Überforderte Generation Kind, Karriere und kein Krankenschein

Wer zwischen 25 bis 40 Jahre alt ist, steht privat und beruflich häufig unter hohem Druck. Doch krank ist diese Generation anscheinend selten. Das kann sich in späteren Jahren rächen. Es droht die Rente mit 49.
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Eine Familie, die Kinder und Karriere unter einen Hut bringt: Die beiden Eltern, Nicole und Sören Munk leiten jeweils eine Firma. Familie und Beruf zu kombinieren, ist für sie eine Frage der Organisation. Quelle: dpa

Eine Familie, die Kinder und Karriere unter einen Hut bringt: Die beiden Eltern, Nicole und Sören Munk leiten jeweils eine Firma. Familie und Beruf zu kombinieren, ist für sie eine Frage der Organisation.

(Foto: dpa)

BerlinJunge Eltern, Mütter wie Väter, können Stress gut aushalten. Sie sind auch selten krank, jedenfalls offiziell. Dennoch sind sie gegenüber Kinderlosen im Nachteil. Sie treiben weniger Sport und haben weniger Zeit, sich zu erholen und zu schlafen. Und genau das könnte über die Jahre zum Problem werden.

Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenkasse DAK-Gesundheit  in einem Report über Personen in der sogenannten „Rushhour des Lebens“. Gemeint ist damit ein Zeitraum von 15 Jahren, in dem Männer und Frauen zwischen 25 und 40 Jahren versuchen, viele Ziele gleichzeitig in Einklang zu bringen: Die Karriere steht im Vordergrund, doch auch Kinder wünschen sich viele.

Die Krankenkasse hat in der Studie den Krankenstand ihrer Mitglieder analysiert und über 3000 Männer und Frauen im Alter von 25 bis 40 Jahren repräsentativ befragt. Sie empfinden die Rushhour des Lebens als einen persönlichen und beruflichen „Entscheidungsmarathon“, der sich aber in dieser Phase anscheinend noch nicht negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.

„Der niedrige Krankenstand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden“, urteilt Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. So seien während dieser Zeit bereits vier von zehn Beschäftigten mit Rückenproblemen in Behandlung.

Unter den 20 häufigsten Einzeldiagnosen bei Männern gebe es neben den akuten Beschwerden auch bereits langfristige Beeinträchtigungen, stellt die DAK-Gesundheit fest. Sieben Prozent der Männer seien schon in Behandlung wegen Bluthochdruck, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel stehe.

Etwa jeder fünfte Mann und sogar jede dritte Frau müsse wegen eines psychischen Leidens zum Arzt. Diese Krankheitsbilder hält die Krankenkasse in dieser Altersgruppe für sehr beachtenswert. Denn sie kehrten häufig wieder und könnten auf diese Weise den Gesundheitszustand langfristig erheblich beeinträchtigen.

 

"Bleib locker, Deutschland."
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9 Kommentare zu "Überforderte Generation: Kind, Karriere und kein Krankenschein"

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  • 1.) Man sollte Jammern und Feststellung unterscheiden können.
    2.) Ich habe nicht davon gesprochen das ich 100 Std arbeiten muss um auf das Niveau meiner Eltern zu kommen. Wer lesen kann...
    3.) Argumentationslinie?
    4.) Es fühlen sich alle Kinder des Wirschaftswunders immer angegriffen wenn man Ihnen sagt das Sie ein kaputtes Land hinterlassen (warten Sie noch ein paar Jahre bis die Notenbanken dies nicht mehr verbergen können)

  • Sehe ich auch so. Wenn Sie über 100 Stunden in der Woche arbeiten und wenig verdienen machen Sie etwas falsch oder haben einen dieser Sinnlosjobs.
    Den Unterschied in den Generationen sieht man schon im
    Sprachgebrauch; heute geht man arbeiten, in den 70ziger
    und 80ziger Jahren ging man Geld verdienen; deshalb
    "Generationenvertrag" einfach mal nein sagen, das befreit.

  • Keiner MUSS hier 100 Std die Woche arbeiten. Und wenn Sie 100 Std arbeiten müssen, um auf das Lebensniveau Ihrer Elern aus den 70-ern zu kommen, wechseln Sie Ihren Beruf. Oder gehen Sie Teilzeit und suchen sich ein Hobby. Aber hören Sie auf zu jammern, es gibt wirklich KEINEN Grund. Und prüfen Sie Ihre Argumentationslinie.

