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Verkehrschaos auf der Autobahn

Auto-Pendler verbringen in Deutschland viel Zeit im Stau.

(Foto: dpa)

Pendler In diesen Landkreisen legen die Deutschen die meisten Kilometer zurück

Täglich fahren Millionen Deutsche mit dem Auto zur Arbeit oder zum Einkaufen. Die zehn Landkreise, in denen die meisten Autokilometer zurückgelegt werden.
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Deutschland hat mit knapp 13.000 Kilometern das viertlängste Autobahnnetz der Welt. Das nutzen viele Deutsche, um entweder von ihrem Wohnsitz zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Das Vergleichsportal Verivox hat nun ermittelt, in welchen Landkreisen besonders weite Strecken mit dem Wagen zurückgelegt werden. Die Zahlen stammen aus anonymisierten Versicherungsverträgen privater Pkw-Besitzer von Verivox.

In diesen zehn Regionen Deutschlands werden die meisten Autokilometer zurückgelegt:

Platz 10: Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg)

Die Vattenfall AG mit ihrem Braunkohleabbau ist einer der größten Arbeitgeber in der Region Spree-Neiße. Quelle: dpa
Braunkohletagebau Jänschwalde

Die Vattenfall AG mit ihrem Braunkohleabbau ist einer der größten Arbeitgeber in der Region Spree-Neiße.

(Foto: dpa)


Im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße legen Autofahrer im Jahr durchschnittlich 13.826 Kilometer zurück. Erste Anlaufstelle ist das vom Landkreis vollständig umschlossene Cottbus, wo ein Großteil des ostdeutschen Tagebaus und der Energiewirtschaft verwaltet wird. Aus der Spree-Neiße-Region werden außerdem die großen Städte Berlin und Dresden besonders häufig angefahren.

Platz 9: Donnersbergkreis (Rheinland-Pfalz)

Im vergangenen halben Jahr hat das Opel-Werk in Kaiserslautern nicht die besten Schlagzeilen gemacht. Quelle: dpa
Opel-Werk Kaiserslautern

Im vergangenen halben Jahr hat das Opel-Werk in Kaiserslautern nicht die besten Schlagzeilen gemacht.

(Foto: dpa)

Zwischen Kaiserslautern, Bad Dürkheim, Mainz und Darmstadt liegt der Kreis Donnersberg mitten in der Pfalz. Damit sind auch schon die häufigsten Ziele der Autofahrer genannt. Vor allem das Opel-Werk in Kaiserslautern zieht viele Pendler an.

Pro Jahr fahren private Autobesitzer im Donnersbergkreis etwa 13.867 Kilometer. In diesem eher ländlichen Gebiet gibt es keinen großen Industriestandort, die wirtschaftlichen Standbeine sind vor allem Viehzucht, Ackerbau und Tourismus.

Platz 8: Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern)

Der ehemalige russische Militärflughafen wurde vom chinesischen Investor Jonathan Pang gekauft und soll nach dessen Plänen ein wichtiger Standort für Fracht- und Passagierverkehr zwischen Deutschland und China werden. Quelle: dpa
Airport Parchim

Der ehemalige russische Militärflughafen wurde vom chinesischen Investor Jonathan Pang gekauft und soll nach dessen Plänen ein wichtiger Standort für Fracht- und Passagierverkehr zwischen Deutschland und China werden.

(Foto: dpa)

Etwa 13.946 Kilometer werden hier im Jahr durchschnittlich zurückgelegt. Der Großteil fährt dabei ins nahe Schwerin und das etwas weiter entfernt gelegene Hamburg.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist ebenfalls eher ländlich geprägt. Mehr Jobs bietet die Nachbarstadt Schwerin in den unterschiedlichsten Branchen. Hoffnungen ruhten einst auf dem Flughafen in Parchim, der 2007 von einem chinesischen Investor übernommen wurde. Der plante, den Flughafen zu einem Drehkreuz der internationalen Luftfracht zu machen – bislang ohne Erfolg.

Platz 7: Landkreis Rotenburg (Niedersachsen)

In Rotenburg selbst hat die Erdgasförderung einen hohen Stellenwert. Ansässige Firmen sind ExxonMobil und die DEA. Quelle: dpa
Erdgasförderung

In Rotenburg selbst hat die Erdgasförderung einen hohen Stellenwert. Ansässige Firmen sind ExxonMobil und die DEA.

