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Serie Ratgeber MBA – Teil 1 Das sind die besten MBA-Programme und die besten Business-Schools

Richtig Karriere machen – als Topmanager. Ein Meilenstein auf diesem Weg: der Master of Business Administration. Doch welches Programm ist das beste?
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Endlich am Ziel. Quelle: dpa
MBA-Absolventen

Endlich am Ziel.

(Foto: dpa)

DüsseldorfTim Cook, CEO des Weltmarkt-Giganten Apple hat ihn. Susanne Klatten, geborene Quandt, Unternehmerin und reichste Frau Deutschlands ebenfalls. Und auch Oliver Kahn, ehemaliger Fußballnationaltorwart und Unternehmer, hat ihn. Die Rede ist vom Master of Business Administration in General Management, kurz MBA.

Der MBA gilt bei vielen als sichere Eintrittskarte ins Topmanagement großer Konzerne. Kritiker halten ihn jedoch für überbewertet, beklagen mangelnde Wertevermittlung und Praxisnähe. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte – der MBA ist keine Garantie für eine rasante Karriere, kann aber beim Weg in den Traumjob als Beschleuniger dienen.

Für wen ist der MBA geeignet?

Grundvoraussetzung für den klassischen MBA sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium, mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung und das Interesse an einem akademischen Abschluss im Bereich allgemeines Management.

„Ob ein MBA wirklich nötig ist, lässt sich am besten an der eigenen Motivation und den eigenen Karriereplänen ablesen“, sagt MBA-Experte Thomas Graf, Gründer der Website mba-compass.com und Autor des Buches „Business Masters: How you find the best Master in Management or MBA“. Der Experte unterscheidet fünf verschiedene Formen der Motivation für einen MBA:

1. Chancen auf eine Beförderung im Unternehmen

Für viele, so Graf, sei die Motivation für den MBA die Hoffnung, im bisherigen Unternehmen aufzusteigen oder in einem anderen Konzern in eine Führungsrolle zu wechseln. „Das funktioniert vor allem für Arbeitnehmer, die wissen, dass in ihrem Unternehmen ein MBA-Abschluss gefördert und anerkannt wird“, sagt Graf.

2. Aufbau von Führungskompetenz

Auch für Führungskräfte mit ersten Erfahrungen kann ein MBA interessant sein. „Viele entscheiden sich für einen MBA, wenn sie seit Kurzem eine Führungsposition innehaben und deswegen ihr Wissen in Bereichen wie Personalführung, Kostenkalkulation oder strategischer Ausrichtung erweitern möchten“, sagt Graf. Es gehe darum, den Job in der neuen Rolle gut zu machen, neue Methoden zu lernen – und so Sicherheit zu gewinnen.

3. Den Lebenslauf erweitern und das eigene Profil schärfen

Sie haben bereits ein Fachstudium, zum Beispiel im Bereich Elektrotechnik, und möchten sich für andere Aufgaben wie Projektmanagement oder Marketing qualifizieren? „Auch das ist durch einen MBA möglich“, sagt Graf. Der MBA als Zusatzqualifikation kann dabei helfen, sich beruflich zu verändern, weil er die Möglichkeit bietet, sich auf Stellen zu bewerben, für die ein Fachstudium allein manchmal nicht ausreicht.

4. Ein Unternehmen gründen

Um ein Start-up zu gründen, braucht man nicht zwingend einen MBA-Abschluss, schon gar nicht, wenn das Kapital knapp ist. Doch wer die Möglichkeit hat, kann sich durch den MBA Vorteile verschaffen. „MBA-Programme, die einen Start-up-Wettbewerb anbieten, die eng mit Business-Angels zusammenarbeiten oder in denen sogar die Entwicklung eines Businessplans vorgesehen ist, können Gründer auf dem Weg zum eigenen Start-up unterstützen“ – und praxisnahe Hilfe leisten, sagt Thomas Graf

5. Netzwerk ausbauen

Eine Unterform der MBAs, der Executive MBA (EMBA), bietet vor allem erfahrenen Führungskräften die Möglichkeit, ihr Netzwerk auszuweiten und auf interessante Personen zu treffen. Um ein EMBA-Studium aufnehmen zu können, müssen Interessenten in der Regel fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung vorweisen und auch länger in einer Führungsposition tätig gewesen sein.

