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Pendler
(Foto: Jörg Block für Handelsblatt)

Rollkoffer-Republik Deutschland Pendeln oder umziehen? Was besser für die Karriere ist – und die Gesundheit

Hier wohnen, dort arbeiten: Millionen Deutsche sind Berufspendler. Die Frage ist, ob sich das wirklich lohnt. Experten und Betroffene antworten.
2 Kommentare

Düsseldorf Es sind die Worte, bei denen müde Pendler schlagartig wach werden. „Dieser Zug verkehrt heute in umgekehrter Wagenreihung“, schallt es über den Duisburger Hauptbahnhof. Während viele Fahrgäste genervt aufschnaufen, nimmt Christa Stienen es gelassen, greift zum Rimowa-Koffer und eilt zu ihrem Wagen. Pünktlich um 7.07 Uhr fährt der Zug los.

Stienens Reise ist 198 Bahn- und neun Taxi-Kilometer lang. Fahrziel: die Zentrale von DB Schenker in Frankfurt. Bei dem Bahn-Logistikdienstleister ist die 52-Jährige seit Oktober Personalchefin. Sie übernachtet in ihrem Apartment in Frankfurt, ihren Hauptwohnsitz hat sie in Duisburg.

Eine weitere dritte Wohnung unterhält Stienen mit ihrem Mann in Berlin. Wann sie an Rhein, Main oder Spree ist, folgt dabei keiner Regel. Auch nicht, wie Stienen zwischen ihren Wohnsitzen hin- und herpendelt: Bahn, Auto, Dienstwagen. „Alles eine Frage der Organisation“, sagt die Managerin. „Aber klar, man muss das mögen.“

Stienens Beispiel mag extrem sein. Es zeigt aber, welche Strapazen Führungskräfte auf sich nehmen, um Privat- und Berufsleben zu koordinieren. Gerade Manager, so eine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, legen immer weitere Strecken zwischen Wohn- und Arbeitsort zurück. Die Ursachen: Ein dichtes Autobahnnetz, Billigflüge und ICE-Rennstrecken erleichtern das Pendeln.

Umgekehrt drängen hohe Mieten und Kaufpreise viele Familien aus den Innenstädten. Gleichzeitig arbeiten mehr und mehr Paare an unterschiedlichen Orten. Befristete Verträge, flexible Arbeitszeiten, Projektarbeiten – all das spricht dafür, wenigstens mit dem Wohnort eine Konstante im Leben zu haben und nicht für den Job umzuziehen.

Das Ergebnis: Deutschland wird zur Pendelrepublik. Fast 1,6 Millionen Menschen brauchen jeden Tag eine Stunde oder mehr, um zur Arbeit zu kommen. Rund elf Millionen sind pro Strecke immerhin eine halbe Stunde unterwegs – mehr als jeder vierte Erwerbstätige.

Aber aus dem eigenen Wohnort wegziehen? Diesen Schritt wagen jedes Jahr gerade einmal drei Prozent der Bevölkerung. Selbst Führungskräfte werden zunehmend unflexibel, wie eine Befragung der Personalberatung Odgers Berndtson unter 2500 Teilnehmern aus diesem Jahr zeigt. Danach ist nur noch ein Drittel bereit, für eine Topstelle längere Zeit von der Familie getrennt zu leben. Vor fünf Jahren war es noch fast jeder Zweite.

„Viele Führungskräfte bewegen sich jeden Tag auf internationalem Parkett: Sie telefonieren morgens mit Asien, mittags mit Amerika“, sagt Headhunter Olaf Szangolies. „Da ist es nur normal, dass viele am Abend ein Bedürfnis nach Heimeligkeit und vertrauensvoller Umgebung haben.“

Doch was ist besser für Karriere, Privatleben und Gesundheit: Pendeln oder Umziehen? Das Handelsblatt hat vier Führungskräfte auf ihrem Weg zur Arbeit begleitet – und Forscher und Experten nach ihrer Meinung gefragt.

