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Burda-Managerin Stephanie Czerny will das Silodenken aufbrechen

Die „Digital Life Design“ ist für Stephanie Czerny nicht nur eine Konferenz, sondern ein eigenes Ökosystem, das gepflegt werden muss.
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„Ich war eine analoge Hausfrau aus Kreuth.“ Quelle: Thomas Dashuber für Handelsblatt
Stephanie Czerny

„Ich war eine analoge Hausfrau aus Kreuth.“

(Foto: Thomas Dashuber für Handelsblatt)

München Wer in der Lobby des Münchner Medienkonzerns Burda darauf wartet, zu seinem Termin abgeholt zu werden, sitzt direkt am Eingang der Burda-Bar. Für einen Freitagmorgen herrscht dort schon reger Betrieb. Vor zehn Jahren hat Stephanie Czerny, die nicht nur für ihre Kollegen, sondern für die ganze Welt die „Steffi“ ist, Verleger Hubert Burda davon überzeugt, dass es einen solchen Ort braucht; einen Ort, an dem man sich „quer durch Hierarchien und Bereiche“ zwanglos treffen kann.

Sie selber testete damals mit dem Personalchef die Baristas Münchens, um den besten schließlich abzuwerben, denn: „Man braucht guten Kaffee.“

Vernetzen, das ist Czernys Mission. Sie ist freundlich, aber unnachgiebig, wenn es darum geht, Menschen zusammenzubringen. Ihre Plattform ist die DLD, was für „Digital Life Design“ steht. Czerny hat die jährlich stattfindende Konferenz 2005 mit ins Leben gerufen und sie zu einer festen Größe im Terminkalender der weltweiten Tech-Elite gemacht.

Auf der Bühne in München standen schon Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Microsoft-Chef Satya Nadella und Uber-Chef Dara Khosrowshahi. Dazu kommen Gründer, Investoren, Wissenschaftler und Künstler.

Silodenken aufbrechen

Für Czerny ist DLD viel mehr als „einfach eine Konferenz“. Es sei ein Ökosystem, das gehegt und gepflegt werden müsse. Alle Teilnehmer, ob Redner oder Zuhörer, wählen die 64-Jährige und ihre acht Mitarbeiter der DLD Media GmbH sorgfältig aus. „Wir suchen nach Menschen mit unterschiedlichen Haltungen und Blickweisen“, erklärt Czerny. „Wir wollen das Silodenken aufbrechen.“

Das Wichtigste ist, genau zu wissen, wer kommt. Die Hälfte der rund 1 000 Teilnehmer sind bekannte Gesichter, weil sie jedes Jahr dabei sind. Über die andere Hälfte versucht das Team im Vorfeld so viel rauszukriegen wie nur möglich. Mittlerweile gibt es zahlreiche DLD-Ableger, zum Beispiel in Tel Aviv, Brüssel oder New York.

Job und Vergnügen, der Übergang ist bei Steffi Czerny fließend. Und so war sie schon mit Marissa Mayer, der langjährigen Yahoo-Chefin, auf dem Waldfest in Kreuth. Mit den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin ging es zum Skifahren.

Man sagt, Czerny merke früh, in wem das Potenzial stecke, etwas Großes zu schaffen. Über die Zeit hat sie viele gut vernetzte Menschen kennen gelernt, die ihr sagen, wenn sie auf jemanden achten soll. Und sie liest viel: Zeitung, Zeitschriften, Newsletter. Politik und Zeitgeschehen, dafür hat sie sich schon immer interessiert.

Deswegen studierte sie Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und besuchte die Deutsche Journalistenschule in der bayerischen Hauptstadt, wo sie anschließend zwei Jahre für die deutsche „Playboy“-Ausgabe arbeitete.

Begegnung in der Gondel

Hubert Burda lernte sie schließlich beim Skifahren in der Gondel kennen. Freunde hatten sie einander vorgestellt. Sie redeten über das Internet und die Herausforderungen und irgendwann – ebenfalls in der Gondel – fragte er sie, ob sie für ihn arbeiten wolle. 1995 stieg sie beim Burda-Verlag ein und war die Erste, die ein Handy forderte – und bekam. Ein Nokia-Gerät, ein riesiges Ding.

Ruhe findet Czerny in der Natur. Als sie in den 80ern schwanger wurde, zog es sie ins ländliche Kreuth, südlich von München. Dort lebt sie noch heute mit ihren zwei Hunden. Die vier Kinder – die Älteste 34, der Jüngste 29 – sind aus dem Haus. Ihr Mann ist im vergangenen Jahr verstorben. Czerny engagiert sich für den Umweltschutz als Stiftungsrat im WWF und bei Biotopia, dem neuen Naturkundemuseum in München.

Aufgewachsen ist sie im Stadtteil Schwabing. Das Haus lag in einem Hinterhof mit einem großen Garten mit Pfirsich- und Apfelbäumen. „Ein Paradies mitten in der Stadt.“ Ihre Mutter war Geschäftsführerin der deutsch-amerikanischen Gesellschaft – und Czerny findet, dass sie in gewisser Weise ihr Erbe fortführt. Schließlich bringe auch sie bei der DLD Menschen und Unternehmen von dies- und jenseits des Atlantiks zusammen.

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