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Frank Hiller, Vorstandsvorsitzender DEUTZ AG Deutz-Chef: „In den nächsten Jahren wird die Branche maßgeblich von China mitbestimmt werden“

Deutz-Chef Frank Hiller diskutierte bei „Chef zu gewinnen“ mit angehenden Abiturienten des VWL-Leistungskurses des Walter-Eucken-Berufskollegs in Düsseldorf.
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Frank Hiller (Mitte) besucht das Wirtschaftsgymnasium in Düsseldorf. Quelle: Uta Wagner für Handelsblatt
„Chef zu gewinnen“

Frank Hiller (Mitte) besucht das Wirtschaftsgymnasium in Düsseldorf.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)

Die Handelsblatt-Aktion „Chef zu gewinnen“ bringt jedes Jahr Topmanager in deutsche Schulen, wo sie sich den Fragen der angehenden Abiturienten rund um Berufs- und Karrierechancen stellen, aber auch ihre ganz persönlichen Erfolgstipps verraten.

Der Chef-Besuch in der Schule ist aber längst nicht alles: Bei einem Gegenbesuch auf der Chefetage erfahren die Oberstufenschüler, wie der Alltag „ihres“ Managers aussieht, wie in seinem Unternehmen gearbeitet wird – und ob es vielleicht sogar ein künftiger Arbeitsplatz für sie selbst sein könnte.

Die „Chef zu gewinnen“-Aktion ist ein fester Bestandteil der Initiative „Handelsblatt macht Schule“, mit der die Tageszeitung Wirtschafts- und Managementthemen stärker im Unterricht deutscher Schulen verankern möchte. Mehrere Dutzend Topmanager haben auf diese Weise schon ihre Erfahrungen mit Tausenden von Schülern geteilt.

Lust mitzumachen und einen Chef zu gewinnen? Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

Herr Hiller, was müssen Führungskräfte der Zukunft an Fähigkeiten mitbringen?
Als Führungskraft sind Weitblick, Innovations- und Pioniergeist sowie Kreativität wichtig – und man muss offen für neue Technologien sein. Dazu braucht es außerdem eine Mannschaft, die sich auch gerne mit innovativen Ideen einbringt. Um unseren Mitarbeitern hierfür sprichwörtlich Raum zu geben, haben wir beispielsweise am Standort Köln ein eigenes Innovation Center eingerichtet.

Mit welchen Strategien kommt Deutz in Zeiten von Fach- und Führungskräftemangel an Mitarbeiter?
Wir engagieren uns stark sowohl in der beruflichen Erstausbildung wie auch in der Gewinnung von Studenten der für uns wichtigen Fachrichtungen. Gleichzeitig konzentrieren wir uns intensiv auf das Thema Personalentwicklung und Talentförderungsprogramme wie beispielsweise Cross Mentoring. Langfristig gesehen ist es uns wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter mit unserem Unternehmen verbunden fühlen und aktiv einen gemeinsamen Kulturwandel gestalten.

Wie verändern agile Arbeits- und Entwicklungsmethoden den Joballtag von Mitarbeitern und vor allem Ingenieuren?
Die Arbeit mit agilen Methoden erfordert vor allem Partizipation. Die interdisziplinären Teams müssen bereit zu Diskussionen und Debatten und offen für Feedback sein. Hierbei ist kommunikative Kompetenz und natürlich auch eine gewisse Souveränität im Umgang mit Kritik gefragt. Um mit agilen Methoden wie Scrum, Kanban und Design Thinking schnelle Resultate zu erzielen, braucht es aber insbesondere Offenheit und Mut zu Entscheidungen, um kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren. 

Sie haben kürzlich eine neue China-Strategie entwickelt. Wie sieht sie aus – und was sind Ihre Ziele dort?
Der chinesische Markt war schon immer wichtig für uns. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden der Markt und die gesamte Motorenbranche von Asien und vor allem China maßgeblich mitbestimmt werden. Deshalb setzen wir in Zukunft auf ein Joint Venture mit einem starken chinesischen Partner, um auch vor Ort präsent zu sein und die neuesten Deutz-Technologien lokal zu fertigen.

Wie stehen Sie zum aktuellen Dieselskandal?
Das ist ein extrem schwieriges Thema, weil Fakten und Emotionen dabei sehr stark vermischt werden. Der Dieselskandal hat sicherlich einen großen Vertrauensbruch für die Automobilbranche ausgelöst – und die gesamte Diesel-Technologie in Misskredit gebracht. Fakt ist: Wenn die Emotionen hinsichtlich dieses Themas irgendwann verblassen, wird der Dieselmotor weiterhin noch eine lange Zukunft haben, unter anderem auch weil die CO2-Emissionen deutlich günstiger sind als beispielsweise bei einem Benziner. Daneben setzen wir stark auf das Thema  Elektromobilität im Offroad-Bereich und haben hierzu beispielsweise unsere E-Deutz Strategie implementiert.

Wie haben Sie als Abiturient Ihren persönlichen Berufsweg gefunden?
Ich wollte ursprünglich in die künstlerische Richtung gehen – zum Beispiel Design oder Architektur studieren. Ich hatte Kunst-Leistungskurs – und das ging nur in Kombination mit Mathe-LK. Im Laufe der Oberstufe habe ich dann aber gemerkt, dass mich der Umgang mit Zahlen und Technik doch viel mehr reizt. Beim Thema Kunst und Design hat mich sehr frustriert, dass die Bewertung, ob etwas gut ist oder gefällt, extrem subjektiv ist. In der Mathematik oder Naturwissenschaften ist das ganz anders – das hat mich letztlich überzeugt. Und so habe ich nach dem Abitur angefangen, Maschinenbau zu studieren.

Herr Hiller, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Mehr: Aktion „Chef zu gewinnen“ – hier finden Sie die Topmanager und Topmanagerinnen im Porträt.

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