Karriere-Turbo Mythos MBA - was ist dran?

Der MBA ist noch immer die Eintrittskarte in die Top-Etagen der Wirtschaft. Doch der Markt ist unübersichtlich. Weltweit gibt es mehr als 10.000 Programme. Worauf es bei der Wahl der richtigen Business School ankommt.
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MBA-Kaderschmiede: Die Harvard Business School. Quelle: Pressebild

MBA-Kaderschmiede: Die Harvard Business School.

(Foto: Pressebild)

DüsseldorfAllein ein Blick in die Vorstandsetagen von Industriekonzernen, Banken und Beratungen weltweit erklärt den Mythos MBA: Denn viele der Vorstände auf der Top-Ebene schmücken ihren Lebenslauf mit den drei Buchstaben. Der Master of Business Administration (MBA), er ist noch immer der Inbegriff für eine internationale Karriere im Management. Schlagzeilen wie die der Online-Ausgabe der amerikanischen Business Week befeuern das: „Die höchstbezahlten Vorstandschefs mit MBA-Abschluss“ titelte die Website vor einigen Monaten.

Doch seitdem diejenigen, die heute in den Top-Etagen angekommen sind, ihren MBA-Abschluss gemacht haben, hat sich viel verändert. Die Welt der Wirtschaftshochschulen, die den MBA anbieten – Business-Schools genannt – hat sich in den vergangenen zehn Jahren massiv verändert. Was also ist dran am Mythos MBA? Und für wen lohnt er sich wirklich?

Als das praxisnahe Managementstudium vor mehr als 100 Jahren zum ersten Mal von den amerikanischen Business-Schools wie der Harvard-Universität oder Tuck am Dartmouth College aufgelegt wurde, hätte den Siegeszug wohl kaum jemand vorhergesagt. Ursprünglich war das Masterstudium für all jene gedacht, die sich generelles Managementwissen aneignen wollen, und schon einen ersten Hochschulabschluss und auch ein wenig Berufserfahrung haben.

Wo Manager ihre Top-Ausbildung erhalten
Anderson School of Management (UCLA)
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Anderson School of Management (UCLA)

Gründungsjahr: 1935. Studenten: ca. 1750. Gebühren MBA: 69.400 Euro.

Entstanden in Zeiten der großen wirtschaftlichen Depression konnte die "UCLA" -unter diesem Akronym ist die Eliteschule weltweit bekannt - 2010 ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Die kalifornische Business School zieht vor allem Studenten an, die ihren Schwerpunkt im High-Tech-Bereich setzen. Der Nähe zu Hollywood geschuldet, besitzt die Schule ein eigenes Entertainment und Media Management Institut. Als staatliche Schule bietet die UCLA ihr MBA-Programm vergleichsweise günstig an - neben den nahe gelegenen Stränden von Malibu und Santa Monica ein weiterer Grund für viele Ausländer dort zu lernen. Zu den Absolventen gehört auch Larry Fink. Forbes zählt den Blackrock-CEO zu den hundert mächtigsten Menschen weltweit.

Das Handelsblatt hat anhand der wichtigsten internationalen Ranglisten herausgearbeitet, wo sich das MBA-Studium lohnt. Die Reihenfolge der vorgestellten Business Schools stellt allerdings kein Ranking dar.

Booth School of Business
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Booth School of Business (Chicago)

Gründungsjahr: 1898. Studenten: ca. 3500. Gebühren MBA: 73.600 Euro

Als eine der ältesten Business Schools der USA hat die Managementschule eine stolze Tradition: Keine andere Business School hat so viele Nobelpreisträger unter ihren Dozenten. Ihren neuesten Coup landete die Booth School vor kurzem, als sie Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber als Hochschullehrer verpflichtete. Das Weber ausgerechnet nach Chicago ging, kommt nicht von ungefähr: Neben Wharton gilt die Booth School als Mekka für Finance-Experten. Auch Commerzbank- Chef Martin Blessing gehört zu den Absolventen. Das Einzige, das in Chicago keine Tradition besitzt, ist der Name der Schule, „Booth“. Alumnus David Booth spendete der Schule vor drei Jahren 300 Millionen US-Dollar. Die Schule verewigte ihn daraufhin in ihrem Namen.

