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Gleichberechtigung Die Stereotype-Falle

Frauen werden benachteiligt, meint Arbeitsmarktexpertin Jutta Rump. Der Grund: Stereotype. Im Interview erzählt sie, wie man sich davor schützen kann – und dass sie sich bereits selbst beim Klischee-Denken erwischt hat.
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Die Arbeitsmarktexpertin Jutta Rump geht davon aus, dass es noch bis zu 15 Jahre dauern wird, bis Gleichberechtigung in deutschen Unternehmen herrscht. Quelle: dpa - picture-alliance
Internationaler Frauentag

Die Arbeitsmarktexpertin Jutta Rump geht davon aus, dass es noch bis zu 15 Jahre dauern wird, bis Gleichberechtigung in deutschen Unternehmen herrscht.

(Foto: dpa - picture-alliance)

Der internationale Frauentag soll das Bewusstsein für die Gleichberechtigung stärken. Doch wie weit ist sie mittlerweile in deutschen Unternehmen fortgeschritten? Jutta Rump, Arbeitsmarktexpertin und INQA-Themenbotschafterin Chancengleichheit und Diversity, erzählt im Gespräch, dass viele deutsche Unternehmen, aber auch die Politik beim Thema Gender Balance noch nachsitzen müssen – und welchen europäischen Staat sich Deutschland zum Vorbild nehmen kann.

Frau Rump, am heutigen Mittwoch ist der internationale Frauentag. Wie gut sind deutsche Unternehmen beim Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau aufgestellt?
Es herrscht heute zwar schon mehr Gleichberechtigung als vor fünf oder zehn Jahren. Gleichwohl muss man sagen, wenn man sich den Anteil von Frauen in Führungspositionen anschaut, besteht an der einen oder anderen Stelle noch Handlungsbedarf.

Aber Gleichberechtigung zeichnet doch viel mehr als nur den Anteil von Frauen in Führungspositionen aus.
Natürlich hat Gender Balance unterschiedlich viele Facetten. Gleichberechtigung bezieht sich neben den Karrieremöglichkeiten auch auf die Vergütung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es muss aber vor allem noch viel im Bereich der Stereotype getan werden.

Was meinen Sie damit genau?
Ob man Frau und Mann – sowohl bewusst als auch unbewusst – mit gleichem Maß bewertet. Das ist vor allem in der Personalauswahl und -entwicklung häufig nicht der Fall. Denn mit Positionen und Berufsbildern verbinden wir ganz bestimmte Attribute und Verhaltensmerkmale. Wer ist durchsetzungsstark? Wer ist wettbewerbsorientiert? Wer handelt ziel- und strategieorientiert? Wir hören diese Begriffe – und haben sofort ein Bild im Kopf. Und dieses Bild ist bei den meisten von uns mit einem Geschlecht verbunden. Und dann tappt man automatisch in die Stereotype-Fallen.

Haben Sie sich schon mal beim Klischee-Denken erwischt?
Ja, vor nicht allzu langer Zeit kam ein Mitarbeiter zu mir ins Büro und erzählte mir, dass er Vater wird. Ich habe mich total für ihn gefreut. Zwei Wochen später kam eine Mitarbeiterin zu mir und erzählte mir, sie sei schwanger. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, so schnell ist es in meinem Gehirn hoch geploppt: „Wie lange dauert es noch? Schaffst du es noch, das Projekt zu beenden und wer übernimmt die Dokumentation?“

So zufrieden sind deutsche Arbeitnehmer
Deutsche sind zufriedener als erwartet
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Die deutschen Arbeitnehmer sind zufriedener in ihrem Job als Personal-Experten denken. Das geht aus der aktuellen Zufriedenheits-Studie des Karriereportals Linkedin hervor, an der hierzulande 1000 Arbeitnehmer und mehr als 500 Personaler teilnahmen. So gehen die HR-Experten mehrheitlich davon aus, dass jeder vierte Mitarbeiter „gar nicht“ oder „nicht sehr erfüllt“ ist – tatsächlich ist das nur bei jedem Zehnten der Fall.

