Jörg Sennheiser Ein Mann für jede Tonart

Jörg Sennheiser hat das Unternehmen in 2. Generation zu einem der führenden Akustikspezialisten ausgebaut. Der Ingenieur profitiert davon, dass er zuhören kann. Auf der Suche nach dem perfekten Klang half Schweigen.
Heute führen seine beiden Söhne das Unternehmen, das weltweit Stars und Sternchen ausstattet. Die Stabübergabe hatte Jörg Sennheiser akribisch vorbereitet. Quelle:
Jörg Sennheiser

Heute führen seine beiden Söhne das Unternehmen, das weltweit Stars und Sternchen ausstattet. Die Stabübergabe hatte Jörg Sennheiser akribisch vorbereitet.

WennebostelOrpheus heißt er – die Fachwelt lobt ihn als „besten Kopfhörer der Welt“. Andächtig führt Jörg Sennheiser das edle Akustikgerät den Besuchern vor. Auf Knopfdruck schweben Vakuumröhren nach oben und beginnen zu glühen. Verstärker, platinbedampfte Membran und Ohrhörer ruhen auf einem Block aus feinstem Carrara-Marmor. „Unser Orpheus schafft die Illusion, direkt in den Klang einzutauchen“, kommt der Norddeutsche ins Schwärmen. „Eine Akustik wie im Konzertsaal.“

Unter Jörg Sennheisers Ägide als Firmenchef kam der Orpheus vor einem viertel Jahrhundert auf den Markt. Im November feierte das Klangwunder seine Wiedergeburt – diesmal unter den Söhnen Daniel und Andreas, die heute die Firma führen. Der Legende nach war Orpheus‘ Gesang derart betörend, dass selbst Felsen zu weinen begannen. Auch so manchen Hifi-Kritiker soll der Klang des Orpheus zu Tränen gerührt haben. „Tolle Produkte haben nur Erfolg, wenn sie auch eine Seele haben“, weiß der 71-jährige Sennheiser, der so alt ist wie das Familienunternehmen selbst. Mit stolzen 50.000 Euro ist der Orpheus der teuerste Kopfhörer der Welt. Hifi-Enthusiasten aber ist er den Preis eines Porsche Boxster wert.

Wie Sennheiser zum Weltmarktführer wurde
Der Gründervater
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Mit ihm fängt alles an: Elektroingenieur Prof. Dr. Fritz Sennheiser, hier 1935 während seines Studiums, gründet das Unternehmen mit all seinen Ersparnissen am 1. Juni 1945 als „Laboratorium Wennebostel“ in Wedemark nahe Hannover. Das Unternehmen fertigt Röhrenvoltmeter – aus den Vorräten, die die Besatzungstruppen dem Labor gelassen haben. Erster großer Kunde ist Siemens Hannover.

Labor W in einem Bauernhaus
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Der junge Betrieb, gegründet in einem historischen Bauernhaus, produziert zunächst Röhrenvoltmeter, für die er schnell Abnehmer findet. Doch Fritz Sennheiser reicht das nicht: Er ist getrieben von der Idee, bestehende Produkte noch besser zu machen und Technologien voranzutreiben.

Das Labor
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13 Jahre später wird „Labor W“ in Sennheiser Electronic umbenannt, denn schon lange ist das Unternehmen kein kleines Labor mehr.

Erste Erfolge
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Die Ausbeute seines Strebens lässt nicht lange auf sich warten: 1947 bringt Sennheiser das erste eigenentwickelte Mikrofon DM 2 (MD 2) auf den Markt. Neun Jahre später folgt das erste Richtrohrmikrofon.

Labor W expandiert
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1955 zählt das Werk in Wedemark-Wennebostel bereits 250 Mitarbeiter. Doch irgendwann wird es zu eng: Im selben Jahr legt Sennheiser den Grundstein für einen aus damaliger Sicht modernen Neubau.

Der erste offene Kopfhörer der Welt
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Im Jahr 1968 läuft der erste offene Kopfhörer der Welt, der legendäre HD 414, den Mikrofonen den Rang ab und schafft damit quasi den Kopfhörermarkt. Schon zehn Jahre später machen Kopfhörer 50 Prozent des Umsatzes bei Sennheiser aus.

Kopfhörer-Boom
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Der HD 414 löst damals einen regelrechten Boom aus und ist bis heute der meistverkaufte Kopfhörer aller Zeiten. Auch war er einer der ersten Vorgänger für den modernen Kopfhörer „Momentum On-Ear.“

Der Name Sennheiser hat in der Audiowelt einen exzellenten Klang. „In sieben Jahrzehnten hat unser Haus viele wegweisende Produkte erschaffen“, erzählt Jörg Sennheiser, dessen Vater Fritz das Unternehmen gründete. Piloten, DJs und Sänger wie Pink, Grönemeyer oder Beyoncé vertrauen auf Sennheiser. Regelmäßig statten die Norddeutschen Megaevents mit Audiotechnik aus – von Olympischen Spielen bis zum Eurovision Songcontest.

Heute ist Sennheiser ein global führender Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik. Die weltweit 2700 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Deutschland, erwirtschafteten 2014 rund 635 Millionen Euro. Daniel und Andreas Sennheiser leiten das Familienunternehmen in dritter Generation.

Tradition und Moderne greifen hier am Stammsitz von Sennheiser in Wennebostel bei Hannover harmonisch ineinander. Der futuristische Innovation Campus wurde 2015 erst eröffnet – ein Projekt der dritten Sennheiser-Generation. Nebenan in den Werkshallen werden Audioprodukte gefertigt, Monument der zweiten Generation. Dahinter steht ein alter Fachwerkbauernhof – der Ort, an dem in der Stunde null nach dem Zweiten Weltkrieg alles begann.

Ein Start-up der Nachkriegszeit
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