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Innovationsmanagement Schöpferische Zerstörung mit System

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Spielraum für Interpretation

In Adners zweitem Quadranten, der „stabilen Koexistenz“, sind Herausforderungen durch das Ökoystem ebenfalls zu vernachlässigen. In diesem Szenario aber erweist sich das Entwicklungspotential der alten Technologie als noch lange nicht erschöpft. Man denke nur an den klassischen Verbrennungsmotor, der unter dem Druck innovativer Hybridantriebe immer effizienter wird. Je besser die bisherige Technologie wird, umso schwieriger haben es neue Produkte, sie konkurrieren – bis sich schließlich doch die Innovation durchsetzt. Marktführer können in diesem Szenario weiter in ihre bisherige Technologie investieren und langfristig, wie in Quadrant eins, eine Nischenposition anstreben.

Auch im dritten Szenario, dem „scheinbaren Widerstand“, existieren alte und neue Technologie für eine gewisse Zeit nebeneinander. In diesem Fall liegt das jedoch daran, dass das Ökosystem sich erst an das neue Produkt anpassen muss. Laut Adner fällt sein E-Books-Beispiel in diese Kategorie. Für die Innovatoren ist es in diesem Fall wichtig, nicht weiter in das neue Produkt, sondern vielmehr in das Ökosystem zu investieren. Die Konkurrenz darf sich hingegen nicht täuschen lassen, dass sie ihre Marktmacht hält, weil ihr bewährtes Produkt überlegen sei. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die schöpferische Zerstörung einsetzt.

Im vierten Szenario schließlich, dem „hartnäckigen Widerstand“, möchte sich kein Innovationsmanager gerne wiederfinden. Gegen einen Erfolg des neuen Produkts spricht, dass die Hindernisse im Ökosystem ebenso hoch sind wie das Entwicklungspotenzial der bisherigen Technologie. Etablierte Unternehmen sollten daher weiter in ihre Produkte investieren, um die innovative Konkurrenz noch stärker unter Druck zu setzten. Die hingegen muss in letzter Konsequenz einsehen, wenn ihr Produkt gescheitert ist – um nach kritischer Analyse einen neuen Versuch zu wagen.

Wo Manager ihr Produkt und ihre Industrie jeweils einordnen, ist letztlich eine Frage des Abwägens von Argumenten. So sieht Adner die aktuellen Innovationen im Bereich Elektromotoren als alternativer Fahrzeugantrieb im vierten Quadranten (hartnäckigen Widerstand), da die Infrastruktur zum Aufladen der Batterien noch weitgehend fehlt. Man könnte mit Blick auf Teslas wachsende Verkaufszahlen aber ebenfalls argumentieren, dass sich die Industrie mittlerweile im zweiten Szenario, der Koexistenz, befindet. Aber bei allem Spielraum für verschiedene Interpretationen: Wichtig sei, sagt Ron Adner, dass man das Ökosystem überhaupt bei seiner strategischen Planung berücksichtigt.

Denn bisher liege der Fokus in den meisten Unternehmen noch allein auf dem Produkt, nicht auf seinem Umfeld. Adner fordert einen Wechsel in der Denkweise. Im Zeitalter der fortschreitenden Vernetzung gebe es keine isolierten Prozesse, keine für sich stehenden Produkte mehr. „Innovationsmanager müssen begreifen, dass sie in einer Welt von Partnerschaften leben.“

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1 Kommentar zu "Innovationsmanagement: Schöpferische Zerstörung mit System"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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