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Mission Possible for Women in Space Warum Deutschland eine Astronautin braucht

Der zwölfte deutsche Mensch im All soll eine Frau sein, fordert die Initiative „Deutschland sucht die erste deutsche Astronautin“. Eine längst überfällige Mission um die männerdominante Raumfahrt-Welt wach zu rütteln.
  • Claudia Kessler
Die Mission „Deutschland sucht die erste deutsche Astronautin“ ist keine Casting-Show, sondern eine mehr als überfällige Initiative, um die männerdominante Raumfahrt-Welt etwas wach zu rütteln. (Foto: HE Space Operations)
Astronautin gesucht!

Die Mission „Deutschland sucht die erste deutsche Astronautin“ ist keine Casting-Show, sondern eine mehr als überfällige Initiative, um die männerdominante Raumfahrt-Welt etwas wach zu rütteln.

(Foto: HE Space Operations)

Wie viele deutsche Frauen kennen Sie, die schon im Weltraum waren? Richtig, keine. Bisher haben es nämlich nur elf männliche Astronauten ins All geschafft. Zeit also, endlich auch eine Frau zu schicken. Dafür plädiert die Raumfahrt-Expertin Claudia Kessler mit ihrer Mission „Deutschland sucht die erste Astronautin“. Sie ist CEO einer Personalvermittlung für Spezialisten in der Raumfahrtindustrie und gründete das Netzwerk Women in Aerospace Europe (WIA), um Frauen dabei zu helfen, in der männerdominierten Branche Karriere zu machen. Für unser Businessnetzwerk Leader.In hat die Weltraum-Managerin, die selbst keine Astronautin werden konnte, diesen Gastbeitrag geschrieben.

„Hey, Himmel, nimm den Hut ab, ich bin auf dem Weg!“, das sagte die Russin Valentina Tereschkowa am 16. Juni 1963 kurz vor ihrem Flug als erste Frau ins All. Und wenn es uns gelingt in 2020 – 57 Jahre später – die erste deutsche Frau ins All zu schicken, dann sollte zumindest der deutsche Himmel seinen Hut abnehmen!

Unsere Mission „Deutschland sucht die erste deutsche Astronautin“ ist keine „Casting“-Show, sondern eine mehr als überfällige Initiative, um die männerdominante Raumfahrt-Welt wach zu rütteln. Die deutsche Bevölkerung ist zu 51 Prozent weiblich, 52 Prozent aller Abiturientinnen sind weiblich, 52 Prozent aller Studenten sind weiblich, 45 Prozent aller Doktoranten sind weiblich – alle gesellschaftspolitischen und wirtschaftspolitischen Instanzen in Deutschland sind sich einig, dass wir die Frauen brauchen und fördern müssen, um unsere Zukunft als hoch technologisches Land zu sichern.

Aber auch die deutsche Wissenschaft hat ein hohes Interesse an Daten zu physiologischen, psychologischen und sozialen Anpassungen der Frau im All. Last but not least ist Deutschland der größte Beitragszahler des europäischen Anteils an der Internationalen Raumstation ISS! Da stellt sich einem doch irgendwann die Frage: Warum ist trotzdem noch keine deutsche Frau im All gewesen? Gibt es keine Frauen in Deutschland, die dazu fähig sind?

Mit der Initiative „Die Astronautin“ wollen wir verdeutlichen, dass es genügend qualifizierte deutsche Frauen gibt, die den Auswahlverfahren für Astronauten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Raumfahrt Agentur ESA genügen. Zweitens möchten wir zeigen, wie spannend – besonders für Frauen - Berufe in den naturwissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Bereichen sind.

Seit Jahren lässt sich der Trend nicht aufhalten, dass Mädchen in den sogenannten MINT-Fächern immer weniger präsent sind. Sie zu begeistern, ist eine wichtige Aufgabe unserer Mission. China macht es uns vor! Die chinesische Astronautin Wang Yaping hat Millionen Schüler vor den Fernsehern fasziniert. Ihre Experimente wurden an rund 80.000 Schulen übertragen. Einige Schüler konnten der Astronautin direkt Fragen stellen. Unterrichtsstunden aus dem All, was kann spannender sein?

So sehen echte Businessfrauen aus!
Wie sehen Businessfrauen aus? So zum Beispiel!
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Quelle: Nazir Azhari

Rote Lackschuhe und kurze Röcke zwischen Männerbeinen im Zweireiher: Frauenbilder, mit denen sich schon lange niemand mehr identifizieren möchte. Deswegen haben wir vor zwei Wochen gefragt: Wo sind eigentlich die Fotos, die moderne, authentische und natürliche Frauen zeigen? In einem Foto-Wettbewerb suchten wir Ideen, wie wir das ändern können. Nun stehen die Gewinnerbilder, wie dieses hier von Nazir Azhari, fest.

Schluss mit Bleistiftrock und steifer Pose
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Quelle: Johanna Vikell
Wir, das sind die Businessplattform Edition F als Initiator der Mission, die Foto-Community EyeEm, das Handelsblatt und andere namhafte Medienpartner (Zeit Online, Ze.tt, Manager Magazin und Huffington Post). Und gemeinsam wollen wir die Perspektive auf Frauen in der Arbeitswelt verändern. Schluss mit grausamen Stockphotos! Es leben schöne Fotos wie dieses hier von Johanna Vikell.
#Womeninbusiness
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Quelle: Michael Moeller
Mit #Womeninbusiness wollen wir moderne, natürliche und authentische Frauen zeigen. Frauen, die sich täglich in ihrem Job abrackern, aber nicht immer top gestylt im Hosenanzug erscheinen. Solche, die auch mal den Wecker überhören, in Windeseile Klamotten aus dem Schrank ziehen und sich die Haare erst im Auto auf dem Weg zur Arbeit kämmen.
Berufsalltag wie er auch aussehen kann
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Quelle: Tyler

Frauen, die nicht ihre weiblichen Vorzüge in den Fokus stellen, sondern mit ihrem fachlichen Können bestechen.

Danke!
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Quelle: Ana Caprini

Wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Mission so toll unterstützt haben. Die Auswahl der Gewinnerinnen ist uns allen nicht leicht gefallen.

Wow: So viele tolle Bilder!
6 von 10

Quelle: Astrid Hapsari

Insgesamt wurden über 3.000 Bilder eingereicht, aus denen wir für Sie die Top-Ten-Gewinnerfotos gewählt haben.

Trending Topic
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Quelle: Martin Rehm

Jeder Fotograf und jede Fotografin hatte die Möglichkeit, authentische Fotos aus seinem Joballtag entweder auf der Online-Plattform EyeEm hochzuladen oder oder sie per Mail einzureichen. Bereits am ersten Tag wurde der #WomeninBusiness zum Trending Topic bei Twitter.

Durch „Die Astronautin“ erhalten wir den Impuls, nach dem die Wirtschaft seit Jahren sucht, um Mädchen für die „trockenen“ Fächer wie Mathematik, Chemie, Physik und technische Studienzweige zu begeistern. Nur ein Beispiel, um die Notwendigkeit zu verdeutlichen: In den Forschungsabteilungen der Autobranche sind nur acht Prozent Frauen! Der Nachwuchs in naturwissenschaftlichen und technischen Branchen wird generell dringend benötigt. Ohne die Frauen dafür zu begeistern, bekommen wir dieses Problem nicht gelöst. Schließlich sind wir in unserem Hochtechnologieland ohne Bodenschätze abhängig von der Ressource Mensch.

„Die Astronautin“: Zukunft möglich machen
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