Kommunikation im Büro Wie Sie Feedback geben - und Konflikte vermeiden

Wir freuen uns über Lob und ärgern uns, wenn über unsere Arbeit gemeckert wird. Täglich bekommen wir eine Menge Rückmeldungen, viele davon haben Konfliktpotenzial. Welche Regeln Sie beim Feedback beachten sollten.
  • Britta Mersch
8 Kommentare
In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung. Quelle: CAEPSELE

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung.

(Foto: CAEPSELE)

KölnStellen Sie sich vor, Sie teilen sich ein Büro mit einem Kollegen. Ab zehn Uhr klingelt sein Telefon ununterbrochen, die Gespräche dauern mindestens 20 Minuten. Und weil er oft mit Vertriebsmitarbeitern telefoniert, die mit dem Handy unterwegs sind, brüllt er laut ins Telefon. Wenigstens gegen Abend hätten Sie gerne Ihre Ruhe. Aber da führt der Kollege Privatgespräche mit seiner Frau.

Dieser Kollege geht Ihnen also ordentlich auf die Nerven – und Sie sind kurz davor, ihm mal gehörig die Meinung zu sagen. Was bildet der sich ein, dass er Ihnen so in Ihre Arbeitsroutine reinpfuscht? Sie werden immer wütender. Regen sich inzwischen schon darüber auf, wie er am Telefon seinen Namen sagt. Und irgendwann platzt es aus Ihnen heraus:

Sag mal: Musst du eigentlich immer so rumschreien, wenn du mit jemandem telefonierst? Das geht mir so was von auf die Nerven. Wer Ahnung von moderner Telekommunikation hat, sollte inzwischen wissen, dass das gar nichts bringt. Also entweder, du hörst damit auf. Oder ich bitte unseren Abteilungsleiter, dass ich ein anderes Büro bekomme.“

Im ersten Moment mögen Sie sich erstmal gut fühlen. Endlich haben Sie Ihrem Ärger mal Luft gemacht! Allerdings werden Sie jetzt einen recht irritierten Kollegen vor sich sehen. Der gar nicht verstehen kann, wieso Sie – obwohl Sie doch immer so freundlich waren – plötzlich so ausflippen.

Die Kommunikationstrainerin Gudrun Fey von Study & Train in Stuttgart kennt das Phänomen. Situationen wie diese spielen sich täglich in Büros in ganz Deutschland ab: „Viele tun sich schwer damit, Kollegen angemessen Feedback zu geben“, sagt Gudrun Fey. „Manche trauen sich sehr lange nicht, ihren Kollegen zu sagen, wenn sie etwas stört. Und explodieren dann am Ende regelrecht.“

In Seminaren übt Gudrun Fey mit Berufstätigen, wie im Büro eine gute Kommunikation funktionieren kann. Die Kunst ist, mit Konfliktsituationen souverän umzugehen und emotionale Ausbrüche zu vermeiden: „Wichtig ist, dass die Argumente auf der Sachebene bleiben.“

Für komplizierte Gespräche schlägt Gudrun Fey deshalb ein Mehrstufenmodell vor, damit Konflikte nicht eskalieren: Das Gespräch immer mit einem angemessenen Einstiegssatz eröffnen: „Gut, dass ich dich gerade treffe. Mir geht etwas durch den Kopf, das ich gerne mit dir besprechen würde.“

Den Sachverhalt ohne Wertungen erläutern. Statt „Du unterbrichst mich immer. Das gefällt mir nicht“ eine neutralere Formulierung wählen: „Mir ist aufgefallen, dass du mich in der letzten Besprechung dreimal unterbrochen hast.“

Danach sollte eine Ich-Botschaft folgen: „Das stört mich.“ Oder: „Das untergräbt meine Autorität.“

Was dann folgt, ist der Wunsch, wie sich die Situation ändern könnte: „Ich bitte dich, mich nicht zu unterbrechen, wenn ich gerade spreche. Du kannst deine Einwände danach gerne äußern.“

Und am Ende mit einer Frage enden: „Wäre das für dich okay?“

Vor allem geht es also darum, den anderen nicht frontal angreifen. Sondern ihm wertschätzend und respektvoll gegenüberzutreten – und so Spielraum für Lösungsmöglichkeiten zu schaffen. Für den Kollegen mit der lauten Stimme am Telefon würde eine angemessene Äußerung der Kritik also so aussehen:

„Ich arbeite gerne mit dir zusammen. Allerdings fällt mir auf, dass du gerne laut telefonierst. Und das stört mich in meiner Konzentration. Ich möchte dich deshalb bitten, dass du aus dem Zimmer gehst, wenn du ein längeres Telefonat führst. Wäre das für dich in Ordnung?“

Was, wenn die Person pampig reagiert? „Nee, das ist für mich absolut nicht okay. Das ist mein Arbeitsplatz und ich möchte machen können, was ich möchte.“

Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, den Ball weiterzugeben: „Was schlägst du denn vor, wie wir das Problem lösen?

