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Karriere Linkedin-CEO Weiner hat drei Erfolgstipps für Manager

Drei Tipps für erfolgreiche Unternehmen hat Linkedin-CEO Jeff Weiner gegeben. Experten schätzen sie für das Handelsblatt ein.
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Linkedin-CEO Jeff Weiner gibt Tipps für gute Chefs Quelle: Screenshot Twitter
Jeff Weiner gibt Unternehmen Tipps auf Twitter

Der CEO von LinkedIn, Jeff Weiner, hat auf Twitter Tipps für das erfolgreiche Wachstum von Unternehmen gegeben.

(Foto: Screenshot Twitter)

DüsseldorfLinkedin-Chef Jeff Weiner hat mit einem relativ flapsig formulierten Eintrag im Karrierenetzwerk und auch auf Twitter viele Menschen erreicht. Darin teilt er drei Tipps, die er als Schlüssel für die erfolgreiche Entwicklung eines Unternehmens sieht.

Jeff Weiner leitet das Netzwerk, das nach eigenen Angaben mehr als 546 Millionen Mitglieder hat, seit neun Jahren. Seine drei Tipps für die erfolgreiche Entwicklung eines Unternehmens lauten:

  • Stell' die richtigen Menschen ein.
  • Rüste sie, um erfolgreich zu sein.
  • Geh ihnen aus dem Weg.

Konkrete Beispiele, wie Manager diese Tipps umsetzen können, gibt Weiner nicht. Sein Post bei Linkedin wurde am Donnerstag mehr als 16.500 Mal mit „Gefällt mir“ markiert und mehr als 600 Mal kommentiert. Der Tweet ist bereits mehr als 600 mal geteilt worden, er wurde etwa 1.700 Mal mit „Gefällt mir“ markiert.

„Punkt 3 wird in Unternehmen oft falsch verstanden“, merkt Twitter-Nutzerin Jane Mehring an. „Viele denken, es bedeute: keine konstruktive Kritik, keine aufschlussreichen Nachfragen, keine selbstbewussten Debatten und keine Manager, die für Entscheidungen gerade stehen“.

Dass er das nicht meint, macht Weiner in einem Antwort-Tweet deutlich. Viele fragen sich aber, wie Chefs ihren Angestellten genug Freiheit gewähren, ohne sie im Stich zu lassen. Auf Linkedin kommentiert Nutzerin Monika Kochar: „Das ist der Punkt, der am wenigsten umgesetzt wird.“ „Simple, but not easy!“, schreibt ein anderer Nutzer.

Karrierecoach Birte Püttjer bestätigt, dass es vielen Vorgesetzten schwer fällt, den richtigen Führungsstil zu wählen: „Entweder wird gar nicht hingeschaut oder es wird viel zu viel kontrolliert.“ Sie empfiehlt im optimalen Fall: „So wenig Führung wie möglich und nur so viel wie nötig.“

Konkret bedeute das, regelmäßig mit den Arbeitnehmern zu sprechen. Püttjer empfiehlt Führungskräften, sich alle ein bis zwei Wochen bei einem festen Termin mit den direkt weisungsbefugten Mitarbeitern zu unterhalten. Bei diesem Jour Fixe könne dann auch über das allgemeine Wohlbefinden gesprochen werden, wenn keine aktuellen Themen anstehen.

Führungskräfte sollten dabei immer wieder auch konkrete Unterstützung anbieten. Sie sollten sich erkundigen, ob fachliche Hilfe benötigt werde und ob es genug oder zu viel zu tun gebe, so Püttjer.

Grundsätzlich stimmt Püttjer dem Linkedin-Ceo zu: „Mitarbeiter sind immer dann motiviert, wenn sie auch Verantwortung übernehmen. Betreuen sie ein Projekt selbst, werden die meisten Menschen bessere Ergebnisse abliefern.“ Dann sei es auch sinnvoll, die Mitarbeiter an ihrer Leistung zu messen.

Um den richtigen Grad an Freiheit zu beschreiben, den Führungskräfte ihren Mitarbeitern geben sollten, vergleicht Karrierecoach Jürgen Hesse ihr Verhalten mit dem von Beifahrern im Auto: „Sie müssen einem Chauffeur sagen, wo Sie hin wollen, aber Sie können Ihr Ziel nicht erreichen, wenn Sie ihm ständig hineinquatschen oder ins Lenkrad greifen.“

Freiraum fördert Motivation

Auch er stimmt zu, dass Freiraum Motivation fördert. Unter der Bedingung, dass alle Voraussetzungen stimmen. Der Linkedin-CEO schreibt in diesem Zusammenhang von „Visionen“ und „Werten“ als Rüstzeug, das Mitarbeiter brauchen. „Allein auf fachliche Kompetenz kommt es nicht an“, stimmt ihm Hesse zu.

Soft Skills seien inzwischen teilweise sogar wichtiger, um die Entwicklung eines Unternehmens zu fördern. Nur auf Grundlage gemeinsamer Ziele, über die sie sich mit ihren Vorgesetzten austauschen, könnten Mitarbeiter sich selbst entwickeln – und damit auch das Unternehmen.

Viele Arbeitnehmer würden sich mehr Freiheit wünschen, bestätigt Johannes Prüller von der Plattform Kununu, auf der Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber bewerten. „Geht es nach den Mitarbeitern, wird in deutschen Unternehmen noch zu häufig von oben nach unten regiert“, heißt es im Führungskräfte-Report, für den 300.000 Bewertungen von Kununu ausgewertet wurden.

Arbeitnehmer hadern demnach mit einer Kultur, die aus ihrer Sicht zu sehr auf hierarchischen Vorgaben und strikter Kontrolle beruht. Stattdessen wünschten sie sich, Entwicklungen im Unternehmen offen diskutieren und beeinflussen zu können – und einen höheren Grad an Selbstbestimmung.

„Es geht um Zielerreichung und Vertrauen anstelle von Präsenzdenken und Arbeitskontrolle“, sagt Prüller. Laut der Auswertung ist Unzufriedenheit mit dem Chef einer der Hauptgründe, wieso Arbeitnehmer kündigen. Jeder dritte Befragte würde seinen Arbeitgeber aktuell nicht weiterempfehlen.

Wie Weiner die „richtigen Menschen“ zur Einstellung in einem Unternehmen definiert, würde Twitter-Nutzer Sandeep Kapur gerne wissen. Seiner Meinung nach gebe es immer verschiedene Wege, ein Problem zu lösen. Daher ist Kapur der Meinung, man müsse auch immer die richtige Zusammensetzung des Teams berücksichtigen.

„Es gibt auch Menschen, die sich nicht damit wohlfühlen, eigene Projekte umzusetzen und lieber mit einer ganz festen Routine arbeiten“, sagt Karriereexpertin Püttjer. Das sollten Führungskräfte berücksichtigen und diese konkret anleiten.

Weiner ist nicht der einzige prominente Unternehmer, der Empfehlungen für die Karriere teilt. Microsoft-Gründer Bill Gates hat sich auf Twitter auch schon zu Tipps hinreißen lassen.

„Umgib dich selbst mit Menschen, die dich herausfordern, dich lehren und dich dazu bewegen, besser zu werden“, twitterte Gates etwa. Dass es nicht einfach ist, so ein Umfeld für Arbeitnehmer zu schaffen, ist auch Weiner bewusst: „Leichter gesagt als getan. Es erfordert Disziplin und Geduld.“ Aber er ist auch der Meinung: Es lohnt sich.

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