Zum The Shift! Special von Handelsblatt Online

Gehaltsreport 2018 So viel mehr verdient Ihr Chef

Beruflicher Erfolg ist meist eng mit dem Gehalt verbunden. Eine Studie zeigt, wo man in Deutschland am meisten verdient – und was der Chef erhält.
Kommentieren
Der neue Gehaltsreport zeigt die durchschnittlichen Gehälter für Fach- und Führungskräfte. Quelle: Getty Images
Überblick über Gehälter

Der neue Gehaltsreport zeigt die durchschnittlichen Gehälter für Fach- und Führungskräfte.

(Foto: Getty Images)

BonnDie Gehälter von Top- und Spitzenmanagern sorgen regelmäßig für populistische Schlagzeilen in den Medien. Der Alltag hingegen sieht ganz anders aus: Erfolgsdruck, Sachzwang und Fremdbestimmung. Chef und Chefin sein ist ein Knochenjob.

Wer sein Einkommenspotenzial voll ausschöpfen und sein Gehalt steigern will, muss herausfinden, welches Gehalt für ihn drin ist. Der neue Stepstone-Gehaltsreport, der am Dienstag veröffentlicht wurde und für den die Online-Jobplattform 50.000 Fach- und Führungskräfte befragt hat, bietet einen aktuellen und umfassenden Überblick. Er zeigt Gehälter aufgeteilt nach Berufsfeld, Region, Branche und Berufserfahrung – zu 30 Prozent waren bei der Befragung Chefs vertreten. Die Daten beziehen sich auf das durchschnittliche Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Provisionen oder Prämien.

Ganz generell liegt das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland bei rund 58.150 Euro brutto im Jahr. Die Berufsgruppen mit den höchsten Durchschnittsgehältern sind Ärzte (84.230 Euro), Banking-Spezialisten (70.890 Euro) sowie Ingenieure (66.960 Euro) und IT-Spezialisten (64.840 Euro).

Führungskräfte verdienen deutlich mehr (66.650 Euro) als Fachkräfte ohne Personalverantwortung (53.260 Euro). Dabei ist am meisten Gehalt drin, wenn ihnen mehr als 100 Mitarbeiter unterstellt sind: 82.401 Euro.

Auch ein Studium zahlt sich ein Leben lang aus: Fachkräfte mit akademischer Ausbildung bekommen deutlich höhere Gehälter (64.970 Euro) als Angestellte ohne Studienabschluss (50.100 Euro) – auch langjährige Berufserfahrung kann die durchschnittliche Gehaltskluft von rund 40 Prozent nicht mehr schließen.

Weitere Ergebnisse der detaillierten Gehaltsstudie

Branchenvergleich: Chemie liegt 20.500 Euro über der Kommunikationsbranche.

  • Das Spitzentrio der Branchen mit den höchsten Gehältern bilden die Pharmaindustrie (69.380 Euro), Banken (69.210 Euro) sowie die Autoindustrie (66.900 Euro).
  • Beschäftigte der Chemiebranche bekommen im Schnitt 20.500 Euro mehr Gehalt als Fachkräfte aus dem Bereich Agentur, Werbung, Marketing und PR (48.900 Euro).

Deutschlands Top-Verdiener leben in Hessen.

  • Im Vergleich der Bundesländer sichert sich Hessen wie schon in den vergangenen Jahren Rang eins (63.350 Euro). Auf den Plätzen zwei und drei liegen mit nur geringem Abstand voneinander Baden-Württemberg (62.100 Euro) und Bayern (61.700 Euro).
  • In Brandenburg (44.240 Euro), Sachsen-Anhalt (44.220 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (42.650 Euro) verdienen Fachkräfte im Schnitt am wenigsten.

Große Unternehmen zahlen überdurchschnittlich.

  • Das Gehalt von Fachkräften in großen Unternehmen (mehr als 1000 Mitarbeiter) liegt 15 Prozent über dem einer durchschnittlichen Fachkraft in Deutschland.
  • Im direkten Vergleich mit kleineren Unternehmen ist der Unterschied noch deutlicher: Wer bei einem Arbeitgeber mit mehr als tausend Mitarbeitern angestellt ist, verdient im Schnitt 32 Prozent mehr als Beschäftigte in Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern.

Studienfach und Abschluss bestimmen Gehaltsniveau.

  • Ein Abschluss in Medizin oder Zahnmedizin (79.700 Euro) oder Rechtswissenschaften (72.990 Euro) öffnet die Tür zu hohen Gehältern. Auch Absolventen der Ingenieurwissenschaften freuen sich über ein hohes Gehaltsniveau (69.300 Euro). Wirtschaftsingenieure liegen sogar noch darüber (70.230 Euro).
  • Promovierte Akademiker (76.170 Euro) verdienen im Schnitt 17.100 Euro mehr als Angestellte mit Universitätsdiplom oder Master (59.070 Euro).

Weniger gut sieht es für qualifizierte Menschen aus, die im Bereich der Pflege arbeiten. Sie rangieren am unteren Ende der Skala, auf der im Gehaltsreport die Einkommen nach Berufsgruppen aufgeschlüsselt sind.

  • Wer sich um Kranke kümmert, wird in Deutschland mit durchschnittlich 38.510 Euro bezahlt. Wenigstens stehen Akademiker mit 43.551 Euro besser da als Nicht-Akademiker (36.873 Euro).
  • Ein deutlicher Unterschied zeigt sich auch beim Blick auf das Geschlecht: Frauen verdienen in Pflege- und Therapieberufen durchschnittlich 37.047 Euro, Männer 42.476 Euro.
  • Wer gut verdienen will, sollte die Bereiche Anästhesie und Intensivpflege ansteuern: hier gibt es im Schnitt 42.387 Euro, gefolgt von der Gesundheits- und Krankenpflege (39.212 Euro) und der Altenpflege (37.640 Euro).