Deutsche sind zufriedene Arbeitnehmer
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Im Vergleich zu anderen Ländern sind deutsche Arbeitnehmer laut der Studie am zufriedensten. Mehr als 56 Prozent der Befragten hierzulande gaben an, erfüllt oder sehr erfüllt im Job zu sein. Männer sind demnach tendenziell glücklicher über ihren Job als Frauen.

Personaler bewerten Gehalt über
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Eine gute Beziehung ist für deutsche Arbeitnehmer laut Studie am wichtigsten, um am Arbeitsplatz glücklich zu sein. Erst dann folgen das Gehalt und die Möglichkeit, bei der Arbeit eigene Ideen einzubringen und auch umzusetzen. Doch vielen deutschen Personalern ist nicht bewusst, welche Faktoren Mitarbeiter zufrieden machen: In der Befragung schätzen HR-Experten den Faktor Gehalt als den wichtigsten ein, gefolgt von der Beziehung zu Kollegen und zum Vorgesetzten. Die Möglichkeit, eigene Ideen zu realisieren, kommt bei ihnen erst an neunter Stelle.

Work-Life-Balance ist elementar
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Dass das Gehalt für viele deutsche Arbeitnehmer eine untergeordnete Rolle spielt, zeigt sich auch bei der Befragung zur Work-Life-Balance: Für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben würden fast acht von zehn Angestellten laut Studie eine Lohnkürzung in Kauf nehmen.

Je höher die Position, umso zufriedener der Mitarbeiter
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Je höher ein Mitarbeiter die Karriereleiter in einem Unternehmen erklimmt, desto zufriedener ist er laut Untersuchung. Während im Junior-Level jeder Zehnte angibt zufrieden zu sein, macht diese Angabe im geschäftsführenden Bereich jeder dritte Angestellte.

Im Mittelstand sind Mitarbeiter unzufriedener
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Wenn es um Mitarbeiterzufriedenheit geht, müssen mittelständische Unternehmer offenbar nachsitzen: Während in Kleinst- und Großunternehmen drei Viertel aller Mitarbeiter angaben, glücklich zu sein, machte im Mittelstand nicht einmal jeder Zweite diese Angabe. Dabei können sie Arbeitskräfte nur an sich binden, wenn sie für Zufriedenheit am Arbeitsplatz sorgen. Die Umfrage ergab außerdem, dass die große Mehrheit der Personaler davon überzeugt ist, dass glückliche Mitarbeiter nicht nur länger im Unternehmen bleiben, sondern produktiver sind und als Markenbotschafter für den Betrieb fungieren.

In Dortmund gibt es die meisten zufriedenen Mitarbeiter
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Obwohl in Dortmund die Arbeitslosenquote mit 11,6 Prozent im September 2016 deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegt, sind die Arbeitnehmer in der Ruhrpott-Metropole die zufriedensten in der Republik: Sechs von zehn Studienteilnehmern aus Dortmund gaben an, glücklich über ihren Job zu sein. Auf Platz zwei landet Berlin, gefolgt von Stuttgart, Köln und Hamburg.

Und im nächsten Moment habe ich mir geschockt die Frage gestellt: Was tust du da eigentlich? Doch das Leben schlug mir ein Schnippchen: Alles verlief bestens und die Mitarbeitern war nur nach wenigen Wochen in Vollzeit zurück am Arbeitsplatz.

Was könnte der Grund dafür sein, dass selbst eine langjährige Expertin wie Sie in die Stereotype-Falle tappt?
Ich bin Ende der 60er Jahre geboren worden. In meiner Sozialisation, also als ich zwischen 0 und 25 Jahre alt war, wurde ein bestimmtes Rollenmuster vorgelebt. Das hat sich in dem limbischen System meiner Generation verankert und existiert daher unbewusst.

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„Gemischte Führungsgruppen sind erfolgreicher“
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