Negative Kritik passend verarbeiten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

8 Kommentare zu "Kommunikation im Büro: Wie Sie Feedback geben - und Konflikte vermeiden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • .
    Und ich hoffe doch nicht,
    daß Jemand geglaubt hat daß ich mich für mein tun in diesem Land jemals mehr verteidigen werde. Als Türke hat und wird es niemals einen Sinn haben sich hier zu verteidigen.

    Telefonie???
    Hahaaaa!!!
    Macht euch nicht lächerlich.
    .

  • .
    Und ich hoffe doch nicht,
    daß Jemand geglaubt hat daß ich mich für mein tun in diesem jemals mehr verteidigen werde. Als Türke hat und wird es niemals einen Sinn haben sich hier zu verteidigen.

    Telefonie???
    Hahaaaa!!!
    Macht euch nicht lächerlich.
    .


  • .
    Meint einer daß sich auf HB auch nur ein Häupling zu Wort meldet ?
    Wie zitierte mein Vorkommentator so schön:

    "Es ist besser seine Inkompetenz durch Schweigen vermuten lassen, als diese durch Reden zu bestätigen."



    Vielleicht sollte man dise Aussage noch um folgenden Passus erweitern:

    Es ist besser seine Inkompetenz und Unproduktivität durch Schweigen vermuten lassen, als diese durch Reden zu bestätigen.
    .

  • Mit Ihrem Kommentar haben Sie, meiner Meinung nach, offengelegt, das Sie wenig kritkfähig sind. Vieleicht sollten Sie Ihre Meinung erst einmal refektieren, anstatt Ihre Einstellung als die einzig Richtige und Ware darzustellen.

    Solche allgemeinen Darstellungen, wie Sie diese formuliert haben, sind wenig konstruktiv. Genau solche allgemeine Aussagen sind es, die Mitarbeiter an den Rand des Burn Out bringen, weil ihnen keine Möglichkeit gegeben wird, direkt auf einen konkreten Vorwurf, sich zu äussern. Mir ist durchaus bewusst, das nicht alles Friede, Freude Eierkuchen in der Arbeitswelt ist. Dennoch sollte man seinen Kollegen gegenüber, in den meisten Fällen nicht impulsiv und agressiv gegenüber treten, sondern seine Wortwahl bedenken und nicht mit allgemeinen Äusserungen plattwalzen. Somit ist dieser Artikel eine Möglichkeit, sich in der Arbeitswelt besser zurecht zu finden.

    Wie heist es so schön: Es ist besser seine Inkompetenz durch Schweigen vermuten lassen, als diese durch Reden zu bestätigen.

    Vielen Dank.

  • .
    Die Führungebenen der Mutterunternehmen und der Regierenden im Land sind sich noch nicht mal einig, wie soll es also weiter unten harmonisch zugehen ?

    Was ein Land, hier kommen wohl auf 5 Häuptlinge ein Indianer kommen.


    Und dann wird dem Indianer vorgerechnet,
    sie sind zu teuer, sie verdienen nicht genug (für alle).



    Da kann ich nur sagen, stimmt, im Moment verdiene ich noch viel weniger,

    Hähä.
    .

  • .
    Das Problem in eurer Wirtschaft ist nicht nur das Feedback.
    Das Problem ist die Anzahl der Häuptlinge, die in hiesiger Wirtscchaft von betriebsintern outgesourceden und nicht outgesourceden Unternehmensteilen die Indianer mittlerweile überwiegen.

    Zum Größtenteil sind sich die Führungebenen des Mutterunternehmens und der Tochter nicht einig.
    Und dann wollen sie auch noch zum Teil ihre besser ausgebildeten unterzähligen Indianer unterweisen?
    Ich lach mich tot.
    .

  • Guten Tag,... Sagen Sie mal..... Haben Sie jemals gearbeitet;.... oder nur von Anderen gehoert dass es sowas irgendwo gibt ? Draussen ist Jeder gegen Jeden und Gott gegen Alle. Verschonen Sie uns mit diesem idiotischen Geschreibsel. Ich habe ueber 35 Jahre an vorderster Front und sogar relativ oben gearbeitet;... aber den Schwachsinn den Sie von sich geben ist das Papier nicht wert auf den es gekritzelt wurde. Lassen Sie sich umschulen,...oder werden Sie Banker... dort kommt solcher Bloedsinn gut an. Besten Dank

  • Guten Tag,... Sagen Sie mal..... Haben Sie jemals gearbeitet;.... oder nur von Anderen gehoert dass es sowas irgendwo gibt ? Draussen ist Jeder gegen Jeden und Gott gegen Alle. Verschonen Sie uns mit diesem idiotischen Geschreibsel. Ich habe ueber 35 Jahre an vorderster Front und sogar relativ oben gearbeitet;... aber den Schwachsinn den Sie von sich geben ist das Papier nicht wert auf den es gekritzelt wurde. Lassen Sie sich umschulen,...oder werden Sie Banker... dort kommt solcher Bloedsinn gut an. Besten Dank

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%