Die Pendlerin

Mit Tempo 180 rauscht Lisa Kitterer über die A4 – vorbei an Lkw und schneeberieselten Feldern. Kitterer arbeitet in Attendorn im Sauerland, lebt aber in Köln. Ein Spagat, für den sie jeden Tag bis zu zweieinhalb Stunden auf der Straße verbringt. Und nicht nur dort führt sie ein Leben auf der Überholspur: Kitterer leitet beim Autozulieferer Kirchhoff Automotive die globale Personalentwicklung für 30 Standorte in Europa, Asien und Nordamerika – und das mit gerade einmal 35 Jahren.

Zwei Tage Homeoffice geben ihr etwas Ruhe in ihrer stressigen Woche. Quelle: privat
Lisa Kitterer

Zwei Tage Homeoffice geben ihr etwas Ruhe in ihrer stressigen Woche.

(Foto: privat)

Um 16 Uhr dreht Kitterer den Zündschlüssel vor der Firmenzentrale um. In 75 Minuten braucht ihr Mann den Wagen und dann der anderthalbjährige Sohn eine Betreuung. Wer ihr zuhört, versteht den Zwiespalt, in dem Fach- und Führungskräfte täglich auf dem Weg zur Arbeit stecken: Einerseits sitze sie gerne hinter dem Steuer, erzählt Kitterer. Andererseits nerve sie die Pendelei. Doch dann ist da wieder der Charme der Großstadt, den die junge Frau nicht missen möchte.

2012 war sie sogar für den Job ins Sauerland gezogen. Ein halbes Jahr ging das gut. „Ich habe dann relativ schnell gemerkt, dass mich das nicht glücklich macht.“ Und so pendelt sie nun. 193 Kilometer am Tag, 30.000 im Jahr. Wenn die Straßen auf ihrer Navi-App rot-gelb eingefärbt sind, also Stau anzeigen, kann sie schon mal von zu Hause arbeiten. Auch sonst hat sie zwei Tage im Homeoffice. Das nehme zumindest etwas Druck.

Kind und Karriere vereinbaren – das ist im Pendel-Modell von Lisa Kitterer das größte Problem. Wenn der Kleine in der Kölner Kita krank wird, müssen Oma oder Nachbarn einspringen. Oder ihr Mann, der Freiberufler ist. „Das ist schon sehr aufwendig zu organisieren“, sagt sie. In ein paar Monaten erwartet die junge Familie das zweite Kind. „Ich ziehe die Reißleine erst, wenn die Familie unter dem Pendeln leidet.“ Es ist 17.07 Uhr. Kitterer parkt in der Tiefgarage in Köln ein. Sie hat es rechtzeitig geschafft. Wieder einmal.

Der Wochenendpendler

Die Woche beginnt für Oliver Schönleitner an Gleis 13 im Hamburger Hauptbahnhof. Um 6.11 Uhr fährt ihn IC 1099 nach Düsseldorf – eine der wenigen Direktverbindungen in die Rheinmetropole. Dort arbeitet der 52-Jährige als selbstständiger SAP-Berater für Fujifilm. Seine 40 Stunden quetscht Schönleitner in vier Tage. Am Donnerstagabend geht es für den Einzelunternehmer zurück.

Seit fast elf Jahren geht das nun schon so. Am Wochenende das Haus im Süden der Hansestadt, unter der Woche 30 Quadratmeter in der Nähe vom Rhein. Umziehen? Für Schönleitner keine Option. Ursprünglich sollte sein Mandat bei Fujifilm nur drei Jahre dauern. Nach und nach kamen „interessante Aufgaben“ hinzu. Jetzt sind es eben elf.

Seit fast elf Jahren pendelt er jedes Wochenende zwischen Hamburg und Düsseldorf. Quelle: privat
Oliver Schönleitner

Seit fast elf Jahren pendelt er jedes Wochenende zwischen Hamburg und Düsseldorf.

(Foto: privat)

Als externer Dienstleister kann ihm Fujifilm zum Monatsende das Engagement kündigen. „Es macht deshalb keinen Sinn, meinem Kunden hinterherzuziehen“, erklärt Schönleitner, auch wenn er seit Beratungsbeginn bestimmt 120.000 Euro für Fahrkarten und Miete ausgegeben habe, wie er vorrechnet. Nicht nur finanziell und vom Stresslevel sei das Modell Wochenendpendler „schon belastend“, sagt Schönleitner. Am schlimmsten seien die privaten Einschränkungen, mit denen er für seine Karriere bezahle.

