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Arbeitgeber-Bewertung im Netz „Kantinenessen lecker, Kollegen nett, Chef blöd“

Wie gehen Arbeitgeber mit der Kritik auf Bewertungsplattformen wie Kununu, Glassdoor, Jobvote um? Eine neue Studie zeigt die gröbsten Fehler.
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Arbeitgeberbewertung: Die bekanntesten Bewertungsportale im Test Quelle: Getty Images
Mitarbeiter vergeben Punkte

Auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen gibt es für deutsche Unternehmen nicht nur Bestnoten.

Düsseldorf„Wer auf Terror und Unmenschlichkeit steht, ist hier richtig!“, „Game of Thrones ist nichts dagegen“, „Der absolute Tiefpunkt in jeder Arbeitsbiographie“, „Käfighaltung in veralteten Büros“: Solche Kommentare, die (ehemalige) Mitarbeiter und Bewerber auf Arbeitgeberbewertungsplattformen veröffentlichen, verlangen Unternehmen einiges ab.

Ignorieren? Dementieren? Wie sieht eine Antwort im Idealfall aus? Sollte der Chef persönlich oder besser die HR-Abteilung reagieren? Und wie gefährlich können austauschbare Floskeln und vorgestanzte Textbausteine werden?

Mit diesen Fragen haben sich die Autoren Manfred Böcker und Sascha Theisen in ihrer aktuellen Studie „Arbeitgeber im Kandidatendialog“ beschäftigt. Dafür haben die Kölner Unternehmensberater rund 1.300 auf Kununu, der größten Plattform in Deutschland, veröffentlichte Arbeitgeberstatements untersucht.

Das Ergebnis: Meist sind sie Arbeitgeber der Herausforderung nicht gewachsen. Keine Frage: Wer mit dem knallharten, polarisierenden und unverblümten Feedback eines typischen Kununu-Nutzers umgehen will, benötigt ein dickes Fell.

„Wenn Unternehmen überhaupt reagieren, dann oft mit Standardfloskeln“, erzählt Manfred Böcker. „Es mangelt am Angebot echter Kontaktmöglichkeiten und auch ausgesprochen aggressive Gegenschläge sind unschwer zu finden.“ Beim Gegenangriff ganz vorn dabei: Gekränkte Geschäftsführer und Firmeninhaber, die mit Kritik offenbar gar nicht gut klarkommen, und zurückschießen.

Fakt ist: Immer mehr Bewerber informieren sich im Netz über potenzielle Arbeitgeber und vertrauen tendenziell immer weniger der Eigenkommunikation von Unternehmen - zum Beispiel auf deren Karrierewebseiten. Böcker: „Bewerber lesen zur Orientierung und Überprüfung die im Internet veröffentlichten Erfahrungsberichte von Mitarbeitern oder anderen Bewerbern.“

Diesen Trend bestätigt auch eine Umfrage des Recruiting-Anbieters Softgarden aus dem Jahr 2017. Demnach nutzen aktuell bereits 45,7 Prozent der Bewerber Plattformen, auf denen Arbeitgeber bewertet werden. „Der hohe Grad der Nutzung von Bewertungen in anderen Kontexten (Ärzte, Reisen, Elektrogeräte) legt nahe, dass dieser Anteil wahrscheinlich noch deutlich zunehmen wird“, ist Studienautor Sascha Theisen überzeugt. „Grund genug für Arbeitgeber, das Thema ernst zu nehmen.“

Doch nur die wenigsten Firmen (rund 6.400 von 610.000 auf Kununu bewerteten Unternehmen) nutzen die kostenlose Funktion, mit der sie auf Nutzerkommentare reagieren können – das entspricht einem Anteil von 1,1 Prozent. Eine gefährliche Einstellung, meint Berater Theisen.

