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Arno Walter, Vorstandschef Comdirect Bank Comdirect-Chef: „Ein herausragendes Kundenerlebnis ist essenziell“

Arno Walter, Vorstandschef der Comdirect Bank, sprach bei „Chef zu gewinnen“ mit den Schülern der Oberschule Bassum über das Banking der Zukunft.
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Arno Walter (7. v. r.) zu Besuch im Schulzentrum Petermoor in Bassum. Quelle: tristan vankann/fotoetage
„Chef zu gewinnen“

Arno Walter (7. v. r.) zu Besuch im Schulzentrum Petermoor in Bassum.

(Foto: tristan vankann/fotoetage)

Die Handelsblatt-Aktion „Chef zu gewinnen“ bringt jedes Jahr Topmanager in deutsche Schulen, wo sie sich den Fragen der angehenden Abiturienten rund um Berufs- und Karrierechancen stellen, aber auch ihre ganz persönlichen Erfolgstipps verraten.

Der Chef-Besuch in der Schule ist aber längst nicht alles: Bei einem Gegenbesuch auf der Chefetage erfahren die Oberstufenschüler, wie der Alltag „ihres“ Managers aussieht, wie in seinem Unternehmen gearbeitet wird – und ob es vielleicht sogar ein künftiger Arbeitsplatz für sie selbst sein könnte.

Die „Chef zu gewinnen“-Aktion ist ein fester Bestandteil der Initiative „Handelsblatt macht Schule“, mit der die Tageszeitung Wirtschafts- und Managementthemen stärker im Unterricht deutscher Schulen verankern möchte. Mehrere Dutzend Topmanager haben auf diese Weise schon ihre Erfahrungen mit Tausenden von Schülern geteilt.

Lust mitzumachen und einen Chef zu gewinnen? Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

Herr Walter, was müssen Führungskräfte der Zukunft mitbringen?
Das Wichtigste ist die Haltung. Chefs der Zukunft verstehen sich nicht als der beste Fachexperte, sondern primär als Ermöglicher und Vernetzer von Menschen. Auf Statussymbole legen sie keinen Wert, sie agieren auf Augenhöhe, sie fordern Mitarbeiter heraus und bieten ihnen ein selbstbestimmtes Arbeitsumfeld. Sie zeichnen sich durch eine starke Dienstleistungsorientierung, ein echtes Interesse an den Menschen und ein Stück Demut aus. Sie sind offen für Neues, verfügen über ein hohes Maß an Selbstreflexion und Freude an ihrer eigenen Weiterentwicklung. Last but not least bringen sie ein Stück Gelassenheit und Souveränität im Umgang mit zunehmender Komplexität und Widersprüchen mit.

Mit welchen Strategien kommen Sie in Zeiten von Fach- und Führungskräftemangel an Mitarbeiter?
Comdirect setzt insbesondere auf eine starke Arbeitgebermarke, die Bindung und Weiterentwicklung unserer eigenen Mitarbeiter, den Ausbau der aktiven Bewerberansprache beispielsweise über Social Media oder Mitarbeiter werben Mitarbeiter und ein tolles Kundenerlebnis im Bewerbungsprozess. Außerdem sind wir auf zielgruppenspezifischen Messen und Social Media Kanälen präsent, bilden junge Leute aus, bieten Studentenpraktika und Werkstudentenpositionen.

Wie verändert die Digitalisierung die Bankenbranche – und wie reagieren Sie drauf?
Noch nie war das Wettbewerbsumfeld so komplex wie heute. Zu den Filial- und Direktbanken sind in den vergangenen Jahren viele kleine Fintechs sowie große Plattformanbieter wie Google und Amazon hinzugekommen, die immer mehr Bankdienstleistungen anbieten. Innovationskraft gepaart mit Umsetzungsstärke entscheidet heute und in Zukunft über den Erfolg in der Finanzbranche. Aber auch ein herausragendes Kundenerlebnis ist essenziell, vom Erstkontakt bis hin zum täglichen Interagieren. Dass Innovation zu unserer DNA gehört, haben wir seit unserer Gründung vor knapp 25 Jahren immer wieder bewiesen. Über agile Prozesse und damit eine klare Priorisierung der Aufgaben schaffen wir es, gute Ideen zügig auf den Markt zu bringen und so innovativer Vorreiter in der Branche zu sein. So waren wir beispielsweise die erste Bank in Deutschland, die eine Anbindung über Amazons Alexa und den Google Assistant angeboten hat – um sich beispielsweise Wertpapierkurse ansagen zu lassen.

Wie grenzt sich die Comdirect als Direktbank von neuen Fintech-Konkurrenten wie zum Beispiel N26 im Markt ab?
Bei Comdirect erhält der Kunde das gesamte Spektrum an Bankdienstleistungen und -produkten, vom Girokonto über das Wertpapiergeschäft bis hin zur Baufinanzierung. Fintechs wie N26 konzentrieren sich auf ein beschränktes eigenes Produktangebot wie zum Beispiel die Kontoführung. Bei uns steht außerdem ein erstklassiger Kundenservice ganz klar im Fokus. Den haben wir über viele Jahre hinweg immer weiter verbessert. Wir sind über eine Vielzahl von Kanälen Tag und Nacht erreichbar. Je nach Situation, in welcher der Kunde seine Bank kontaktieren möchte, kann das das Telefon, der Chatbot, die E-Mail oder der Sprachassistent sein.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Privatbanken-Sektors in Deutschland?
Das Privatkundengeschäft hat sich bereits in den vergangenen 25 bis 30 Jahren komplett verändert – und diese Entwicklung wird rasant weitergehen. Dazu gehört auch die Schließung von Filialen. Aber da viele Menschen nach wie vor zu wenig Finanzwissen besitzen, wird es auch künftig nicht ohne persönliche und individuelle Beratung gehen. Aber eben immer weniger vor Ort, sondern über Telefon, Video, Skype oder Facetime. Das Privatkundengeschäft wird sich weiter digitalisieren und das Smartphone eine immer stärkere Rolle einnehmen.

Wie werden wir künftig bezahlen?
Wir Deutschen lieben unser Bargeld, daher wird es hierzulande sicherlich auch in zehn bis 15 Jahren noch Münzen und Scheine geben. Das ist aber der deutsche Sonderweg. In vielen Ländern beispielsweise Großbritannien oder in Skandinavien zahlt man schon heute im Alltag quasi nur noch bargeldlos. Ich persönlich finde es sehr praktisch. Weiterer Vorteil: Die Kontrolle über die Ausgaben wird besser, weil ich mir beispielsweise alles, was ich elektronisch etwa über Apple Pay bezahlt habe, mit wenigen Klicks anzeigen lassen kann. Oder mit passenden Tools gleich in ein digitales Haushaltsbuch importieren kann.

Was wünschen Sie sich von der Schule?
Wir wissen alle nicht, welche Qualifikationen und Fähigkeiten, welche neuen Berufe im Jahr 2050 gefragt sein werden, weil sich die Welt enorm schnell verändert. Neben den Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen, Englisch sollte die Schule daher die individuellen Stärken fördern und  vor allem Neugier erwecken und erhalten sowie die Fähigkeit zu lernen, sich mit ständig neuen Inhalten und Problemstellungen auseinanderzusetzen. Wichtig außerdem: Vernetztes Denken und gemeinsames Lösen von Problemen – denn das unterscheidet uns von Maschinen und von künstlicher Intelligenz.

Herr Walter, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Mehr: Aktion „Chef zu gewinnen“ – hier finden Sie die Topmanager und Topmanagerinnen im Porträt.

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