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Deutschland ist die europäische Freelancer-Nation – vor Italien, Spanien und Frankreich.

(Foto: Getty Images)

Studie von „Freelancermap“ Was IT-Freelancer in Deutschland verdienen

Der Bedarf an IT-Experten steigt rasant. Oft können Selbstständige in diesem Bereich sogar weitaus besser verdienen als Vollzeit-Beschäftigte.
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BonnEs gibt Schlagwörter, bei denen sich kein Mensch vorstellen kann, was damit gemeint ist. Agilität ist so eins, das gerade überall kursiert. Aber beim Thema Freelancer macht es Sinn. Vor allem Agenturen und Start-ups greifen gerne auf Selbstständige zurück, wenn sie Hilfe bei einem Projekt brauchen.

Insbesondere der Bedarf an IT-Cracks und Experten für künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie ist in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Die sind in der Wirtschaft so gefragt wie Stadionplätze für das DFB-Pokalfinale oder Tickets für das Hurricane-Festival, das immer innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft ist. Dank einer stabilen Wirtschaftslage und dem Fachkräftemangel in speziellen Branchen können Freelancer oft sogar weitaus besser verdienen als Vollzeit-Beschäftigte.

Was den typischen Freelancer ausmacht, hat das Portal „Freelancermap“ gerade in einer Marktstudie ermittelt. Das ist eine der Plattformen, auf der immer mehr Firmen Aufträge ausschreiben, die Freelancer dann annehmen können. Früher bekamen Selbstständige ihre Aufträge noch analog über gute Bekannte und ihr Netzwerk. Heute sind Plattformen wie Simplyhired, Upwork, 99designs oder Fiverr angesagt.

Inzwischen können Freelancer auf solchen Portalen neue Aufträge per Mausklick akquirieren. Das funktioniert so ähnlich wie bei einer Dating-App – sie präsentieren sich über ein Profil, in dem sie ihre Vita, Referenzen, Fähigkeiten sowie ihren Tagessatz und Verfügbarkeiten angeben. Der Auftraggeber kann direkt über die App Kontakt aufnehmen. Sogar Jobtauschbörsen gibt es inzwischen, wo Selbstständige untereinander Aufträge abgeben können.

Die 5 Freelancer-Typen im Bereich IT

Sein eigener Chef sein, unabhängig und flexibel arbeiten, das wird immer beliebter. Deutschland ist die europäische Freelancer-Nation – vor Italien, Spanien und Frankreich. Und Berlin hat sogar die meisten Freelancer in ganz Europa, gefolgt von Madrid, Hamburg und Rom. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Online-Projektbörse Twago.

Insgesamt ist die Zahl der Selbstständigen hierzulande seit der Jahrtausendwende von rund 705.000 laut Bundesagentur für Arbeit auf über zwei Millionen (2017) gestiegen – sie hat sich damit mehr als verdreifacht.

Im besonders stark nachgefragten Bereich IT arbeiten Freelancer vor allem als Entwickler, Berater, Projektleiter- oder Mitarbeiter sowie als Manager. Was die fünf voneinander im Detail unterscheidet, zeigen die Daten von „Freelancermap“, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen.

  1. Entwickler/innen

    Entwickler analysieren, planen, entwickeln und implementieren informationstechnologische Anwendungen und Softwarebausteine. Dafür bekommen sie im Schnitt einen Stundensatz von 75 Euro bei einer Arbeitszeit von 45 Stunden. 69 Prozent der Entwickler sind Akademiker und im Schnitt 47 Jahre alt.

  2. Berater/innen

    Berater sind Personen mit ausgewiesenem Fachgebiet, die in einem Unternehmen unabhängiges Expertenwissen zu bestimmten Bereichen anbieten. Der Stundensatz liegt bei 95 Euro im Schnitt und die Arbeitszeit bei 47 Stunden pro Woche. 76 Prozent der Berater sind laut Freelancermap Akademiker, die im Schnitt 49 Jahre alt sind.

  3. Projektleiter/innen

    Sie sind verantwortlich für die Planung, Steuerung und Überwachung eines Projektes. Dafür erhalten Projektleiter im Schnitt einen Stundensatz von 100 Euro bei einer Arbeitszeit von rund 50 Stunden. 78 Prozent von ihnen sind Akademiker, die im Schnitt 50 Jahre alt sind.

  4. Projektmitarbeiter/innen

    Sie realisieren Aufgaben im Projekt und unterstützen das Projektmanagement. Dafür verdienen sie im Schnitt 71 Euro bei etwa 45 Wochenstunden. Rund 65 Prozent der Projektmitarbeiter haben studiert und sind 50 Jahre alt.

  5. Manager/innen

    Manager erkennen organisatorische Ziele und setzen diese durch den Einsatz von angemessenen Ressourcen um. Ihr Stundensatz ist mit 98 Euro ganz ordentlich, dafür arbeiten sie aber auch mindestens 52 Stunden pro Woche. 72 Prozent der Manager haben einen akademischen Werdegang und sind im Schnitt 49 Jahre alt.

Durchschn. Stundensatz nach Fachgebiet
Fachgebiet:Stundensatz:
Grafik, Content, Medien65,85 Euro
Ingenieurwesen75,02 Euro
Entwicklung75,62 Euro
Sonstiges77,66 Euro
IT-Infrastruktur82,49 Euro
Beratung & Management101,71 Euro
SAP105,01 Euro
QuelleFreelancermap.de

Der durchschnittliche Freelancer

Der typische Freelancer ist, auch das ist ein Ergebnis der Marktstudie, männlich (90,3 Prozent), im Schnitt 49 Jahre alt, kommt aus Nordrhein-Westfalen und heißt Thomas. Erst nach 13 Jahren Berufserfahrung im Angestelltenverhältnis traut sich ein Freelancer für gewöhnlich in die Selbstständigkeit, in der seine Arbeitswoche dann 47 Stunden beträgt.

Das Gehalt liegt bei 87 Euro pro Stunde. Damit sind 73,11 Prozent der befragten Freelancer auch zufrieden. Bis ein Vertrag zustande kommt, bewirbt sich ein Freelancer im Schnitt mit 8,75 Bewerbungen. Die Projektakquise wird demnach mit 65,92 Prozent als die größte Herausforderung betrachtet. Mehr als jeder zweite Selbstständige empfindet ein schwankendes Einkommen als besonders unangenehm.

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