Talk bei Anne Will Wenn die Kollegen mobben

Der Fernsehfilm „Mobbing“ gab der folgenden Anne-Will-Sendung das Thema vor: Schikane am Arbeitsplatz. Es wurde viel erklärt und wenig diskutiert – auch, weil niemand einem Betroffenen widersprechen wollte.
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ARD-Moderatorin Anne Will. Quelle: dpa

ARD-Moderatorin Anne Will.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWortlos wendet sie sich ab, lässt ihn in seinem Büro zurück. Ob sie wiederkommt, bleibt offen. Dramatisch endet der Film „Mobbing“, der am Mittwoch den ARD-Themenabend einläutet. Der Protagonist wird von einer neuen Chefin aus seiner Stelle getrieben, verzehrt sich im Kampf um seinen Arbeitsplatz, entfremdet sich von seiner Frau, gewinnt schließlich vor Gericht.

„Aber viel war nicht mehr übrig von diesem Menschen“, sagte nur Augenblicke nach der emotionalen Schlussszene Christina Frank. Sie betreut bei Verdi unter anderem Mobbingopfer aus dem Einzelhandel und saß am Mittwochabend in der Diskussionsrunde bei Anne Will. Der Talk sollte direkt im Anschluss an den „radikal subjektiven Film“ – wie die Moderatorin sagte – eine distanzierte Analyse des Themas liefern.

Tatsächlich machte die Runde dem Zuschauer deutlich, dass der Film nur bedingt einen typischen Fall darstellte. Er zeige gut, wie Mobbing aussehen kann, sagte Psychotherapeut Joachim Bauer. In diesem Fall wurden dem Betroffenen unter anderem Schritt für Schritt Kompetenzen entzogen. Die gezeigte Verzweiflung, bis hin zur Depression, sei ebenfalls realistisch. Allerdings verhalte sich der Charakter des Films geradezu mustergültig falsch, so Bauer. So schalte er sofort in den „Kampfmodus“ als die neue Chefin ankommt. „Und vor allem sucht er nie das Gespräch, er öffnet sich niemandem. In einer Szene mit seinen Freunden gibt er sich fast arrogant.“

Neben Bauer und Frank saßen im Studio Eberhard Hesse, langjähriges Mobbing-Opfer und Buchautor sowie Florian Gerster, ehemaliger Leiter der Bundesanstalt für Arbeit und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Insgesamt war sich die Runde einig: Mobbing ist schlimm und auf keinen Fall zu verharmlosen.

Wie kommt es zu Mobbing?
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5 Kommentare zu "Talk bei Anne Will: Wenn die Kollegen mobben"

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  • Aus der Arbeitswelt:
    Vorwurf Mobbing: leider wird dieser Vorwurf auch benutzt um Mitarbeiterin das Arbeitsleben schwer zu machen. es werden pauschal Kollegen beschuldigt zu mobben, ohne diese Mitarbeiter persönlich anzusprechen/bzw. zu sagen was vorgefallen ist und jeder der bei den Vorgesetzten nachfragt wird zum potenzielen Mobber, mit den Worten, wenn Du Dir diesen Schuh anziehst. Das angebliche Mobbing-Opfer will sich dazu nicht mehr äußern. Wer ist hier jetzt der gemobbte? Mobbing wird durch unfähige, konfliktscheue Vorgesetzte begünstigt aber auch inzeniert.

  • Kollegen? Am meisten mobben wohl die Vorgesetzten! Müssem mobben! Denn die bekommen den Auftrag, eine bestimmte "Kopfzahl" einzusparen. Ohne die Genehmigug, das mit betriebsbedingter Kündigung zu tun. Denn das wäre ja schlechte Publicity und ist auch von den Gewerkschaften nicht gern gesehen. Also muss gemobbt werden. Es bleibt den Vorgesetzten doch gar nichts anderes übrig!

  • Es ist richtig das die "Bosse" - angestsachelt von der GL - die Aufgabe haben Mitarbeiter die ihre Arbeit sehr gut machen zu "entsorgen". PEr mobbing. Die eigene Erfahrung zeigt das auch, wenn man den Vorgesetzten involviert, dieser Mobbing gewähren lässt durch eine Kollegin und der Teamleiterin . Bis heute erlebe ich dieses "Trauma" und habe mich mehr oder minder in die AL geflüchtigt um erstmal wieder mich aufzubauen. Man steht alleine da und die mobber haben immer noch ihre Jobs und agieren weiterhin. Gerade im Bildungsbereich geht es so zu...

  • Mobbing geht Hand in Hand mit Korruption und Vorteilsnahme und hat deshalb auch viel mit Lobbyismus zu tun, zumindest in gehobenen Positionen. Letztlich wird viel zu viel über Kuhhandel und faule Kompromisse geregelt. Niemand will dagegen anstinken aus Angst die Eitelkeit der mächtigen Strippenzieher zu verletzten und selbst unter Beschuss zu geraten.
    Mobbing, wie hier geschildert, richtet sich nicht primär gegen die Person, sondern diese Angriffe sind Mittel zum Zweck um Interessen Dritter oder eigene Interessen zu bedienen.
    Das Problem dabei ist, dass diese Methoden längst zum selbstverständlichen Repertoire unserer "Führungskultur" geworden sind. Solche Leute gelten als "clever" und werden ob ihres Geschicks befördert, statt ausgeschlossen. Wer da nicht mitspielt, bekommt von vorneherein gar keine Chance mehr oder wird im Nachhinein gemobbt.
    Häufig wird solches Verhalten mit dem "höheren Zweck" begründet, weil die Akteure sich von vorneherein als kompetenter definieren, in Wirklichkeit aber nur zu dumm und eitel sind, sich selbst in Frage zu stellen.
    Auch der Drang im Rechtsstaat jegliche Beurteilung jenseits der Beweisbarkeit z.B. bei Bewerbungen, Kopfnoten in Zeugnissen etc. für illegal zu erklären, befördert letztlich diese Entwicklung, denn dem skrupelosen Egoisten werden damit alle Trümpfe in die Hände gespielt. Man erreicht also letztlich das Gegenteil der Absicht, weil solche Beurteilungen in den Schatten gedrängt werden, statt öffentlich angreifbar zu bleiben.
    Gerade Personalräte im öffentlichen Dienst sind zu dem bekannt dafür eher einen gewissen Opportunismus zu pflegen, deshalb kann ich die Überraschung Gersters nur in dem Sinne verstehen, dass er niemals über die Oberfläche hinaus gekommen ist.
    Auch der Fall Guttenberg war bis zum Aufdecken der Plagiate zu einem guten Teil eine Mobbingkampagne. Dazu gehören die Angriffe gegen Ihn als er den Kapitän der "Gorch Fock" beurlaubte ebenso wie die Vorwürfe wegen der Entlassung Schneiderhans.


    H.

  • google: der pensionär de lux TAZ.de

    was will denn dein flori gerster,der seiner seilschaft millionenaufträge ohne ausschreibung zuschusterte und ein ausgewiesener befürworter des sozialabbaus ist,sich selbst natürlich ausgenommen.

    das INSM mietmaul mit staatsgeldern dauergepampert kann in soner runde nur schmieriges mitleid heucheln

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