(Foto: dpa)


Der Kreis Rotenburg in Niedersachsen liegt genau zwischen Hamburg und Bremen. Die meisten der 14.005 Kilometer werden dorthin absolviert, wobei auch Stade nördlich des Landkreises ein Anzugspunkt ist.

Dank der guten Anbindung und der Lage zwischen den beiden freien Städten hat sich der Landkreis Rotenburg überdurchschnittlich gut entwickelt. Die ansässigen Industriebranchen sind bunt gemischt.

Platz 6: Kreis Coesfeld (Nordrhein-Westfalen)

Münster bietet als großer Industriestandort, Universitätsstadt und geistliches Zentrum vielen Pendlern einen Arbeitsplatz. Quelle: Reuters
Münster

Münster bietet als großer Industriestandort, Universitätsstadt und geistliches Zentrum vielen Pendlern einen Arbeitsplatz.

(Foto: Reuters)


Aus dem westfälischen Coesfeld fahren viele Autofahrer vor allem in die rund 40 Kilometer entfernte Universitätsstadt Münster. Im Schnitt absolvieren Pkw-Besitzer aus dem Kreis Coesfeld jährlich 14.102 Kilometer.

Münster wird aufgrund des großen Bildungs- und Verwaltungsapparats der Stadt auch als „Schreibtisch Westfalens“ bezeichnet. Außerdem sind hier viele kleine und mittelgroße Industriebetriebe ansässig.

Platz 5: Landsberg am Lech (Bayern)

Die Metropole mitten in Bayern zieht deutschlandweit die Pendler mit den weitesten Anfahrtswegen zu sich – auch aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Quelle: dpa
München

Die Metropole mitten in Bayern zieht deutschlandweit die Pendler mit den weitesten Anfahrtswegen zu sich – auch aus dem Landkreis Landsberg am Lech.

(Foto: dpa)


Der Landkreis Landsberg am Lech liegt rund 60 Kilometer westlich von München. Die Millionenstadt ist auch das häufigste Ziel der Landsberger. Im Jahr fahren sie im Durchschnitt 14.130 Kilometer. Damit bestätigen sie Ergebnisse des Vergleichsportals Verivox, nach denen viele Pendler nach München besonders lange Strecken zurücklegen.

Platz 4: Landkreis St. Wendel (Saarland)

Der Saarbrücker Standort des Autozulieferers zieht viele Pendler an. Quelle: obs
Van von ZF Friedrichshafen

Der Saarbrücker Standort des Autozulieferers zieht viele Pendler an.

(Foto: obs)

Im Saarland gibt es ebenfalls eine große Pendlerkultur. 14.275 Kilometer fahren die Bewohner des Landkreises St. Wendel im Schnitt pro Jahr. Die Landeshauptstadt Saarbrücken und Neunkirchen als zweitgrößte Stadt im Saarland ziehen dabei die meisten Autofahrer zu sich.

Als großer Arbeitgeber lockt der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG viele Pendler an – dort arbeiten 8000 Beschäftigte. Die Gießerei Halberg-Guss ist ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber mit 2200 Mitarbeitern.

Platz 3: Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt)

In Wolfsburg und Umgebung stellt VW den größten Arbeitgeber mit über 50.000 Mitarbeitern. Quelle: dpa
VW-Werk

In Wolfsburg und Umgebung stellt VW den größten Arbeitgeber mit über 50.000 Mitarbeitern.

(Foto: dpa)


Der Altmarklandkreis Salzwedel liegt ganz in der Nähe der Autostadt Wolfsburg. So gehen höchstwahrscheinlich viele der durchschnittlich 14.360 Pendlerkilometer auf das Mitarbeiterkonto von VW. Dass der Kreis auf Platz drei steht, hängt auch mit der Strukturschwäche der Region zusammen. Dort liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt auf der Landwirtschaft.

Platz 2: Landkreis Heidekreis (Niedersachsen)

Aus dem Heidekreis pendeln die Arbeitnehmer nicht nur in die umliegenden Städte – der Landkreis ist selbst recht wirtschaftsstark. Quelle: dpa
Heide Park Soltau

Aus dem Heidekreis pendeln die Arbeitnehmer nicht nur in die umliegenden Städte – der Landkreis ist selbst recht wirtschaftsstark.