„Ich kenne manche Ticketkontrolleure im Zug besser als meine Studienfreunde.“ Auch die Beziehung zu seiner damaligen Lebensgefährtin sei am ständigen Hin und Her zerbrochen. „Man muss sich überlegen, ob man das will.“

Noch will Schönleitner das. Aber nicht noch einmal für elf Jahre. Eine Festanstellung sei eine Option, am liebsten natürlich in der Nähe seines Wohnortes. Im Jahr 2019 ein fast kühner Wunsch, wie es scheint.

Der Umzieher

Für Dario Cohen war es eine schwierige Entscheidung. 2014 bot ihm der Essener Energiedienstleister Ista einen Job an, mit dem er die Strategie und Ausrichtung der Firma gestalten konnte. Voraussetzung: Er zieht um oder pendelt wochenendweise. Cohen wohnte damals mit Frau und Sohn in Zürich. Nun leben die drei in Deutschland.

Für seinen Job in Essen ist er von Zürich nach Düsseldorf gezogen. Quelle: privat
Dario Cohen

Für seinen Job in Essen ist er von Zürich nach Düsseldorf gezogen.

(Foto: privat)

„Das war nicht einfach nur ein Jobwechsel“, sagt der 43-Jährige. „Das war schon ein Akt, der mit Risiken verbunden war. Sehr viele Faktoren mussten da passen.“ Die neue Aufgabe hatte ihn gereizt, das passte. Der Sohn war noch nicht eingeschult, der Zeitpunkt war also günstig. Seine Frau arbeitete mit einer halben Stelle als Grafikdesignern.

Rein ökonomisch betrachtet erschien der Jobwechsel somit auch sinnvoll. Und die Gattin war flexibel, machte sich am neuen Wohnort als Kinderfotografin selbstständig. „Auch wenn wir viel aufgeben und verändern mussten: Unterm Strich war es eine ziemlich logische Entscheidung.“

Während der Probezeit pendelte der Elektrotechniker übers Wochenende ein halbes Jahr zwischen Düsseldorf und Zürich. Eine dauerhafte Lösung war das aber nicht: „Das geht an die Substanz.“ Freitagsabends kam er spät an, samstags war er „kaputt“ und sonntags ging es schon wieder zurück. „Da leidet das soziale Umfeld sehr.“ Immer wieder fragte er sich: „Wo lebe ich eigentlich?“

Heute hat der Innovationsmanager eine klare Antwort: in Deutschland. Nach Feierabend macht Cohen Sport, singt oder trifft Freunde. „Ich brauche das, um den Kopf freizubekommen.“ So will er sich integrieren, „hier wirklich leben“, sagt er.

Cohen spricht aus Erfahrung: Er lebte schon zweimal in den USA, zog dann in die Schweiz. Jahrelang leitete er internationale Teams und flog durch die ganze Welt.

Weil ihm Düsseldorf internationaler erschien als Essen, zog er an den Rhein. Konsequenz: Jeden Tag 60 Kilometer Autofahren. „Aber immer noch besser, als am Wochenende zu pendeln.“

Die Flexible

Christa Stienen, die Personalchefin von DB Schenker, ist schon ihre ganze Karriere auf Achse. Während ihrer Zeit beim Großhändler Metro fuhr sie jeden Tag von Duisburg nach Düsseldorf. Als Europa-Personalleiterin eines japanischen Pharmaherstellers war sie sechsmal im Jahr auf der anderen Seite der Welt.

Die Managerin geht die 1,6 Kilometer zum Bahnhof zu Fuß, um wenigstens etwas Bewegung zu bekommen. Quelle: privat
Christa Stienen

Die Managerin geht die 1,6 Kilometer zum Bahnhof zu Fuß, um wenigstens etwas Bewegung zu bekommen.