Columbia Business School
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Columbia Business School

Gründungsjahr: 1916. Studenten: ca. 1500. Gebühren MBA: 79.900 Euro

Einen Steinwurf von der Wall Street, dem Finanz- und Wirtschaftszentrum der USA in New York, entfernt bildet die Columbia Business School die künftige Finanzelite aus. Anleger-Ikone Warren Buffett ist einer der bekanntesten Absolventen der Hochschule. Auch das Lehrangebot kann sich sehen lassen: Nobelpreisträger wie Joseph Stiglitz und Edmund Phelps unterrichten hier. Im zweiten Jahr können die Teilnehmer aus mehr als 100 Wahlpflichtkursen wählen.

Darden School of Business (Virginia)
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Darden School of Business (Virginia)

Gründungsjahr: 1954. Studenten: ca. 20.550 Gebühren MBA: 72.200 Euro

Darden spielt zwar nicht ganz in der absoluten Topliga wie Harvard oder Wharton, dennoch darf die Business School aus Virginia in der Liste der besten Schulen nicht fehlen. Dass die historischen Bauten der Universitätsstadt Charlottesville von außen einen eher beschaulichen Eindruck machen, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Darden hochmodern ausgestattet ist. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten besitzt Darden keinen Finance- oder High-Tech- Schwerpunkt, bietet dafür eine breit angelegte Management-Ausbildung, die Karrieren in vielen Branchen ermöglicht. Ihren Namen hat die Schule von Colgate Whitehead Darden, Jr., einem ehemaligen demokratischen Kongressabgeordneten und Gouverneur des Bundesstaates Virginia.

Fuqua School of Business (Duke)
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Fuqua School of Business (Duke)

Gründungsjahr: 1970. Studenten: ca. 1340 Gebühren. MBA: 70.800 Euro

Fuqua ist der Newcomer unter den führenden amerikanischen Business Schools. In rasantem Tempo hat sich die junge Hochschule zu einer globalen Managementschule gemausert. Der neue Ansatz heißt Standorte auf der ganzen Welt. MBA-Studenten können wählen, ob sie außer in North Carolina in London, Dubai, NeuDelhi, St. Petersburg oder Schanghai studieren wollen. Sie haben außerdem die Wahl zwischen einem Dutzend Spezialisierungen, darunter Energie und Umwelt sowie soziales Unternehmertum. Obwohl sie recht jung ist, kann die Schule eine Reihe erfolgreicher Alumni vorweisen: 1988 machte der neue Apple-Boss Tim Cooks hier seinen MBA, ein Jahr zuvor schloss Melinda Gates ihr Studium in North Carolina ab.

Haas School of Business (Berkeley)
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Haas School of Business (Berkeley)

Gründungsjahr: 1898. Studenten: ca. 2340. Gebühren MBA: 70.823 Euro

Durch ihre engen Kontakte zu den Technologieunternehmen im Silicon Valley zieht die Haas School kreativen Nachwuchs aus aller Welt an. Der Fokus auf Erfindungsreichtum zeigt sich auch im Curriculum: Schulleiter Richard Lyons setzt auf ein Konzept, das besonders innovative Führungskräfte hervorbringen soll und hat den Lehrplan um mehrere neue Kurse ergänzt. Wer einen der MBA-Plätze bekommt, steht in einer Reihe mit Absolventen wie Intel-Chef Paul Otellini.

Harvard Business School
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Harvard Business School

Gründungsjahr: 1908. Studenten: ca. 1900. Gebühren MBA: 77.700 Euro.

Sie ist der Inbegriff der Managerausbildung weltweit: Die Bostoner Elitehochschule ist mit ihrer Fallstudien-Pädagogik das Vorbild schlechthin. Gut 350 praxisnahe Fallstudien entwickeln die Dozenten jedes Jahr, 80 Prozent der Fälle die weltweit gelöst werden, stammen nach eigenen Angaben aus Harvard. Auch wenn der Ruf ungebrochen ist - den Titel als beste Business School der Welt können die Amerikaner nicht mehr beanspruchen. In den maßgeblichen Rankings sind Konkurrenten vorbeigezogen. Die Absolventenliste liest sich wie das Who is Who Amerikas, der Fokus liegt auch auf den USA: Ex-Präsident Georg W. Bush jun., Ex-Finanzminister Henry Paulson und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sind nur drei Namen.

