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Personalberater Edmund Mastiaux „Ein Spezial-MBA ist nach fünf Jahren wertlos“

Der Chef der Personalberatung ZFM sieht MBAs mit Spezialisierung kritisch. Das Wissen veralte zu schnell und verenge den Blickwinkel.
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„Wer sich schon im Studium auf so ein enges Fachgebiet festlegt, von Anfang an nur auf einem Korridor unterwegs ist, dem wachsen viel zu früh Scheuklappen.“ Quelle: zfm - Zentrum für Management- und Personalberatung
Personalberater Edmund Mastiaux

„Wer sich schon im Studium auf so ein enges Fachgebiet festlegt, von Anfang an nur auf einem Korridor unterwegs ist, dem wachsen viel zu früh Scheuklappen.“

(Foto: zfm - Zentrum für Management- und Personalberatung)

BonnDer erfahrene Karriereberater weiß, auf welche Qualifikationen es für angehende Führungskräfte ankommt. Der Gründer und Leiter des Zentrums für Management und Personalberatung (ZFM) in Bonn erklärt die Stärken und Schwächen spezialisierter MBA-Programme.

Herr Mastiaux, was denken Sie, wenn Sie Unterlagen eines Bewerbers bekommen, der ein MBA-Studium mit Spezialisierung absolviert hat?
Der Titel klingt meist gut. Aber dann kommt gleich der Gedanke: Was kann dieser Bewerber sonst noch? Eine Spezialisierung hat auch ihre Begrenzungen.

Was meinen Sie damit?
Ein Studium soll Lebenswissen schaffen, das 30 Jahre hält. Wenn die Zeit an der Hochschule aber damit verbraucht wird, die Besonderheiten etwa der Auto- oder der Logistikbranche zu erlernen, habe ich meine Zweifel, wie nachhaltig das ist. Das mag kurzfristig beim Wechsel vom Studium in den Beruf nützen – aber nach fünf Jahren ist dieses Spezialwissen veraltet. Wertlos.

Klingt, als hielten Sie wenig von spezialisierten MBAs.
Ja, so ist es. Wer sich schon im Studium auf so ein enges Fachgebiet festlegt, von Anfang an nur auf einem Korridor unterwegs ist, dem wachsen viel zu früh Scheuklappen. Man sieht alles nur noch aus einem Blickwinkel. Der Überblick geht verloren, Verengung setzt ein.

Kann so ein Spezialstudium nicht der Schlüssel zu einer Laufbahn in der Wunschbranche sein?
Sicher, wie gesagt, für den Einstieg mag das funktionieren. Erst ein MBA in Aviation Management, dann Karriere bei einer Airline, das kann zehn Jahre gut gehen. Aber lassen wir mal eine große Branchenkrise kommen, mit Entlassungen und allem Drum und Dran. Leute, die dann nur den eigenen Sprengel kennen, haben schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt – weil sie nie aus ihrem Spezialgebiet herausgekommen sind.

Dennoch scheinen insbesondere viele Fachhochschulen mit Spezial-MBAs erfolgreich zu sein.
Klar, das ist deren Geschäftsmodell. Sie versuchen mit der Marke MBA ihre Attraktivität zu steigern. Das verspricht Glanz, damit lässt sich Geld verdienen, die Studiengebühren sind gut fünfstellig. Diese Angebote mögen für bestimmte Zielgruppen auch hilfreich sein. Aber jeder, der einen spezialisierten MBA wählt, sollte die Begrenzungen kennen.

Herr Mastiaux, danke für das Gespräch.

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