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Frauen-Förderung Fehlanzeige Warum Meritokratie in Unternehmen ein gefährlicher Irrtum ist

Mann oder Frau: Nur wer Leistung erbringt, effizient und tüchtig ist, wird auserwählt und macht Karriere. Ein fatales, dämliches und ungerechtes Prinzip im Business-Alltag, findet Robert Franken. Der Feminist räumt auf.
  • Robert Franken
Robert Franken arbeitet seit 15 Jahren in digitalen Umfeldern und berät Unternehmen zum digitalen Wandel. (Foto: Robert Franken)
Unternehmer Robert Franken

Robert Franken arbeitet seit 15 Jahren in digitalen Umfeldern und berät Unternehmen zum digitalen Wandel.

(Foto: Robert Franken)

KölnVieles im Business-Alltag hat mit Reflexen zu tun. Manche davon sind uns so vertraut, dass wir sie kaum in Frage stellen. Andere wiederum sind so dämlich, dass es uns gar nicht mehr in den Sinn kommt, sie zu dekonstruieren. Mein Lieblingsbeispiel aus der letzten Kategorie ist die größtenteils aus der männlichen Ecke stammende Reaktion auf die Diskussion um Vielfalt und Frauenquote.

„In unserem Unternehmen zählt nicht das Geschlecht, sondern einzig und allein die Leistung“, heißt es beinahe unisono, wenn man(n) seine Ablehnung einer Quotierung zum Ausdruck bringen möchte ohne den vermeintlich politisch korrekten Pfad zu verlassen. Und bereits an dieser Stelle möchte ich den großen, roten Buzzer auspacken und mit dem von Herzen kommenden Ausruf „Bullshit!“ feste draufhauen. Denn was hier so schön fair und modern klingt, ist letztlich nichts anderes, als das Festhalten an Jahrzehnte alten Diskriminierungs-Mechanismen.

Talentförderung: Fehlanzeige

Derartige Aussagen, die stets das Prinzip einer Meritokratie propagieren, in der man durch die objektiv beurteilte eigene Leistung vorankommen und Karriere machen kann, sind ein herber Schlag ins Gesicht all der Frauen, deren Nasen und Stirnpartien sowieso schon dauergerötet sind von empfindlichen Kollisionen mit gläsernen Decken und dergleichen. Ich möchte das an einem Beispiel näher erläutern. Es stammt aus der Diskussion um die Gerechtigkeit von Bildungssystemen; beziehungsweise natürlich die Ungerechtigkeit in diesem Bereich. Es handelt sich um eine Karikatur des Status Quo.

Die Szene spielt in freier Wildbahn, im Hintergrund: ein Baum. Aufgereiht zu einer fiktiven Prüfung sind: ein Affe, ein Pinguin, ein Elefant, ein Goldfisch, eine Robbe und ein Wolf. Vor den Prüflingen sitzt, an einem Schreibtisch, der Prüfer. Er teilt den versammelten Tieren mit: „For a fair selection, everybody has to take the same exam: Please climb that tree.“

Natürlich ist jedem sofort klar, dass diese Prüfungsaufgabe lediglich einem der Prüflinge zupass kommt: dem Affen. Und genau so verhält es sich mit unserem Bildungssystem, sowie, im übertragenen Sinne, mit dem Argument meritokratischer Gerechtigkeit in Sachen Leistungsbeurteilung in Unternehmen. Der Affe ist hier, mit Verlaub, der Mann. Der Goldfisch - in meinem Beispiel etwa stellvertretend für die Frau - wäre einigermaßen überfordert, liegen seine Talente doch ganz woanders.

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