Wichtig für die Imagepflege

Ein wichtiger Aspekt: Die eigentlichen Adressaten von Kununu, Glassdoor und Co. sind die Nutzer dieser Plattformen, das heißt vor allem potenzielle Bewerber und Mitarbeiter. „Das Feedback-Verhalten von Unternehmen ist deshalb markenbildend für die Arbeitgeber“, sagt Böcker. „Diesen Wirkungszusammenhang müssen Verantwortliche auf dem Schirm haben, wenn sie beurteilen möchten, ob sich eine Investition in ein aktives Dialogmanagement lohnt“, so der Experte.

Die überwältigende Mehrheit der bewerteten Unternehmen verfährt jedoch nach der Vogel-Strauß-Strategie und steckt den Kopf in den Sand. Die Zielgruppe deutet dieses Verhalten unter anderem so:

  • „Arbeitgeber ist unnahbar und nimmt Kritik überhaupt nicht wahr“
  • „An der Kritik wird schon etwas stimmen“
  • „Die steigen nicht von ihrem hohen Ross und nehmen Kritik der Mitarbeiter nicht ernst“
  • „Die mögen kein Feedback“
  • „Die sind altbacken und reagieren nicht professionell auf Kommentare in Social Media“

Andere potentiell imageschädigende Vorgehensweisen, die Böcker und Theisen analysiert haben, sind Standardfloskeln (Die „Copy-and-Paster“; 50,7 Prozent deutscher Arbeitgeber), die Dementierungs-Strategie (nach dem Motto: „Stimmt alles nicht“, „Können wir nicht nachvollziehen“; 16,9 Prozent deutscher Arbeitgeber), die generelle Ablehnung von Kununu als Feedback-Kanal (1,5 Prozent) oder aggressives Verhalten (4,8 Prozent), bei dem aufgestauter Frust nicht selten ungeschminkt und viel zu oft auf Kosten der Arbeitgeberattraktivität von persönlich beleidigten Chefs und meist mittelständischen Geschäftsführern abgelassen wird.

Ein Beispiel: auf eine negative Bewertung reagiert der Geschäftsführer eines Logistikunternehmens mit dem Kommentar „Da das Erlernen der deutschen Sprache offenbar auch verschwendete Lebenszeit war, ist klar warum ex Mitarbeiter... Wir erwarten schon ein wenig mehr, als nur vor der Tür zu parken und den Betriebsfrieden zu stören. Übrigens, das war kein Parkplatz, sondern eine Sperrfläche.“

In einem anderen Fall stutzt der Leiter eines Handelsunternehmens eine Auszubildende fachlich und menschlich zurecht: „Mehr Schein als Sein... genau diese Beurteilung geben wir sehr gerne an Sie, sehr geehrte Ex-Azubine, zurück. (...) Überwiegend wurden diese Azubis nach der Ausbildung auch übernommen. Allerdings setzt dies nicht nur fachliche, sondern auch menschliche Qualitäten voraus.“

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1 Kommentar zu "Arbeitgeber-Bewertung im Netz: „Kantinenessen lecker, Kollegen nett, Chef blöd“"

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  • ARBEITGEBER-BEWERTUNG IM NETZ
    „Kantinenessen lecker, Kollegen nett, Chef blöd“

    .............................

    FALSCHE DARSTELLUNG DER TATSACHEN ! :-)))

    Es muß heißen :

    KANTINENESSEN LECKER, KANTINE ZU WEIT WEG, LANGE WARTEZEITEN AUF ESSEN EINSCHENKEN LASSEN UND AUCH AN DEN KASSEN, RÜCKWEG ZEITEN IMMER IM KOPF WÄHREND DEM ESSEN, ESSEN VERSCHLINGEN.

    Nach Jahren beim Hausarzt kommt dann die Diagnose daß der Magen gravierende Schäden haben bei denen die sich Jahrelang das Kantinenessen gaben oder auch bei denen die um sich diesen Streß zu vermeiden Jahrelang auf eine warme Mahlzeit verzichteten !

    Magen Geschwüren sind da noch die armloseste Krankheiten !

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