Managergehälter Ach du dicker Kater!

Das Jahr 2016 ist noch jung. Doch die wenigen Tage reichen aus, um den britischen Topverdienern bereits mehr in die Kasse zu spülen als der Durchschnittsverdiener im ganzen Jahr verdient. Das rechnet eine Lobbygruppe vor.
Als „dicke Katzen“ bezeichnen Briten die Topverdiener unter den Managern. Doch Kritiker warnen vor einer Neidkultur. Quelle: dpa
Fat Cat

Als „dicke Katzen“ bezeichnen Briten die Topverdiener unter den Managern. Doch Kritiker warnen vor einer Neidkultur.

(Foto: dpa)

LondonDer Titel ist alles andere als schmeichelhaft. Als „fat cat“, als fette Katzen bezeichnen die Briten Manager, die kräftig absahnen. Doch der Schmerz über diese Schmähung dürfte bei vielen Spitzenmanagern deutlich gelindert werden, wenn sie einen Blick auf ihre Gehaltsabrechnung werfen. Das neue Jahr 2016 hat noch kaum begonnen, da sind die Topverdiener in Großbritannien bereits den Rest des Landes uneinholbar enteilt – zumindest, wenn man der Studie einer britischen Lobbygruppe Glauben schenkt. Danach schlägt bereits an diesem Dienstag der sogenannte „Fat Cat Day“, wie die Lobbygruppe High Pay Centre vorrechnet.

Braver fetter Kater. Die Top-Bosse in Großbritannien haben demnach bereits am Ende des Arbeitstages am Dienstag mehr Gehalt bekommen als der britische Durchschnittsverdiener im Laufe des gesamten Jahres verdient.

Die Gruppe macht dabei eine einfache Rechnung auf: Der Chef eines Unternehmens im britischen Börsenindex FTSE-100 verdient laut Kalkulation von High Pay Centre rund 4,96 Millionen Pfund pro Jahr und arbeitet durchschnittlich 12 Stunden pro Tag, inklusive drei von vier Wochenenden. Legt man einen umgerechneten Stundenlohn von 1.260 Pfund zu Grunde, braucht es also lediglich 22 Stunden Arbeit eines britischen Topverdieners um bereits das jährliche Durchschnittseinkommen eines vollzeitbeschäftigten Briten von 27.645 Pfund zu toppen.

Diese Tech-Ikonen verschenken ihre Milliarden
Mark Zuckerberg
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Die Geburt seiner Tochter hat den Facebook-Gründer dazu inspiriert, 99 Prozent seiner Facebook-Aktien zu spenden. Der 31-Jährige und seine Ehefrau Priscilla Chan kündigten in einem langen Brief an ihre Tochter Max an, sie wollten das Vermögen von aktuell rund 45 Milliarden Dollar für die Lösung dringender Probleme auf der Welt ausgeben. Im Fokus der „Chan Zuckerberg Initiative“ sollen zunächst unter anderem Bildung und der Kampf gegen Krankheiten stehen, sowie das Ziel, „Menschen zu verbinden“. Zuckerberg hält gut 420 Millionen Aktien des weltgrößten Online-Netzwerks, sie machen fast sein gesamtes Vermögen aus. Doch er ist mit dieser Initiative nicht der Einzige in der Tech-Welt.

Sheryl Sandberg
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Die mächtigste Frau in Zuckerbergs Konzern ist ebenfalls dabei: Die Topmanagerin und ihr mittlerweile verstorbener Mann Dave Goldberg schlossen sich 2014 der Initiative „The Giving Pledge“ an. Die beiden verpflichteten sich, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu Lebzeiten oder nach ihrem Tode für wohltätige Zwecke zu spenden. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt Sandbergs Vermögen auf rund 950 Millionen Dollar (690 Millionen Euro). Ihr Geld steckt vor allem in Facebook-Aktien.

Dustin Moskovitz
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Auch ihn machte Facebook reich: Moskovitz war einst der jüngste Self-Made-Milliardär der Geschichte. Der dritte Angestellte in der Geschichte von Facebook hat sich im Rahmen von „The Giving Pledge“ verpflichtet, mindestens die Hälfte seines Vermögens zu spenden. Gemeinsam mit seiner Frau Cari Tuna finanziert und leitet er die wohltätige Stiftung „Good Ventures“.

Bill Gates
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Er ist der Vorreiter in Sachen Wohltätigkeit. Der Microsoft-Gründer rief 2010 gemeinsam mit Warren Buffett „The Giving Pledge“ ins Leben. Bereits mehr als 180 superreiche Familien beteiligen sich daran. Mit der rund 29 Milliarden Dollar schweren „Bill & Melinda Gates Foundation“ kämpft er unter andrem gegen Kinderlähmung und Malaria.

Paul Allen
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Gates' früherer Geschäftspartner, mit dem zusammen er den Software-Riesen Microsoft gründete, beteiligt sich auch an „The Giving Pledge“. Der Großteil seines rund 17 Milliarden Dollar fassenden Vermögens soll in seine Familienstiftung und in wissenschaftliche Forschung fließen.

Tim Cook
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Auch der Apple-Chef will sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke spenden. Zuvor werde er allerdings noch die College-Ausbildung seines heute zehnjährigen Neffen finanzieren. Durch die Auszahlung von Optionen könnte es sich bei seiner Spende mit der Zeit um eine Summe im Milliarden-Bereich handeln.

Richard Branson
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Der Brite zählt ebenfalls zu den „Giving Pledge“-Unterzeichnern. Der Unternehmer ist für seine Firmengruppe „Virgin“ bekannt, die unter anderem auch in ausgefallene Projekte wie private Raumfahrt investiert. „Dinge bringen kein Glück. Familie, Freunde, Gesundheit und die Zufriedenheit, einen positiven Unterschied gemacht zu haben, ist das, was wirklich zählt“ schrieb er 2013.

Für die Lobbygruppe High Pay Centre, die seit Jahren gegen die hohe Vergütung von Spitzenmanagern wettert, ist die Kalkulation nicht nur eine simple Rechenaufgabe, sondern ein Fanal. Denn für die Organisation ist es ein klares Zeichen dafür, dass sich das Gehaltsgefälle zwischen den normalen Beschäftigten und den Topmanagern an der Spitze immer mehr vergrößert. „Die Zahlen lassen die Zweifel an den Bemühungen der britischen Regierung wachsen, die Entwicklung der Spitzengehälter zu zügeln“, kritisierte der Direktor der Lobbygruppe, Stefan Stern, im britischen TV-Sender BBC. Zudem nage solche Überbezahlung auch am Vertrauen an der britischen Wirtschaft generell.

„Gefuchtel einer Stammtisch-Ökonomie“
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