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Manager im Sog der Sucht „Eigentlich sind das die richtig armen Schweine“

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Berauscht im Chefsessel
43 Prozent der Erwerbstätigen sind überzeugt, dass ihr Arbeitsstress in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. 19 Prozent fühlen sich überfordert. Quelle: dpa

43 Prozent der Erwerbstätigen sind überzeugt, dass ihr Arbeitsstress in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. 19 Prozent fühlen sich überfordert.

(Foto: dpa)

Meistens fängt es irgendwie harmlos an, weiß Volker Kollenbaum, Chefarzt der privaten Nexus-Klinik in Baden-Baden. „Die ständige Alarmbereitschaft und die Verpflichtung, auch unter schwierigen Bedingungen wie Zeitdruck oder unvollständiger Information weitreichende Entscheidungen treffen zu müssen, stärkt das Bedürfnis, sich zu entspannen und sich etwas Gutes zu tun.“

Alkohol, Tabletten oder Drogen sind dann häufig ein Therapeutikum, um Spannungen und Frustrationen besser auszuhalten. Oder um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern, denn wer berauscht ist, fühlt sich stark und sicher. Das Fatale daran: Der menschliche Körper ist sehr anpassungsfähig und braucht bei regelmäßigem Konsum immer mehr, um die Sucht zu befriedigen. Und aus immer mehr wird schnell zu viel.

Was die Situation komplizierter und gefährlicher macht ist die Tatsache, dass Entscheider ihre Sucht oft lange verheimlichen. Schuld daran ist ein Glaubenssatz, der vielen Managern gemein ist: „Ich kann das alles alleine lösen und bin unabhängig von allen anderen“, berichtet Götz Mundle. Dazu kommt, dass die Erkrankung von den Untergebenen gedeckt wird. „Wer traut sich schon, seinem Chef zu sagen: Du trinkst!“ So wird das Tabu zementiert.

Bis sich also jemand überhaupt nach Hilfsmöglichkeiten umschaut, dreht sich die Krankheitsspirale weiter und tiefer. In schweren Fällen helfen dann nur noch Entzug und Therapie in einer Spezialklinik. Auch hier sind Scham und Angst wieder ein großes Thema. „Es muss zwar nicht, kann aber für eine Firma tödlich sein, wenn öffentlich bekannt würde, dass eine der zentralen Leitungspersonen in einer Suchtklinik ist“, berichtet Nexus-Chefarzt Volker Kollenbaum. „Und wenn jemand bekannt ist in Funk und Fernsehen, hat er auch das Problem, dass die Mitpatienten ihn erkennen könnten“, erzählt Mundle. Die Lösung: Wer solvent ist, zieht es vor, sich auf eigene Kosten im Ausland behandeln zu lassen oder begibt sich unter Pseudonym in eine Privatklinik. Eine Diskretion, die ihren Preis hat – Tagessatz 300 bis 400 Euro.

Patient Chef
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27 Kommentare zu "Manager im Sog der Sucht: „Eigentlich sind das die richtig armen Schweine“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ganz großes Kino, wie hier kollektiv auf "Manager" draufgehauen wird. Doch was sind Manager eigentlich? Leute, die keine operative Tätigkeit ausüben sondern lediglich den Overhead, die Organisation Kommunikation usw. regeln. Damit die Belegschaft in Ruhe arbeiten kann. Sind das automatisch schleche Menschen? Bin ich als Manager ein schlechter Mensch? Nö - ich habe lediglich mein Schicksal in die Hand genommen, mich weitergebildet und mich weiterentwickelt. Management an sich kann man sehr schlecht, kann man aber sehr gut machen. Meist sind unfähige Manager in der Position wo sie sind, weil alle Anderen sich blenden lassen und sie nicht die eigentliche fachliche Qualifikation hinterfragen / probieren. Thema Oberflächlichkeit. Ist das die gleiche Oberflächlichkeit, die viele dazu verleitet, eine gesamte Berufsgruppe zu verteufeln?
    Was mich persönlich interessieren würde: Ein Querschnitt durch die Bevölkerungsgruppen der jeweiligen Suchtarten. Ich denke doch, dass sich für jede Drogen-Sucht eigene "Zielgruppen" herausfinden lassen.

  • Die wirklich armesligen Penner sind unfähige "Business-School" - "Gesellen-Meister". Ich habe noch nie so viel Schwachsinn gehört wie von "Wirtschafstwissenschaftlern".

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • OK! Aber es bleibt der Grundsatz !

    Trinke ich die Flasche aus, oder trinkt die Flasche mich aus !

    Jeder kann sich entscheiden, zwischen am Riemen reissen oder an der Flasche reissen

  • "Dort, wo Leistungsdruck, Konkurrenz und Tempo den Takt vorgeben, wo sich die Top-Manager im Hamsterrad die Pfoten wund laufen."

    Entschuldigung, aber mein Mitleid hält sich in Grenzen. Diese Menschen haben sich diesen Weg ausgesucht, um entweder mehr Geld oder mehr Macht oder eben beides zu haben. Um dies zu erreichen lassen sie oft skrupellos andere auf der Strecke. Und die sollen ihm dann wieder helfen? Wozu? Für den nächsten Tritt, wenn derjenige sich wieder erholt hat?
    Der Druck kommt nicht plötzlich von heute auf morgen, der baut sich mit jedem Aufstieg weiter auf. Wenn man seine Grenzen erreicht hat, sollte man eben aufhören und denjenigen den Vortritt lassen, die damit umgehen können.
    Bevor man den Schritt nach oben wagt, sollte man sich entscheiden. Man arbeitet um zu leben oder man lebt um zu arbeiten.

    Das ist wie mit einigen Fußballern. Sie wollen Stars/Helden sein, richtig viel Geld verdienen und kommen dann mit dem Erwartungsdruck nicht klar. Kein Mitleid. Sie müssen ja nicht. Sie haben ja die Wahl, einer anderen Arbeit nachzugehen.

  • Manche Manager können Ihre Betrügereien ebend nur im Suff ertragen!

  • Zu diesem Beitrag möchte ich einen Hinweis auf einen Bericht geben, der für Betroffene einen Weg aufzeigt, bei dem mit einer hohen Erfolgsquote zu rechnen ist. www.alternativtherapie.org/2013/01/11/den-alkohol-einfach-und-erfolgreich-besiegen-wie-geht-das
    Es bleibt jedem viel Erfolg zu wünschen, der in diesem Teufelskreis gefangen ist.

  • @wolfsfreund :-)

    "auch zu Zeiten, wo die Hühner noch oder schon schlafen"

    Hühnchenfilme: z.B.
    http://www.youtube.com/watch?v=zGHuQWlCdQg&list=ULWNRoBl8cu1E

  • Und was wollen Sie uns nun damit sagen ?

    Das wir mehr Mitleid haben sollten ??

    Sorry, aber es gibt positiven und negativen Stress.
    Der positive Stress ist wenn man wirklich davon überzeugt ist etwas Gutes, Sinnvolles zu tun.

    Aber wenn man sich (nur ein Beispiel) jeden Tag selber einreden muss, dass es wichtig + richtig ist die Menschen davon zu überzeugen, dass sie ihren noch funktionierenden PC unbedingt durch ein neues Modell, natürlich der eigenen Firma, ersetzen müssen dann entsteht eben negativer Stress ...

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