Der vollständige Gehaltsreport steht hier zum kostenlosen Download bereit.

Diese Faktoren beeinflussen Ihr Gehalt
Alter
1 von 14

Gemäß der Gehaltsbiografie 2016 von Gehalt.de steigen die Gehälter der Deutschen stetig an - bis sie eine gewissen Altersgrenze erreicht haben. Demnach pendeln sich die Bezüge von Fachkräften um die 40 Jahre bei durchschnittlich 45.000 Euro brutto im Jahr ein. Danach steigen die Gehälter nur noch bei Führungskräften - und zwar auf durchschnittlich 105.000 Euro brutto im Jahr.

Trotzdem steigt das Einkommen im Alter, wie eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Demnach haben die verfügbaren Einkommen der 65- bis 74-jährigen in Westdeutschland seit Mitte der 1980er Jahre um durchschnittlich 52 Prozent zugelegt. Die Einkommen von Menschen unter 45 Jahren stiegen laut der Studie dagegen nur um 21 bis 31 Prozent, wie das Sozio-oekonomische Panel belegt. Dafür werden jährlich Tausende Haushalte in Deutschland befragt. Allein seit der Wende wuchsen die Einkommen der Älteren laut der Studie um 25 Prozent, die der Jüngeren nur um zehn Prozent.

Geringverdiener machen pünktlich Feierabend
2 von 14

Umgekehrt machen Menschen mit einem Jahresbrutto von weniger als 30.000 Euro durchschnittlich 2,1 Überstunden pro Woche. Bei einem Gehaltsniveau von 60.000 Euro sind es schon doppelt so viele Überstunden.

Gewicht
3 von 14

Schlanke Frauen und übergewichtige Männer verdienen mehr als andere Geschlechtsgenossen. Das haben die Ökonomen Marco Caliendo von der Uni Potsdam und Markus Gehrsitz von der New York Universität bei einer Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels herausgefunden. Anhand der jährlichen Befragung von rund 12.000 deutschen Privathaushalten errechneten sie den Body-Mass-Index (BMI) von Männern und Frauen und verglichen ihn mit dem Einkommen. Und siehe da: Am meisten verdienen Frauen durchschnittlich mit einem BMI von 21,5. Mit zunehmendem BMI sinkt ihr Gehalt. Männer hingegen verdienen am meisten, wenn sich ihr BMI von 23 bis kurz vor der Fettleibigkeit bewegt. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass das Gehalt bei Frauen durch ihre Schönheit angetrieben wird und bei Männern durch Gesundheit und Körperkraft. Allerdings ist der Einfluss von Schönheit auf das Einkommen gerade bei Frauen wissenschaftlich umstritten.

Schönheit
4 von 14

Inwiefern Schönheit das Einkommen beeinflusst, untersuchten US-Forscher anhand einer Auswahl von 737 MBA-Absolventen aus den Jahren von 1973 bis 1982. Dabei verglichen sie die Attraktivität der Gesichter mit den Einstiegsgehältern sowie ihrem späteren Einkommen - und stellten fest: Attraktive Männer erhalten durchschnittlich höhere Einstiegsgehälter als attraktive Frauen. Dafür verdienen schöne Frauen auf ihrem weiteren Karriereweg mehr als andere Frauen. So hat beispielsweise Eva Sierminska vom Luxemburger Institut für Sozialforschung herausgefunden, dass schöne Frauen in Deutschland rund 20 Prozent mehr verdienen als der Durchschnitt.

Körperpflege
5 von 14

Körperpflege zahlt sich vor allem für Männer aus. Wirtschaftswissenschafter der amerikanischen Elon Universität werteten Daten der American Time Use Survey des US-Amtes für Arbeitsmarktstatistik aus und stellten fest, dass Männer, die mehr Zeit in Körperpflege investieren, auch mehr verdienen. Eine ausgiebige Körperpflege steigert das Gehalt vor allem bei Männern, die einer Minderheit in den USA angehören. Bei Frauen zeigte die Zeit für Körperpflege keinen Effekt auf ihr Gehalt.

Persönlichkeit
6 von 14

Aussehen ist nicht alles: US-Forscher erfassten in einer Umfrage unter 731 Teilnehmern die Persönlichkeit sowie ihren Jobtitel, ihr Gehalt und ihre berufliche Zufriedenheit. Dabei wiesen emotional stabile und gewissenhafte Menschen ein höheres Einkommen und eine höhere Zufriedenheit mit ihrer Arbeit auf. Eine Folgeumfrage zehn Jahre später zeigte außerdem, dass Extraversion das Gehalt über die Jahre stärker steigerte.

Emotionen
7 von 14

Wut sorgt für mehr Geld als Trauer. Dies zeigt eine Studie, über die Simon M. Laham in seinem Buch "The Science of Sin" berichtet. Dabei wurden Probanden Videos von Bewerbungsgesprächen gezeigt, in denen die Bewerber über einem Vorfall in ihrem vorherigen Job erzählen, als sie einen wichtigen Kunden verloren. Mal war der Bewerber wütend, mal traurig. Nach den Videos wurden die Studienteilnehmer befragt, wie viel Gehalt sie den Bewerbern zahlen würden. Das Ergebnis: Wer sich wütend zeigte, bekam ein durchschnittliches Jahresgehalt von 53.700 US-Dollar zugesprochen. Traurige Personen sollten lediglich 41.330 US-Dollar erhalten.

Startseite

Mehr zu: Gehaltsreport 2018 - So viel mehr verdient Ihr Chef

0 Kommentare zu "Gehaltsreport 2018: So viel mehr verdient Ihr Chef"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%