  • Ich wurde 1980 geboren, habe zwei Kinder und arbeite oft über 100 Std die Woche. Ihren Vergleich finde ich in jeder Hinsicht unpassend. Dies waren goldene Zeiten mit jeder Art von staatlichen Förderungen, Gehältern mit entsprechend hoher Kaufkraft und der Möglichkeit für Mütter sich im Zweifel um die Familie kümmern zu können. Dies ist aus gesellschaftlicher Hinsicht heute nicht mehr opportun (warum möchte ich gar nicht diskutieren) und vor allem wirtschaftlich für viele auch nicht darstellbar. Die heutige Generation muss deutlich mehr leisten (für den gleichen Lebensstandard) um die (Schulden-) Exzesse Ihrer und der vorhergegangen Generationen, die Überalterung der Gesellschaft und die Globalisierungseffekte zu kompensieren. Mich wundert nur das diese "meine Generation" dies mich sich machen lässt.
    Übrigens: Arbeitgeber haben auch heute kein Verständnis für Eltern mit Kindern. Sie tun aber im Vergleich zu früher immerhin so! KEINE Frau die mit 25-35 Jahren heute Kinder bekommt hat eine reelle Chance sich beruflich so zu entwickeln wie kinderlose Frauen. Resultat: Noch weniger Kinder die die überhöhten Renten (bezogen auf die absehbare Überalterung) bezahlen können. Wann wacht dieses Land auf? Alles was unsere Zukunft ist: Kinder, Infrastruktur und Bildung kommt zu kurz. Hauptsache die Rente anheben das bringt immerhin die nächsten 5 Jahre im Bundestag…

  • Ich habe meine Kinder, 1976 und 1978 geboren, zu einer Zeit groß gezogen, als Kinder noch reine Privatsache waren und Arbeitgeber keinerlei Verständnis für die Belange von berufstätigen Eltern hatten. Es gab nahezu keine monetären Transferleistungen an Familien, das Kindergeld betrug 50 DM. Damals wurd mir meine Teilzeit, die ich aufgrund mangelnde Betreuungsmöglichkeiten wählen musst, geneidet.
    Heute wird mir mein "kinderlosen" Status geneidet und die Eltern nehmen sich selbstverständlich frei und erwarten von mir, daß ich deren Arbeit miterledige. Ich beobachte in meinem Arbeistumfeld eine weit höhere krankheitsbedingte Abwesenheit der jungen Mütter und Väter, als der kinderlosen oder gar der "Alten" denen immer nachgesagt wird, sie wären weniger belastbar. Hinzu kommen noch die Abwesenheiten wegen Erkrankung der Kinder. Ich habe für alles volles Verständnis, mag nur nicht mehr diese Opferhaltung der Eletern hören und lesen. Und was ich gar nicht mehr mag, daß die wie selbstverständlich von mir erwarten, deren Arbeit mit zu erledigen, weil sie zu feige sind, dem Arbeitgeber klar zu sagen, wo ihre Grenzen sind. Im Erfolg aber wollen sie sich dann doch suhlen. Die Arbeit sollen die andern, die kinderlosen machen, das Geld und den Erfolg wollen sie einstecken. Das funktioniert halt nicht mehr so.

  • Solange die Verhältnisse in D besser als in Lesotho sind dürfen wir demnach also keine Probleme thematisieren...?

  • Es zeigt sich immer deutlicher, dass Arbeit nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belasten kann“, urteilt Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK.

    wow - für die diese Erkenntnis muss man schon Vorstand sein! Ich lache mich tot

  • "Mein Gott".... - lassen Sie doch bitte Gott aus dem "Spiel"
    Wer ist denn Ihr Gott, wenn Sie schon von "mein Gott" schreiben?

  • Mein Gott haben wir Probleme. Weltweit sterben mehr als 8,8 Millionen Kinder weltweit jedes Jahr insbesondere in Afrika und Asien an Hunger oder Krankheit. In Afrika sind in enzelnen Ländern bis 44% der Bevölkerung mit AIDS infiziert. Ich könnte hier die mir verbleibenden 1.700 Zeichen sicher ohne Bedenken füllen ...

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