auch die Bedürfnisse derjenigen, die vom eigenen Persönlichkeitstypus abweichen.

Könnte ein leiser Mensch auch mal der bessere Vorstandschef sein?
Der Erfolg ist sogar durch die Realität nachgewiesen – es gibt illustre Beispiele erfolgreicher Intros an der Führungsspitze, etwa Karl Albrecht (Aldi), Bill Gates (Microsoft), Gabriele Strehle (Strenesse), Mark Zuckerberg von (Facebook) oder Larry Page (Google).

Aber besteht bei introvertierten Führungskräften nicht die Gefahr, dass die Mitarbeiter gar nicht so genau wissen, woran sie sind?
Kein Mensch ist perfekt – das gilt für Intros wie für Extros. Ja, eine introvertierte Führungskraft, die ihre natürliche Neigung zum Nach-innen-Gehen nicht reflektiert, kann manchem Mitarbeiter ein Rätsel sein. Aber ebenso kann ein extrovertierter Chef auf die Intros im Team wie eine Dampfwalze mit Heißluftgerät kombiniert wirken, wenn er sein für ihn normales Verhalten nicht überdenkt.

Konflikte stehen im Arbeitsalltag auf der Tagesordnung. Nun neigen leise Menschen aber dazu, Problemen aus dem Weg zu gehen. Kein Verhalten, das einen guten Chef ausmacht, oder?
Für Konflikte gilt das Gleiche wie für öffentliche Redeanlässe: Es lässt sich lernen, sie zu bewältigen. Zwar gehen Extrovertierte Konflikte persönlichkeitsbedingt direkter und mutiger an. Sie sind aber nicht unbedingt erfolgreicher, wenn man das Ergebnis ansieht: Was nützt es, wenn ein Konfliktpartner sich überrannt oder in die Enge getrieben fühlt? Extrovertierte neigen manchmal zu Verhaltensweisen, die als impulsiv oder sogar aggressiv empfunden werden – dadurch löst sich kein Konflikt in Wohlgefallen auf. Wenn ein Introvertierter mit Vorsicht, sorgfältiger Planung und Einfühlungsvermögen – und ja, womöglich auch mit Herzklopfen – in ein ihm nicht ganz geheures Konfliktgespräch geht, sehe ich da große Erfolgschcancen, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Was ist der größte Fehler, den man als introvertierte Führungskraft machen kann?
Versuchen, eine extrovertierte Führungskraft zu spielen: Das macht unauthentisch, kostet jede Menge Energie und verbaut den Zugang zu den Stärken, die Intros gerade eigen sind.

Was können Intro-Chefs besser, was Extro-Chefs?
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