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Mitarbeiterzufriedenheit Das sind Deutschlands beste Arbeitgeber 2019

Ein gutes Betriebsklima wird in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger. Der Wettbewerb„ Great Place to Work“ zeichnet erfolgreiche Konzepte aus.
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Ein Faktor, den Mitarbeiter sich wünschen: Flexibilität. Quelle: DigitalVision/Getty Images
Offene Büröflächen

Ein Faktor, den Mitarbeiter sich wünschen: Flexibilität.

(Foto: DigitalVision/Getty Images)

KölnFür Mitarbeiter, die nicht täglich ins Büro kommen wollen, schnürt Cisco Systems Deutschland ein sehr nützliches Paket. Wer ein Homeoffice einrichten will, erhält vom Netzwerkausrüster neben Technik und Support auch einen ergonomischen Schreibtisch frei Haus.

Wie oft sie den heimischen Arbeitsplatz nutzen, entscheiden die Beschäftigten dann ganz allein. Teambesprechungen finden grundsätzlich nicht am Konferenztisch, sondern per Video statt. Mit einem Smartphone ist es möglich, sich auch von unterwegs einzuklinken.

In der Belegschaft ist die freie Wahl des Tätigkeitsorts beliebt. „Das ortsunabhängige Arbeiten kommt sehr gut an“, sagt Anke Schütze aus dem Personalmanagement von Cisco. Dabei spekuliert das Unternehmen auch auf eigene Vorteile: „Örtliche und zeitliche Flexibilität erhöhen das Engagement unserer Belegschaft“, ist Schütze überzeugt.

Ein attraktives Arbeitsumfeld soll helfen, im Wettbewerb um die besten Köpfe zu punkten. Dass sich das Vertrauen auszahlt, das Cisco gegenüber Mitarbeitern zeigt, beweist Platz eins beim diesjährigen Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ in der Größenklasse der Unternehmen mit 501 bis 2000 Mitarbeitern.

Detailliert haben die Experten des Forschungs- und Beratungsinstituts Great Place to Work in Kooperation mit dem Handelsblatt knapp 700 Teilnehmer auf ihre Qualitäten als Arbeitgeber hin abgeklopft. Die Grundlage der Analyse sind anonyme Mitarbeiterbefragungen und Management-Audits zur Unternehmenskultur. Die Gewinner wurden gestern in Berlin ausgezeichnet.

Blick auf persönliche Bedürfnisse

Angesichts des verschärften Fachkräftemangels hat der Einsatz der Unternehmen für ihre Beschäftigten noch einmal an Bedeutung gewonnen, sagt Frank Hauser, Geschäftsführer bei Great Place to Work in Köln. „Es ist wichtiger denn je, Mitarbeiter an das eigene Unternehmen zu binden.“ Und er ist überzeugt, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. Laut Hauser punkten vor allem jene Unternehmen bei Mitarbeitern, die persönliche Bedürfnisse stark berücksichtigen – wie Cisco es mit flexiblen Regeln für Zeiten und Orte tut. „Das Gesamtpaket soll stimmen“, so Hauser.

Auf starre Vorgaben beim Dienstplan verzichtet seit dem vergangenen Jahr die Fuldaer Supermarktkette Tegut. Die Mitarbeiter in den 270 Filialen wissen nun drei Wochen im Voraus, zu welchen Zeiten sie eingesetzt werden – und können ihre Freizeit besser planen. Zuvor hatten sie nur eine Woche Zeit, sich darauf einzustellen. Dies ist innerhalb der Personalarbeit nur ein Baustein, der Tegut eine Top-drei-Platzierung in der Kategorie 2001 bis 5000 Mitarbeiter beschert hat.

Mit Mitarbeiterevents will Tegut den Zusammenhalt steigern. So schnüren die Beschäftigten in der Zentrale jedes Jahr in der Weihnachtszeit ein Paket für mehrere Tausend Kollegen in den Märkten. Denn die Tage vor dem Fest sind dort oft stressig. An einem Samstagvormittag wird im Logistikzentrum von Tegut kommissioniert und verschickt – auch die Geschäftsführung packt mit an.

„Wir verstehen die Aktion als Zeichen der Solidarität mit den Kollegen, die in dieser Zeit besonders viel leisten müssen“, sagt Karl-Heinz Brand, Leiter Personelles und Mitglied der Geschäftsleitung bei Tegut. Das Unternehmen bezahlt zudem nach Tarif, was in der Branche laut Gewerkschaft Verdi nur noch bei rund einem Drittel der Unternehmen der Fall ist.

Das Gesamtpaket stärkt offenbar die Bindung der Beschäftigten: „Die Fluktuation ist bei uns geringer als im Einzelhandel üblich“, berichtet Brand.

Besondere Anforderungen an die Personalexperten stellt laut Experte Hauser derzeit auch die Digitalisierung. „Viele Geschäftsmodelle sind im Wandel begriffen“, sagt er. „Damit ändert sich auch die Unternehmenskultur. Das kann Mitarbeiter verunsichern.“ Umso wichtiger ist es, die Gemeinschaft zu stärken.

Ein Koffer als Kulturträger

Das hat auch die Techniker Krankenkasse (TK) erkannt, die bei Unternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten Platz zwei belegt. Flexible Arbeitszeiten und eine gute Work-Life-Balance sind laut Karen Walkenhorst, Vorstandsmitglied und Personalverantwortliche der TK, „nur die Basics“ für ein gutes Betriebsklima.

Ebenso entscheidend sei der respektvolle Umgang untereinander. „Unternehmenskultur müssen Mitarbeiter leben“, erläutert Walkenhorst. „Sie lässt sich nicht von oben verordnen.“ Impulse dazu lassen sich allerdings sehr wohl setzen – und das auch mit einfachen Mitteln.

Ein Jahr lang haben sich Dienststellen der Techniker Krankenkasse innerhalb des gesamten Bundesgebiets im Wochentakt einen Koffer zugesandt, den die Zentrale in Hamburg auf die Reise geschickt hatte. Die Mitarbeiter vor Ort waren aufgefordert, Gegenstände hineinzupacken, die für den Kulturwandel stehen. Viele Fotos sammelten sich darin – etwa Aufnahmen von Teamevents.

Nach gut 52 Wochen erreichte der Koffer im vergangenen Jahr sein Ziel: das Bildungszentrum der TK in der Lüneburger Heide. Dort wird der Inhalt nun ausgestellt. „Der Koffer steht symbolisch für unsere Unternehmenskultur und für Kulturwandel“, erläutert Walkenhorst. Beabsichtigter Nebeneffekt: „Kollegen, die sonst gar nichts miteinander zu tun haben, konnten so in Kontakt kommen und den Grundstein legen für eine gute Zusammenarbeit.“

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