(Foto: privat)

Auch als sie zuletzt bei der Catering-Tochter der Lufthansa in Frankfurt arbeitete, pendelte sie regelmäßig nach Berlin und Duisburg, um ihren Mann zu sehen. Dass sie drei Orte ihr Zuhause nennt, ist für sie „Lebenskonzept“. Und dass sie dafür die 1,6 Kilometer zum Bahnhof in Duisburg um 6.30 Uhr zu Fuß geht, weil sie sonst gar keine Bewegung an dem Tag hat? Gehört dann wohl auch dazu.

Warum das Ganze? Stienen, die auch Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Personalmanager ist, will gestalten. „Und je mehr ich herumkomme, desto besser kann ich das tun.“ Klar sei das anstrengend. Doch wenn die Bahn ausfalle oder der Stau unerwartet lang sei, könne sie das sowieso nicht ändern. „Also lasse ich mich davon nicht stressen.“

Bei wichtigen Terminen fährt die Managerin am Vorabend los. Und wenn sie zu spät kommt, gibt sie rechtzeitig Bescheid und versucht, die Zeit anders zu nutzen: mit Telefonaten übers Auto-Headset oder Mails in der Bahn. Nur einen Wunsch hat sie: häufiger mit ihrem Mann zu Abend zu essen.

Heute schließt Stienen ihr Büro um 8.59 Uhr auf. Der ICE war auf die Minute pünktlich. Nur ihr Gesprächspartner ist noch nicht da.

Das sagt die Forschung

Mobilitätsforscher Heiko Rüger vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) kann einerseits verstehen, dass die meisten Fach- und Führungskräfte pendeln. „Die unmittelbaren Kosten erscheinen zunächst geringer.“ Der Partner bleibt vor Ort, der Lebensmittelpunkt auch, das Kind in der Schule.

Doch diese Argumentation sei andererseits unvollständig: „Gerade Fernpendler mit besonders langen Arbeitswegen verbringen weniger Zeit zu Hause und fühlen sich häufiger erschöpft. Darunter können die Beziehungen innerhalb der Familie leiden.“

Auch für die Gesundheit ist Pendeln riskant. Verpasst ein Pendler seinen Anschlusszug oder steht unerwartet im Stau, kann sein Stresspegel höher sein als der eines Kampfpiloten im Einsatz, hat der britische Forscher David Lewis einmal herausgefunden. Menschen, die sich diesem Druck über Jahre aussetzen, können am Pendeln zusammenbrechen. Diese Fälle landen bei Steffen Häfner.

Der Chefarzt der MediClin Baar Klinik in Königsfeld im Schwarzwald kümmert sich seit Jahrzehnten um gestresste Fach- und Führungskräfte. „Viele Pendler sind Ärztemuffel“, sagt der Facharzt. Sie haben nicht die Zeit, zum Doktor zu gehen.

Dabei ist die Liste der Leiden lang, die Berufspendler häufiger treffen als andere: Magenbeschwerden, Rücken- und Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Alkoholkonsum. „Viele Pendler kommen nicht wirklich zur Ruhe, sind reizbar, nicht so belastbar und leiden unter Schlafstörungen“, sagt Häfner.

Doch auch ein Umzug kann belastend sein. Die gewohnte Umgebung zurücklassen, alles organisieren, sich am neuen Standort zurechtfinden. „Ein Umzug ist oftmals ein kritisches Lebensereignis“, sagt BiB-Direktor Norbert Schneider. Noch bis zu anderthalb Jahre nach dem Umzug steige der Stresspegel an. Doch hier liege der Unterschied zum Pendeln: Wer umzieht, ist nur temporär belastet. Wer dauerpendelt, ist ebenso dauerhaft gestresst.