(Foto: dpa)


Mitten im Dreieck Hamburg, Bremen und Hannover liegt der Heidekreis. Damit ist klar, wieso dieser Kreis mit im Schnitt 14.634 Kilometern auf Platz zwei liegt. Die meisten Autofahrer fahren dabei nach Hannover, Hamburg zieht die zweitmeisten Pendler aus der Region an.

Der Heidekreis ist aber im Vergleich zum Altmarkkreis Salzwedel recht wirtschaftsstark. Aufgrund der Lage und der guten Infrastruktur haben sich zahlreiche Unternehmen aus Logistik und Industrie dort angesiedelt. Zudem zieht der Heidepark Soltau viele Touristen in die Region.

Platz 1: Landkreis Tirschenreuth (Bayern)

Das weltweit bekannte Rosenthal-Porzellan hat ihren Industriestandort in der Stadt Selb, ganz in der Nähe des Landkreises Tirschenreuth. Quelle: dpa
Rosenthal

Das weltweit bekannte Rosenthal-Porzellan hat ihren Industriestandort in der Stadt Selb, ganz in der Nähe des Landkreises Tirschenreuth.

(Foto: dpa)

Der Landkreis Tirschenreuth liegt an der bayrisch-tschechischen Grenze und hat mit 14.747 Kilometern die höchste Kilometerquote pro Jahr. Umliegende Industriestandorte sind das Fichtelgebirge, Weiden in der Oberpfalz und Neustadt mit unter anderem Glas-, Porzellan- sowie Stoffherstellungsbetrieben. Tirschenreuth ist ebenfalls selbst relativ wirtschaftsstark und hat fast so viele Einpendler wie Auspendler.

Die drei Kreise mit den wenigsten Autokilometern:

Platz 3: Berlin

Berlin ist ein riesiger Wirtschaftsstandort und Tourismusmagnet. Hier pendeln die meisten Menschen höchstens innerhalb der Stadt hin und her. Quelle: dpa
Berlin

Berlin ist ein riesiger Wirtschaftsstandort und Tourismusmagnet. Hier pendeln die meisten Menschen höchstens innerhalb der Stadt hin und her.

(Foto: dpa)

Die kreisfreie Stadt hat pro Kopf nur einen Durchschnitt von 10.049 Kilometern im Jahr im Auto zurückgelegt. Das ist typisch für Metropolregionen, denn wer in Berlin wohnt, arbeitet meist auch in Berlin. Außerdem wird in großen Städten sowieso oftmals lieber der öffentliche Nahverkehr oder das Fahrrad genutzt. Da bleiben viele Pendlerkilometer mit dem Auto auf der Strecke.

Platz 2: Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz)

BASF ist der weltweit größte Chemiekonzern und hat Sitze in über 80 anderen Ländern. Quelle: dpa
BASF-Werk Ludwigshafen

BASF ist der weltweit größte Chemiekonzern und hat Sitze in über 80 anderen Ländern.

(Foto: dpa)

In Ludwigshafen befindet sich das Stammwerk des Chemieunternehmens BASF. Hier findet sich die höchste Einpendlerquote Deutschlands – somit kommen nur 9940 Kilometer zusammen, die pro Jahr von den Ludwigshafenern selbst mit dem Auto zurückgelegt werden.

Platz 1: Ingolstadt (Bayern)

Audi hat fast 90.000 Mitarbeiter und zieht viele Pendler aus den umliegenden Regionen in Bayern nach Ingolstadt. Quelle: dpa
Audi-Werk

Audi hat fast 90.000 Mitarbeiter und zieht viele Pendler aus den umliegenden Regionen in Bayern nach Ingolstadt.

(Foto: dpa)

Ingolstadt ist der am stärksten wachsende Wirtschaftsstandort in Deutschland. Schnell wird klar, warum die Menschen nicht sehr weit zur Arbeit fahren müssen: Der größte Arbeitgeber Audi hat sein Werk vor den Toren der Innenstadt gebaut. Neben der Autoindustrie gibt es ebenso eine große Ölindustrie und auch Unternehmen wie Airbus und die Metro-Tochter Media-Saturn-Holding sind hier ansässig. Im Schnitt legen die Ingolstädter nur 9751 Kilometer im Jahr im Auto zurück.

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