„Der EMBA unterscheidet sich vom MBA vor allem in der Zielgruppe und bei den Auswahlkriterien“ sagt Graf. Außerdem sei ein EMBA häufig teurer, da Interessenten aus anderen Gehaltsklassen angesprochen werden.

Doch Vorsicht: „Manche Business-Schools bieten MBA Programme an, nennen sie aber EMBA, obwohl es sich eigentlich nur um ein Teilzeit-MBA-Programm handelt. Da gelten dann die gleichen Voraussetzungen wie beim normalen MBA, aber die Schule verlangt mehr Geld, weil EMBA draufsteht“, warnt Thomas Graf.

Wie sehr sollte ich mich von den Bewertungen eines MBA leiten lassen?

Wer sich für einen MBA interessiert, stößt bei seiner Recherche schnell auf diverse Rankings, die die besten Business-Schools weltweit und in Europa auflisten. Die relevantesten sind die Ranglisten der „Financial Times“, des „Economist“, der „US News“, sowie die Rankings von Bloomberg und „Forbes“.

Sie unterscheiden sich vor allem in der Methodik: Die Quelle und die Gewichtung der Daten sind völlig unterschiedlich. Die „Financial Times“ etwa wertet nach 20 Kriterien, von denen sie elf bei den Unis selbst und neun bei den Alumni abfragt. Die „Business Week“ und die „US News“ beziehen auch Aussagen von Dekanen und Unternehmern in ihre Berechnungen ein, die an den Schools rekrutieren. „Forbes“ hingegen rankt nur nach einem Wert: dem Return on Investment (ROI), fünf Jahre nach Abschluss des MBAs.

In diese Rechnung fließen sämtliche Ausgaben wie Studiengebühren und Bücher, aber auch Opportunitätskosten und das spätere Gehalt ein. Zu den Top-Schools zählen nach dieser Methode die europäischen Business-Schools: Hier liegt der ROI bei plus 200.000 Dollar nach fünf Jahren.

Prüfsiegel der Agenturen

Durch die unterschiedlichen Methoden sagen die Rankings nur bedingt etwas über die Qualität eines MBAs aus. Das sieht auch Thomas Graf so: „Ein MBA, der schlecht oder nicht gerankt ist, kann trotzdem der Beste für mich als Individuum sein, je nachdem was meine Motivation und meine Ziele sind.“

Der Experte rät, mit den Business-Schools Kontakt aufzunehmen: „Zum einen hilft die Antwort bei der Entscheidungsfindung, zum anderen ist die Reaktion der Business-Schools aufschlussreich.“ Kann eine Institution zum Beispiel nicht erklären, warum sie von einem auf das andere Jahr um 20 Plätze abgerutscht ist, sei das ein Warnsignal, erläutert Experte Graf.

Andererseits gibt es manchmal auch banale Gründe, warum eine Business-School mit ihrem MBA nicht gelistet ist: Vielleicht ist das Programm noch sehr neu oder der Anteil an internationalen Studenten schlichtweg gering.

Neben den Rankings bieten vor allem die Akkreditierungen der Business-Schools Orientierung. International gibt es nur drei anerkannte Akkreditierungsstellen, die die Qualität und globale Reputation eines Programms prüfen: Die Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) in den USA, das European Quality Improvement System (EQUIS) und die Association of MBAs (AMBA) in London.

Zu den Standards dieser Agenturen gehören, dass ein MBA-Programm vollständig in Englisch gehalten werden muss, eine bestimmte Anzahl von Case Studies im Programm vorgesehen sind oder dass eine bestimmte Anzahl von fachkundigen Professoren doziert, deren Publikationen ebenfalls überprüft werden.

Es gibt neben diesen internationalen Schwergewichten auch regionale Akkreditierungen, wie die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA), die gemeinsam von Wirtschaftsverbänden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegründet wurde. Die FIBAA hat andere Standards, zum Beispiel muss ein MBA-Programm hier nur zu 25 Prozent in Englisch gehalten werden.

„Die Akkreditierungs-Agenturen prüfen, ob ein MBA-Programm grundsätzlich Qualität bietet“, sagt Thomas Graf, „Auch das zeigt Ihnen aber noch nicht, ob ein Programm für Sie als Individuum das Beste oder Passende ist.“ Den besten MBA findet man also nicht per Ranking oder dank einer Akkreditierungsorganisation, sondern bei seinen eigenen Bedürfnissen.

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