Das wissen auch die Unternehmen und bevorzugen oft Führungskräfte, die mit ihrer Familie in die Nähe des Arbeitsplatzes ziehen, sagt Immo Futterlieb, Partner bei Heidrick & Struggles. „Ab einem gewissen Level sollen Manager Einfluss nehmen und den Kulturwandel vorantreiben. Das geht nur, wenn die Person voll und ganz vor Ort ist.“

Das Wochenende heillos überfrachtet

Häufig schon hatte der Personalberater geeignete Kandidaten für seine Klienten gefunden. Die wollten aber nicht umziehen – und bekamen den Job deshalb nicht. Ausnahmen machen Firmen nur dann, wenn Kandidaten seit vielen Jahren pendeln, sagt Futterliebs Kollegin Christine Stimpel. „Dann wissen die Chefs, dass es klappt.“ Wer für eine wichtige Stelle zum ersten Mal weite Strecken pendeln will, bekomme eine Absage. „Das geht zu häufig schief.“

Auch Wochenendpendeln löst die Probleme nicht: Zwar arbeiten solche Führungskräfte tendenziell länger, weil sie sich am Zweitwohnsitz weniger stark integriert haben. Das Risiko, dass sie in der Nähe ihrer Heimat einen anderen Job finden, ist aber nicht zu unterschätzen.

Und stressfrei ist das Leben der Wochenendpendler auch nicht: Die Samstage und Sonntage sind häufig überladen, weil all das erledigt werden soll, was die Woche über nicht möglich war. Fazit: „Wenn man alle Faktoren vergleicht, ist ein Umzug oft empfehlenswerter als langjähriges Fernpendeln“, sagt BiB-Soziologe Schneider.

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass sich alle Pendler einen neuen Wohnsitz suchen sollten. Wichtig ist aber, sich regelmäßig zu hinterfragen. Was Pendeln zumindest erträglicher macht: Musik im Auto, Dehnübungen in der Bahn und klare Absprachen mit der Familie, wenn es mal wieder zu Verspätungen kommt.

Und: ab und an von zu Hause arbeiten. „Schon ein Tag im Homeoffice ist für Pendler extrem entlastend“, sagt Schneider. Und was womöglich ebenfalls hilft: sich nicht über jeden umgekehrt gereihten Zug aufregen.

Die Recherche: Um die Fragen des Texts zu beantworten, war Handelsblatt-Redakteur Michael Scheppe viel unterwegs: 530 Kilometer mit der Bahn, 300 mit dem Auto – und fünf zu Fuß. Sein persönliches Fazit: Pendeln wäre nichts für ihn.

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2 Kommentare zu "Rollkoffer-Republik Deutschland: Pendeln oder umziehen? Was besser für die Karriere ist – und die Gesundheit"

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  • Interessanter Artikel: Aber denkt auch einer mal an die Kinder?
    Kinder von Pendlern, die ihre Eltern nur im genervten, müden Modus sehen und die zudem keine Zeit zum Spielen haben?
    Kinder und Jugendliche, die selbst stundenlang zur Schule, Ausbildungsstätte oder später zur Uni pendeln?
    Und warum? Weil die Innenstädte zu Spekulationszentren geworden sind!
    Wenn es nicht klappt mit der Entmietung, wird auf Eigenbedarf gesetzt - auch wenn die Wohnung dann nur kurz vom Eigentümer offiziell bewohnt wird, bevor sie wieder verschachert oder zu überhöhten Mieten weitervermietet wird.
    Niedrigzins und Zuzug treiben die Preise!

  • Es gibt immer mehr als 2 Alternativen (hier pendeln oder umziehen)! In jeder Situation gibt es mehr als 2 Alternativen - mindestens 3!

    Pendeln ist in vielen Fällen irrsinnig. So wohnt Compliance-Beraterin A in Frankfurt und pendelt montags zum Projekt in München und im gleichen Zug nur umgekehrt sitzt Compliance-Beraterin B, die von München nach Frankfurt pendelt. Die gleiche Qualifikation, das gleiche Thema, der gleiche Tagessatz, nur die "falsche" Firma bzw. das "falsch" Projekt.

    Der einfache Weg wäre hier ein Projekttausch. Geht aber auch bei "festen" Arbeitsplätzen. Die Kosten, die dabei gespart werden, sollten u.a. dazu genutzt werden, die "Arbeitgeber" für diese Idee zu begeistern bzw. das organisatorische zu finanzieren. Am Ende bleibt noch ein riesiger ökolögischer, ökonomische und sozialer Gewinn!