Powerpoint-Todsünden Die zehn schlimmsten Fehler bei Präsentationen

Schlechte Präsentationen beruhen immer wieder auf denselben Kardinalfehlern. Was Präsentatoren auf jeden Fall vermeiden sollten. Und wie sie mit ihrem Vortrag garantiert jeden Zuhörer kriegen.
  • Nadja van Uelft
6 Kommentare
Wenn eine Präsentation nicht zum Langweiler werden soll, müssen Pannen unbedingt vermieden werden. Quelle: Imago
Zum Einschlafen

Wenn eine Präsentation nicht zum Langweiler werden soll, müssen Pannen unbedingt vermieden werden.

(Foto: Imago)

Weltweit werden täglich im Schnitt rund 30 Millionen Präsentationen gehalten. Wissen Sie auch, wie viele davon von Zuhörern beziehungsweise Zuschauern als schlecht, langweilig sowie als Zeitfresser bezeichnet werden? 90 Prozent. Das macht sage und schreibe 27 Millionen schlechte Präsentationen jeden Tag.

Man stelle sich nur vor, was das für Unternehmen bedeutet, das heißt, wie viel Geld dadurch versenkt wird. Präsentationen zu halten verschlingt viel Zeit und Geld, nicht nur Reisekosten, sondern vor allem wertvolle Arbeitszeit sowohl der Präsentatoren als auch des Publikums. Und schlechte Präsentationen kosten obendrein Nerven und gute Laune.

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Vielzahl der Präsentatoren absichtlich schlechte Vorträge hält. Aber wenn die im Folgenden aufgeführten Kardinalfehler der Präsentation ganz oder teilweise auf Sie zutreffen, zählen Sie leider zu den 90 Prozent grottenschlechten Präsentatoren. Hier lesen Sie aber auch, wie Sie besser präsentieren können.

1. Der Fehlstart

Mit abgedroschenen Sätzen wie „Heute halte ich eine Präsentation zum Thema X...“ oder mit einem übertriebenen Anfangssatz wie „Ich möchte Ihnen meine ausgesprochene Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie so zahlreich erschienen sind“ ist Ihr Fehlstart vorprogrammiert. Das kommt deshalb nicht besonders gut an, weil die meisten Leute im Publikum nicht freiwillig da sind, sondern mit dem Besuch der Präsentation eine (oft ungeliebte) Aufgabe auf ihrer To-do-Liste abhaken.

Tipp: Interesse wecken Sie beim Publikum nur, wenn Sie zu Beginn den Nutzen der Präsentation herausstellen.

2. Ablesen statt frei sprechen

Wenn Sie eine vorformulierte Präsentation Wort für Wort ablesen, geht das nicht nur zulasten Ihrer eigenen Aufmerksamkeit, sondern auch einer guten Rhetorik, weil Sie sich gar nicht darum bemühen. Die Wirkung auf die Zuhörer ist fatal, nämlich monoton und einschläfernd. Wenn in Ihrem Vortrag Sprechpausen, Füllwörter und Wortwiederholungen wegfallen, die jeder Mensch beim Sprechen in der Regel macht, verlieren Sie an Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit. Außerdem hat das monotone Ablesen Auswirkung auf Ihre Gestik. Sie wird automatisch steif und fest.

Tipp: Sprechen Sie frei, benutzen Sie gegebenenfalls Moderationskarten, wiederholen Sie Wichtiges und nutzen Sie Ihre Gestik.

Körpersprache vergessen und sich verstecken
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Powerpoint-Todsünden - Die zehn schlimmsten Fehler bei Präsentationen

6 Kommentare zu "Powerpoint-Todsünden: Die zehn schlimmsten Fehler bei Präsentationen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Genau so ist es. GEZ-Propaganda halt. Wer nicht konform ist, muss um seinen Job fürchten. Ich erinnere an Eva Hermann.

  • "Der schwerwiegendste Fehler, den man bei einer Präsentation begehen kann, ist in der Regel diese überhaupt zu halten."

    Exakt.

    "Frontunterricht", wo alle brav stillsitzen und sich was erzählen lassen mussten, war vor 100 Jahren.

    Gucken, Fragen, Ausprobieren, Machen, Rennen, Hinfallen, Wiederaufstehen, Nachdenken, Weitermachen, und vor allem: Reden, Reden, Reden ist es, was uns heute weiterbringt.

    Merke: Jede Art von Bewegung fördert das Denkvermögen. Stillsitzen nicht.

  • Powerpoint:

    die Kunst, 2Stunden an einer Präsentation zu arbeiten, die dann in 30min erklärt, was ich auch in 15min in einer Email hätte schreiben oder 10min den Kollegen in einem persönlichen Gespräch erklären können.

  • Aus jahrelanger, entmutigender Erfahrung in Sachen Präsentationen kann ich den Ausführungen des Artikels nur zustimmen. Der schwerwiegendste Fehler, den man bei einer Präsentation begehen kann, ist in der Regel diese überhaupt zu halten. Der zweite Fehler ist, diese schlecht zu halten. Sachdienliche Hinweise, wie man Fehler vermeidet und Aufmerksamkeit erzeugt werden aus Prinzip (und Unfähigkeit oder Arroganz) ignoriert. PowerPoint potenziert die Unzulänglichkeiten der Redner aber alle benutzen es. So gesehen, verdienen sie es nicht besser

  • Gestern in den Abendnachrichten:
    a) ZDF: eine beruhigend, aber auch motivierend begeistert, klingende Stimme vermeldet: "Die Flüchtlinge warten auf die Züge für ihre Reise in den WESTEN" und "Begeistert rufen die Flüchtlinge auf dem Bahnhofsplatz: Wir wollen weiterreisen!" (Obwohl jeder am Fernsehlautsprecher deutlich vernehmen kann, dass die Flüchtlinge im Chor laut und aufgebracht "GERMANY!!" skandieren.)
    b) ARD: eine sachlich klingende Stimme, vermeldet: "Die Flüchtlinge warten auf die Züge für ihre Reise nach DEUTSCHLAND" und "Draußen auf dem Bahnhofsplatz rufen die Flüchtlinge: GERMANY, also Deutschland!"
    Ein schönes Beispiel, wie eine (...) Redakteurin den deutschen Bürger manipuliert.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das ganze Drumherum einer Präsentation nach neuzeitlichem Verständnis mag zwar ganz interessant sein aber es hat mich im Geschäftsleben nur interessiert, dass Präsentationen möglichst kurz und sachbezogen vorgestellt wurden unter dem Motto : Zeit ist Geld und "in der Kürze liegt die Würze"
    Fazit : Ein eher schüchterner Angestellter, der mir eine brauchbare Präsentation kurz und sachbezogen vorstellte, war mir stets angenehmer als ein Blender, mit vielen unbrauchbaren Präsentationen, der aufgrund seiner Rhetorik besser als Vortragender auf der Kanzel einer Kirche aufgehoben gewesen wäre.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%