Managermotivation So machen Sie Ihre Führungskräfte fit

Wer im mittleren Management arbeitet, ist Bindeglied zwischen Chef und Mitarbeitern. Viele dieser Führungskräfte sind damit überfordert, weil sie keine Unterstützung von oben bekommen. Wie Unternehmen das ändern können.
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Auch das mittlere Management will gefördert sein. Quelle: Imago
Miteinander in der Führung

Auch das mittlere Management will gefördert sein.

(Foto: Imago)

Wer vom normalen Mitarbeiter zur Führungskraft befördert wird, sieht sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: statt einfach vor sich hin zu arbeiten, heißt es auf einmal Strategie und Veränderungen umsetzen und gleichzeitig Engagement und Motivation der Beschäftigten erhöhen. Dass sich viele damit überfordert fühlen und die Rolle des Bindeglieds zwischen Top-Management und normalen Angestellten zunächst als unangenehm empfinden, ist nachvollziehbar.

Das ließe sich aber ändern, wenn diese mittleren Manager nach ihrer Beförderung nicht mit den neuen Aufgaben allein gelassen würden. Eine Analyse der Unternehmensberatung Hay Group kommt zu dem Ergebnis, dass die Probleme vor allem auf eine falsche Kommunikation zurückzuführen sind.

Die Lieblingsarbeitgeber der Manager
8. Platz: Lufthansa und Google
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Trotz der Probleme bei der Lufthansa ist die Airline ein beliebter Arbeitgeber, sie liegt gleichauf mit dem Internetkonzern Google. Das geht aus der Studie „Arbeitgeberattraktivität für Führungskräfte 2015“ hervor, für die 300 Führungskräfte quer durch alle Branchen befragt wurden. Als wichtigste Kriterien für den Wunscharbeitgeber wurden in der Studie mit 36 Prozent ein attraktives Gehalt und Sozialleistungen genannt.

7. Platz: Porsche, BASF, Bosch
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Ein Porsche 911 GT3 wird auf dem Genfer Autosalon präsentiert: Die Führungskräfte setzen insbesondere auf Arbeitsplatzsicherheit (32 Prozent). Danach erst achten die Manager auf eine interessante Aufgabenstellung (26 Prozent) und Aufstiegschancen (22 Prozent).

6. Platz: Apple
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Apple hat mit iPhone und iPad Geräte gestaltet, die ganze Branchen verändert haben. Tatsächlich fallen auch für 20 Prozent der Führungskräfte attraktive Produkte ins Gewicht. Deutsche Manager achten außerdem auf eine gute Work-Life-Balance (21 Prozent) – wobei der iPhone-Hersteller diese nicht unbedingt bieten kann.

5. Platz: Audi
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Auf dem 5. Platz steht die VW-Tochter Audi. Der Studie zufolge ist das kein Wunder: „Die Automobilbranche steht wirtschaftlich sehr gut da. Die Bezahlung ist attraktiv und die Aufstiegsmöglichkeiten in den großen Unternehmen sind vielfältig“, kommentiert Michael Faller, Geschäftsführer der Baumann Unternehmensberatung, die das Ranking in Auftrag gab.

4. Platz: Siemens
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Deutsche Traditionsfirmen stehen gegenüber den neuen Stars der IT- und Internetbranche gut da und sind für Führungskräfte weiterhin attraktiv – so auch Siemens.

3. Platz: Volkswagen
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Noch besser als die Premiumtochter Audi steht der Mutterkonzern Volkswagen da, die Führungskräfte wählten ihn auf den 3. Platz. „Sicherheit und ein hohes Gehalt werden mit zunehmender Hierarchiestufe wichtiger. Und diese Vorzüge werden häufig vor allem den großen Traditionsunternehmen zugeschrieben“, beobachtet Faller auch bei seiner Tätigkeit als Personalberater.

2. Platz: BMW
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BMW ist der zweitbeliebteste Arbeitgeber. Aber auch wenn die Autohersteller die Top Ten dominieren zeigen sich die Führungskräfte insgesamt von der Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens eher unbeeindruckt.

„Top-Manager schaffen häufig nicht die Voraussetzungen für Mittelmanager, um erfolgreich sein zu können. Sie informieren sie nicht über den strategischen Kurs des Unternehmens, suchen zu selten den direkten Austausch, und unterstützen sie kaum“, sagt Holger Winzer, Leadership-Experte der Hay Group. Der Befehl „es muss gespart werden“, hilft weder Manager noch Angestelltem. Wird dagegen klar formuliert, was konkret getan werden muss und warum, kann sich das Top-Management sicher sein, dass die Botschaft bei allen Adressaten ankommt.