Eine international gültige Definition gibt es allerdings nicht, mittlerweile existieren viele Programme, die mit einem MBA abschließen, aber so spezialisiert sind, dass sie mit dem generalistischen Ansatz nicht mehr viel gemein haben. Eigentlich soll der MBA all jenen das Rüstzeug fürs Management mit auf den Weg geben, die nicht Wirtschaft studiert haben – Ingenieure, Mediziner, Juristen oder Sozialwissenschaftler zum Beispiel. Der Deutsche Henrik Schöpfer, der seinen MBA an der Ceibs in Schanghai gemacht hat, hatte sogar einen erfahrenen Kapitän, der viele Jahre zur See gefahren ist, in seinem Kurs.

Genau das ist die Idee des MBA: Die Studenten lernen von den Erfahrungen und Herangehensweisen der Mitstudenten, daher ist es so wichtig, dass verschiedene Nationalitäten, Kulturen und Studienabschlüsse im Programm aufeinandertreffen. Dennoch haben selbst an den besten Business-Schools der Welt etwa ein Fünftel der Studenten ihren ersten Hochschulabschluss in Betriebswirtschaftslehre gemacht.

Der MBA ist noch immer die Eintrittskarte in die Top-Etagen der Wirtschaft – und das weltweit. Nur gibt es heute geschätzt mehr als 10 000 Programme, von der ersten Liga, zu denen Business Schools wie Harvard, Wharton, London Business School, Insead oder Ceibs gehören bis hin zu Lokalpatrioten, deren Studiengänge nicht bei weitem das Niveau haben und die Versprechungen auch nicht halten können. Allein die drei Buchstaben im Lebenslauf sagen also gar nichts, entscheidend ist, welche Hochschule sie verliehen hat.

Business Schools in Asien holen rasant auf
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8 Kommentare zu "Karriere-Turbo: Mythos MBA - was ist dran?"

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  • Was lernt man denn in den paar Monaten beim MBA was man sich nicht auch selbst aneignen kann ? Viel kann es nicht sein. Der einzige Vorteil dürfte vielleicht die Eintrittskarte in den beruf sein (falls der Personaler so dumm ist und darauf reinfällt)
    Der MBA wird masslos überschätzt.

  • All things are free in america,... all things can be in america ! Wenn Sie wuessten !

  • Das wird ja bis heute falsch übersetzt:
    MBA.
    Masters of business artists (made by Universes Artists)

  • Schöne neue Welt; Früher war man Kaufmann heute MBA - Meister der Geschäftsverwaltung: Der Name ist Programm! Und so verhalten sich auch diejenigen mit einem solchen Abschluß. Unternehmer sind das keine, sondern Funktionäre - allenfalls Unternehmenskiller, die im besten Fall viel gelesen haben. Die Unternehmer sind diejenigen, denen man es nicht zutraut: die Handwerker, Handwerksmeister und wirklichen Kaufleute, die nicht angeben, sondern anpacken und was unternehmen. Die nicht auf einen Funktionärsplatz warten, sondern Arbeitsplätze schaffen! Nur: diejenigen, die darüber berichten sind ebenfalls Schulbuben, die das natürlich gfanz toll finden.

  • Gogglen Sie doch einfach! Sie könnten dann, wenn sie gerade schon dabei sind, den einen oder anderen Doktortitel dazu nehmen, und sich ebenfalls in den Adelsstand adoptieren lassen!! Geld regelt das schon.

    Schöne bunte Wlt...

  • @aruba:

    Wo denn?

  • Vergleichbarkeit der Abschlüsse war das Ziel der Renovierung der Studiengänge mit aufgabe des Dipl.-Ing. und Hinwendung zum MBA/BA-Studiengängen.

    Das Gegenteil ist der Fall. Beim MBA/BA zählt der Abschluß alleine kaum. Auf die Hochschule kommt es an. So machen das die Amis. Das Marketing der Hochschulen macht den unterschied. Ein Abschluß in der Kreishauptstadt und einer in Harvard sind eben nicht vergleichbar - und sollen es auch garnicht sein.

    Warum unsere Politiker die Sektierunmg unserer Bildungslandschaft zulassen ist nicht einsehbar. Chancengleichheit und die Leistungsfähigkeit des Landes werden sinken.

  • Guten Tag,... Das Ding kann mann kaufen,.... Kostet ungefaehr 10.000.- US $. Ist dann aber besser als der Wisch von Guttenberg. Besten Dank

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