Karriere Wie Sie Ihre Mitarbeiter zu Recruitern machen

Seite 2 von 3:
Konzerne rüsten digital auf
Die zehn verrücktesten Bewerbungsgespräche
Sie können mich ruhig Tiger nennen!
1 von 10

Die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das beweist auch eine Umfrage des CareerBuilder, die Harris Poll 2015 online unter 2192 Personalchefs durchführte. Gefragt wurde nach unüblichen Fehlern, Handlungen oder Äußerungen von Kandidaten im Bewerbungsgespräch. Heraus kamen Verrücktheiten, von denen keiner glaubt, dass sie wirklich wahr sind. Aber das Leben schreibt, wie gewöhnlich, die lustigsten Geschichten. Eine davon ist diese hier:

Nach der offiziellen Vorstellung sagte der Kandidat: „Aber Sie können mich Tiger nennen!“ So lautete der selbst auferlegte Spitzname des Kandidaten, der den Personalchef wohl etwas überfordert haben könnte. Es ist anzunehmen, dass niemand auf dieses Angebot eingegangen ist.

Na, was guckt denn da aus Ihrer Tasche heraus?
2 von 10

Wenn ein Bewerber seiner Tasche mehr Aufmerksamkeit zuteil werden lässt als dem Bewerbungsgespräch, sollte auch das Gegenüber neugierig einen Blick darauf werfen. Dies hat sich in diesem Fall auch gelohnt: Aus der Tasche guckte ein kleiner Hund, berichtet ein Personalmanager.

Vom Bewerber zum Kapitän
3 von 10

Auf die Frage nach der Vielfältigkeit des Kandidaten zeigte der Bewerber auf der Stelle vollkommene Flexibilität und versetzte sich in eine Situation fern der Realität. „Aus den Booten, Männer“, schrie die Person lauthals.

Benötigen Sie einen Stift?
4 von 10

Wenn ein Bewerber mehr als 50 Stifte zum Gespräch mitbringt und diese fortwährend vor sich ausbreitet, kann das den Personaler schon mal aus dem Konzept bringen.

Erst die Entspannung, dann die Arbeit!
5 von 10

Es ist nachvollziehbar, dass Bewerber wegen eines Vorstellungsgesprächs nervös sind. Doch die Entspannungspraktiken sollten möglichst vor dem Termin absolviert werden. Denn Aufregung ist kein Grund dafür, seinem Gesprächspartner im Yoga-Sitz gegenüber zu sitzen.

Betrügt mich meine Frau?
6 von 10

Ein Personalchef berichtete davon, dass ein Bewerber eigentlich gar nicht an der ausgeschrieben Stelle interessiert war. Der Kandidat fragte lediglich danach, ob ihm seine Frau treu sei. Diese arbeitete im gleichen Unternehmen. Was für ein Zufall.

Ich schlage auch zu, wenn die Notwendigkeit dafür besteht.
7 von 10

Bewerber voller Tatendrang werden von Personalern eigentlich geschätzt. Doch auf keinen Fall sollte ein Kandidat damit prahlen, ab und zu auch mal die Fäuste einzusetzen. Ein Manager berichtete davon, dass ein Kandidat in seinem vorherigen Job einen Kollegen geschlagen haben soll.

Janine Gollub, Geschäftsfeldleiterin bei der Deutschen Employer Branding Akademie, sieht die Zahlung eher kritisch – zum Beispiel dann, wenn der Angestellte sich nur für die Prämie interessiert, mit seinem Job aber unzufrieden ist und sich kaum mit dem Unternehmen identifiziert. „Soziale Beweggründe sind die besseren Gründe für eine Mitarbeiterempfehlung.“ Die Zahlungen können Gollub zufolge dazu führen, dass Angestellte Jobsuchende empfehlen, die nicht zum Betrieb passen. Es werden Unterlagen ausgewertet, Vorstellungsgespräche gehalten – für nichts, wenn der „Cultural Fit“, also die Passung zur Unternehmenskultur, nicht stimmt.

Diese Erfahrung hat Versandhändler Otto Personalexpertin Peter zufolge bisher noch nicht gemacht. „Unsere Mitarbeiter überlegen sich sehr gut, wen sie empfehlen. Sie möchten ja nur Kandidaten vorschlagen, die wirklich gut zum Unternehmen und zum Job-Profil passen.“ Die Bewerbungen der vorgeschlagenen Mitarbeiter seien deshalb oftmals sogar die besseren.

Das bestätigt auch Marcus Reif, Chief People Officer bei der Personalberatung Kienbaum. „Nur weil jemand ein paar Tausend Euro für eine erfolgreiche Empfehlung bekommt, heißt das ja nicht, dass die Mitarbeiter ihre Werte, ihre Zufriedenheit und ihr Commitment völlig ignorieren.“ Zumal Jobsuchende übers Internet leicht herausfinden können, wie die Stimmung im Konzern tatsächlich ist, wenn sie dem Mitarbeiter misstrauen. „Unternehmen verpassen einen wichtigen Recruiting-Hebel, wenn sie das Empfehlungskonzept ignorieren“, sagt Reif.

Diesen Hebel verlängern Konzerne wie die Deutsche Bahn und Otto derzeit. Seit Oktober arbeitet der Staatskonzern mit dem von Xing übernommenen Dienst Eqipia zusammen. Durch das Programm können die Mitarbeiter ihr Profil in dem Karrierenetzwerk mit dem System ihres Arbeitgebers verbinden. Die DB-Mitarbeiter erhalten eine Nachricht, wenn das Berufsprofil eines Bekannten zu einer freien Stelle passt – vorausgesetzt, dieser ist auf Jobsuche.

Eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und -nehmer: Der Mitarbeiter muss sich nicht überlegen, wer auf eine offene Position passt, die Bahn schöpft ein noch größeres Bewerberpotenzial ab. Bisher hat sie noch keine Statistik darüber, wie viele Bewerber sie über Eqipia generiert hat, aber: „Das Programm bietet viel Potenzial, beim digitalen Recruiting wollen wir die Möglichkeiten noch mehr ausschöpfen“, sagt Wagner.

Auch Otto zapft die Kontakte der Mitarbeiter in sozialen Netzwerken an. Im vergangenen Jahr testete der Versandhändler eine Softwarelösung Talentry, über welche die Mitarbeiter Stellenanzeigen via Xing, LinkedIn und Facebook mit Bekannten teilen können. Seit diesem Jahr setzt er sie flächendeckend ein und zählt bisher 1.000 Mitarbeiter-Registrierungen. Im vergangenen Jahr erhielten Otto und Talentry für die Anwendung den HR-Excellence-Award.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Mischung der Recruiting-Instrumente muss stimmen
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Karriere - Wie Sie Ihre Mitarbeiter zu Recruitern machen

0 Kommentare zu "Karriere: Wie Sie Ihre Mitarbeiter zu Recruitern machen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%