Mit einer solchen breiter gefassten Kommunikation erreichen Unternehmen ihre Führungskräfte auf der mittleren Ebene besser und direkter, weil sie Bereiche im menschlichen Gehirn aktiviert, die für Emotionen zuständig sind. Denn genau dort, im limbischen System, entscheidet sich, ob jemand aktiv wird und beispielsweise eine Unternehmensstrategie auch mit voller Überzeugung umsetzt. Wer seine Mittelmanager überzeugen und motivieren möchte, muss deshalb vor allem ihre Herzen gewinnen.

Darüber hinaus ist es für Unternehmen unerlässlich, Mittelmanagern ihre Rolle im Unternehmen anschaulich zu erklären. Wer die Ziele des Unternehmens kennt und weiß, was er selbst zum Erreichen beitragen kann, ist selbst motivierter und arbeitet effektiver. Führungskräfte können auf diese Weise auch die strategischen Vorgaben besser an ihre Mitarbeiter weitergeben. „Nur darauf zu warten, dass jemand mit seiner Rolle wächst, ist keine echte Option für ein modernes Unternehmen“, sagt Winzer.

Wie Chefs ihre Mitarbeiter motivieren können
10. Büromöbel
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Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter unter anderem mit Investitionen in moderne Bürowelten begeistern. 25 Prozent der Arbeitnehmer ließen sich durch zeitgemäßes, ergonomisches Design motivieren – vier Prozent mehr als 2014.

9. Pflanzen im Büro
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Pflanzen heben die Stimmung und die Qualität des Raumklimas. 27 Prozent der Befragten können besser arbeiten, wenn Blumen im Büro stehen (2014: 26 Prozent).

8. Guter Kaffee
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Wer hätte das gedacht? Für 28 Prozent der Mitarbeiter fördert die Qualität des Kaffees die Motivation am Arbeitsplatz. Guter Kaffee ist damit erstmals in der Top Ten der Arbeitsmotivatoren vertreten (2014: 23 Prozent).

7. Betriebliche Gesundheitsförderung
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Die Sporttherapeutin und Gesundheitstrainerin Dorothee Marietta Dreßler vom TSV Schott leitet in einem Seminarraum der Schott AG in Mainz einen Rücken-Kurs. Vom Arbeitgeber bezahlte Präventionskurse und Beratung durch den Betriebsarzt werden von den Arbeitnehmern ebenfalls geschätzt. 31 Prozent gaben an, dass sie befreiter arbeiten, wenn sie wissen, dass ihr Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördert (2014: 38 Prozent).

6. Ansprechende Raumgestaltung
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Auch die Büroatmosphäre fördert das Engagement. 32 Prozent arbeiten aus eigener Sicht produktiver, wenn die Optik im Büro ansprechend ist (2014: 35 Prozent).

5. Teamarbeit
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33 Prozent haben mehr Spaß im Job, wenn sie in Gruppen arbeiten. „Die Arbeitnehmer schätzen zwar den Kontakt zu ihren Kollegen – doch ständige Meetings und Arbeitsgruppen empfinden zwei Drittel eher lästig als motivierend“, sagt Herwarth Brune, Geschäftsführer der ManpowerGroup Deutschland.

4. Kostenlose Getränke
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Sie kosten nicht viel und haben eine positive Wirkung: Kostenlose Getränke beflügeln jeden dritten Arbeitnehmer (33 Prozent) – ein Prozent mehr als bei der Vorjahresbefragung.

Ein weiterer Fehler, den viele Unternehmen begehen, sei es, nur in das Top-Management und in die allgemeine Belegschaft zu investieren. Coachings und Softwaretools gibt es für unten und oben - die Truppe in der Mitte muss sehen, wo sie bleibt. „Dabei kommt es gerade darauf an, eine Führungskraft am Anfang zu begleiten und in ihrer Entwicklung zu fördern. Denn wer die ersten Etappen in seiner Karriere als Entscheidungsträger meistert, der erhöht auch langfristig seine Flexibilität und Effektivität, um noch mehr Verantwortung im Unternehmen tragen zu können“, weiß Winzer.

Gerade, da das mittlere Management immer heterogenere und komplexere Teams führen muss, kann es nicht schaden, auch für diese Führungskräfte ein paar Euro in die Hand zu nehmen und sie zu unterstützen.

  • ked
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