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Managerinnen im Vorstand Personal – das vermeintliche Frauen-Ressort

Frauen, die in den Vorstand eines Konzerns aufrücken, übernehmen besonders häufig das Personalressort – oder etwa doch nicht? Die Personalberatung Korn Ferry räumt in einer Studie mit diesem Mythos auf.
Die Lage in den Top-Konzernen aus Dax und MDax enttäuscht. Quelle: Getty Images

Die Lage in den Top-Konzernen aus Dax und MDax enttäuscht.

(Foto: Getty Images)

KölnBevor wir zu den den harten Fakten der Studie kommen: Besonders viele Gründe zum Jubeln gibt es heute nicht. Kein „Hurra“ also an dieser Stelle, denn nach wie vor gibt es in der Hälfte aller Dax-Konzerne keine Frauen im Vorstand. Noch schlechter sieht es im MDax aus: nur sechs Firmen haben weibliche Vorstandsmitglieder berufen, in den anderen 88 Prozent der Unternehmen sucht man sie vergebens.

Immerhin – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry – kann mit einem Mythos aufgeräumt werden: Die Mehrzahl der Vorstandsfrauen verantwortet nicht das vermeintlich einfache Ressort Personal (noch so ein Mythos), sondern leitet operative Geschäftsbereiche.

„Das Ergebnis ist ernüchternd“, sagt Floriane Ramsauer, Partnerin bei Korn Ferry. „Die Mehrzahl der untersuchten Unternehmen scheint nach wie vor keine qualifizierten Frauen für ihre Vorstandsressorts zu finden. Erfreulich ist dagegen die klare Tendenz, dass immer mehr Frauen im Vorstand vor allem operative Verantwortung tragen. Diese Frauen beweisen, dass sie Geschäft können. Mehr Offenheit bei Besetzungen wäre darum wünschenswert.“

Insgesamt finden sich der Studie zufolge im Dax aktuell 20 weibliche Vorstände. Acht davon leiten operative Einheiten, wie Lisa Davis das USA-Geschäft bei Siemens, Erica Mann die Division Consumer Health bei Bayer oder Helga Jung das Spanien- und Lateinamerikageschäft bei der Allianz. Sieben Frauen dienen im Dax als Personalvorstand. Lufthansa-Managerin Simone Menne, aktuell Finanzvorstand, wechselt in Kürze das Unternehmen. Im Oktober wird damit Melanie Kreis von der Deutschen Post der einzige weibliche Finanzvorstand im Dax sein. Auch einen COO gibt es unter den weiblichen Vorständen nur einmal: Kim Hammonds bei der Deutschen Bank.

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Ein kurzer Hinweis noch vorweg: Es gibt kein Ranking. Wir stellen Ihnen die 25 Gewinnerinnen in alphabetischer Reihenfolge vor.

Aynur Boldaz-Özdemir, Integrationsunternehmerin
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Sie gibt Leuten eine Perspektive, die auf dem Arbeitsmarkt eigentlich keine Chancen haben. Aynur Boldaz-Özdemir, als 18-Jährige aus der Türkei nach Deutschland gekommen, behauptete sich ohne Ausbildung als ausländische Frau auf dem deutschen Arbeitsmarkt und leitet heute ihr eigenes, erfolgreiches „Integrationsunternehmen“. Forever Clean beschäftigt zu 48 Prozent Menschen mit körperlicher, geistiger oder psychischer Schwerbehinderung. In der Belegschaft arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – gemeinsam und inklusiv.

(Foto: Forever Clean)

Ingrid Brodnig, Journalistin und Netzaktivistin
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Eine pluralistische Gesellschaft muss auch im Netz verteidigt werden. Genau das macht Ingrid Brodnig. Die österreichische Journalistin engagiert sich couragiert gegen Hass im Internet – zuletzt in ihrem gerade erschienenen Buch „Hass im Netz“, in dem sie beschreibt, was wir gegen digitale Hetze, Mobbing und Lügen tun können. Ingrid Brodnigs Engagement hilft, eine (digitale) Zukunft zu schaffen, die keinen Hass zulässt – und niemanden mehr ausschließt.

(Foto: Alex Unger)

Saskia Bruysten, Unternehmerin
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Gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gründete Saskia Bruysten das Unternehmen „Yunus“, das eine Brücke zwischen lokalen Sozialunternehmen und humanitären Spendern und Kreditgebern schlägt. „Yunus“ ist bisher weltweit in sieben Ländern im Einsatz, darunter Indien, Uganda und Haiti. Mit ihrem Business setzt sich die ehemalige Unternehmensberaterin für einen sozialeren Kapitalismus ein, der seine Stärke einsetzt, um eine gerechtere Welt zu schaffen.

(Foto: Yunus)

Dr. Gisela Burckhardt, Aktivisitin
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Viel zu viele Frauen und Mädchen arbeiten in der Textilindustrie immer noch unter menschenunwürdigen Bedingungen. Gisela Burckhardt setzt sich für die Rechte und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen dieser Frauen ein. Sie hat den Verein Femnet e.V. gegründet und diskutiert als dessen Vorsitzende mit den großen Textilkonzernen, damit die Produktion fairer Kleidung die Regel wird – und nicht die Ausnahme bleibt.

(Foto: Flickr Heinrich Böll Stiftung, Stephan Roehl)

Diana Doko, Aktivistin für Suizid-Prävention und Unterstützung für Menschen mit Depressionen
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Jedes Jahr sterben in Deutschland 10.000 Menschen durch Suizid. Diana Doko setzt sich mit dem von ihr mitgegründeten Verein „Freunde fürs Leben“ dafür ein, dass diese Zahl sinkt. Sie, die selbst ihren Bruder durch Suizid verloren hat, leistet Aufklärungsarbeit bei jungen Menschen zu den Themen Suizid und seelische Gesundheit. Als Vorstandsvorsitzende des Vereins bietet sie betroffenen Menschen ein sicheres Netzwerk und trägt so dazu bei, dass weniger Menschen den Tod als letzten Ausweg wählen. Diana Dokos Vision ist eine Gesellschaft, in der Depressionen endlich kein Tabuthema mehr sind. Dafür kämpft sie jeden Tag.

(Foto: Tom Wagner)

Prof. Dr. Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin
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Muslime haben in unserer Gesellschaft mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan setzt sich mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit gegen diese Ressentiments ein. Als stellvertretende Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung untersucht sie unter anderem Islambilder in Deutschland. Sie leitet außerdem das Projekt: „Junge Islambezogene Themen in Deutschland“ (JUNITED). Die Forschung der gebürtigen Iranerin trägt einen wichtigen Teil dazu bei, die Islamfeindlichkeit in Deutschland abzubauen und eine pluralistische Gesellschaft entstehen zu lassen.

(Foto: Nina Pieroth)

Bei zehn Dax-Unternehmen sitzt aktuell eine Frau im Vorstand. Bei der Allianz, der Deutschen Bank, Lufthansa, Munich Re und Siemens sind es bereits zwei. Daimler will 2017 mit der Berufung von Britta Seeger zum Vertriebsvorstand nachziehen.

Floriane Ramsauer sagt: „Aktuell sehen wir die Entwicklung, dass Dax-Unternehmen, die bereits einen weiblichen Vorstand haben, bestrebt sind, den Frauenanteil zu vergrößern – und damit für eine größere Diversität im obersten Führungsgremium sorgen. Andererseits hat die Hälfte sich noch gar nicht auf die Reise gemacht: Frauen, die dort den ersten Vorstandsposten bekleiden, werden echte Pionierarbeit leisten müssen.“

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