Karriere Auf die ersten zehn Jahre kommt es an

Wenn Sie mit 35 noch keine Karriere gemacht haben, können Sie es gleich lassen, das zeigen Studien und bestätigen Experten. Doch der Aufstieg im Zeitraffer hat auch seine Schattenseiten.
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Wer nach ganz oben will, der sollte mit 35 schon einen Teil des Weges hinter sich gelassen haben. Quelle: dpa
Schnelle Karriere

Wer nach ganz oben will, der sollte mit 35 schon einen Teil des Weges hinter sich gelassen haben.

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DüsseldorfDer große Physiker Albert Einstein soll einmal gesagt haben: „Wer bis zum 30. Lebensjahr keinen bedeutenden Beitrag zur Wissenschaft geleistet hat, wird es nie mehr tun.“ Inzwischen gilt die Kernaussage dieses Satzes auch immer öfter für die Unternehmenswelt. Wer Karriere machen will, muss es bereits in jungen Jahren schnell zu etwas bringen.

Erst kürzlich veröffentlichte die Federal Reserve Bank of New York eine Studie, die besagt, dass man es bis 35 unter die Topverdiener geschafft haben muss, wenn man es auf der Karriereleiter bis ganz nach oben schaffen will. Nicht nur in den USA ist das so.

Zwar sind Manager dort oft sehr viel früher in verantwortungsvollen Positionen als zum Beispiel in Deutschland, aber das bedeutet nicht, dass sich der deutsche Nachwuchs zurücklehnen kann. In der Regel sollten es Arbeitnehmer bis 35 zumindest zum internationalen Bereichsleiter geschafft haben, wenn sie es auf den Vorstandsposten in einem Konzern oder Großunternehmen abgesehen haben. „Wer mit 35 Jahren noch Projektleiter ist, bringt es wahrscheinlich nicht mehr zum Vorstandschef“, sagt die Karriereberaterin und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung, Jutta Boenig. In ihrer Arbeit berät sie unter anderem Führungskräfte.

Nachwuchsmanager sollten sich spätestens alle dreieinhalb bis vier Jahre neue, herausfordernde Aufgaben suchen, rät Boenig. „Nur nicht zu lange auf einer Position sitzen bleiben.“ Wer im eigenen Unternehmen keine Aufstiegsmöglichkeiten mehr sieht, sollte dringend wechseln. Dabei sei es wichtig, dass man auch einen „eklatanten Sprung“ schafft, damit es mit der Karriere schnell vorangehe.

Die ersten zehn Berufsjahre seien entscheidend für die Karriere. Wer erfolgreich sein will, muss sie nutzen, um das eigene Profil fachlich und charakterlich zu schärfen. Dafür sollten Nachwuchsmanager laut der Karriereberaterin sehr achtsam sein im Umgang mit Kollegen, um möglichst viel über Führungskompetenz zu lernen. „Es ist nicht mehr der mit den fettesten Ellenbogen, der sich heute durchsetzt“, sagt Boenig.

Dass sich berufliche Laufbahnen in den letzten Jahren tendenziell beschleunigt haben, lässt sich kaum leugnen. Deutsche Unternehmen rissen sich gerade deshalb um junge Führungskräfte, weil es so wenige Kandidaten gebe, erklärt Boenig. Aber in manchen Bereichen seien junge Manager auch einfach besser, zum Beispiel in puncto Vernetzung. Darüber hinaus erhoffen sich Unternehmen, innovativer zu werden durch frischen Wind in der Führungsetage. Ob der Plan aufgeht, kann man vermuten doch genauere Zahlen liegen darüber noch nicht vor, so Boenig.

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7 Kommentare zu "Karriere: Auf die ersten zehn Jahre kommt es an"

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  • Es ist schon interessant sich als 20 Jähriger Student die Kommentare hier durchzulesen. Danke dafür.

  • Und ich dachte immer auf die ersten 3 Lebensjahre für die meine Eltern in allererster Linie verantwortlich waren.

  • Experten die Studien erstellen???

    Aber man kann das finden. Wo?
    Na bei den Richterinnen in Deutschland - 30J Dr.-Titel sitzen bereits bei OLG-en
    Von tun und blasen keine Ahnung, aber auswendig gelernt wie man im Namen des
    Bürgers dessen Rechte entzieht. Gott ist untergeordnet.

    In der Wirtschaft ist es genauso. Mit 30J tun Sie alles was man denen sagt
    "Karieregeil" nennt man das.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Und zu den sogenannten Experten der Federal Reserve Bank - ein kluger Spruch besagt: Ein Experte ist einer, der von wo anders herkommt und vorgibt was zu wissen.

    Und der Albert, der war eine Leuchte in Mathe und Physik, aber in Deutschland ist er auch nicht gross was geworden. Dort wurde er wegen seinem juedischen Glauben diskriminiert und ist dem Holocost gluecklicherweise ueber seine Anstellung in Princeton entkommen. Seine bedeutenden Publikationen ueber die Relativitetstheorie hat er uebrigens fast so nebenbei geschrieben, sein Hauptwerk war ein anderes. Wie auch er, kommen viele Wissenschaftler erst spaet zu Ehren.

    Was allerdings stimmt: Sobald man Familie hat, muss man sich darum kuemmern und die Kariere ist dann oft dahin. Vielleicht kommt daher die Zahl 35?

  • Was fuer ein blanker Unsinn! Meine Karriere hat erst mit 40 angefangen. Jetzt bin ich erfolgreicher Mitarbeiter einer der groessten Firmen weltweit, reise geschaeftlich mehrere Male in die USA, nach Kanada und nach Deutschland, mache mit meiner Familie Ulaub auf Hawaii und in den Rockies. Um meine Rente brauche ich mir keine Sorge machen, da privat und in US$. Erst kuezlich habe ich eine Wohnung gekauft.

    Dieser Artikel mag auf Deutschland zustimmen, wo noch immer Altersdiskriminierung und Neidkultur an der Tagesordung ist. Im internationalen Vergleich, und gerade in den USA, ist es nach eigener Erfahrung Bloedsinn zu behaupten , dass man es mit 35 Jahren geschafft haben muss. Wie mein Beispiel zeigt, ist es vielleicht von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.

    Daher mein Rat - niemals aufgeben, und raus aus Deutschland, wenn es dort nicht richtig klappen will. Andere Laender bieten selbst mittelmaessig ausgebildeten und aelteren Arbeitnehmern oft viel besser Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmoeglichkeiten. Viel Erfolg!

  • Super Artikel! Ich bin exakt 35, habe drei Hochschulabschlüsse, laufende Promotion und kann es bei einem verdammten, menschlich sinnentleerten Human-Resource Großverbraucher namens Konzern nicht mehr auf den großen Pyramidenklotz oben bringen? Bitte gebt mir einen Job, schreiben Sie mich an! Von Beruf möchte ich gar nicht mehr sprechen. Am liebsten wäre ich Karriereberater!

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