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Studie Wieso Fachkräfte nicht für den Job umziehen wollen

Erst die Heimat, dann der Job: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Portals meinestadt.de. Was das für Arbeitgeber bedeutet.
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Eine neue Studie unter Fachkräften zeigt den Zusammenhang zwischen Heimat-Empfinden, Arbeitswelt und Jobsuche. Quelle: Getty Images
Erst die Heimat, dann der Job

Eine neue Studie unter Fachkräften zeigt den Zusammenhang zwischen Heimat-Empfinden, Arbeitswelt und Jobsuche.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, hieß es schon damals bei Goethe. Verse, die auch heute noch von Bedeutung sind, vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Denn: Heimat, Arbeiten und Jobsuche gehören für Fachkräfte mit Berufsausbildung untrennbar zusammen. 87,9 Prozent der Befragten ist es „wichtig“ oder „sehr wichtig“, dass ihr Arbeitsplatz in der Nähe ihres Wohnortes liegt.

Die gewohnte Umgebung für einen Job zu verlassen, schließt die Mehrheit kategorisch aus. Das zeigt eine aktuelle Studie des Stellenmarktes meinestadt.de, für die das Marktforschungsinstitut Respondi insgesamt 2.000 Teilnehmer im Alter von 25 bis 65 Jahren befragt hat.

Heimat und Geburtsort sind weitgehend identisch

Demnach pflegen Fachkräfte mit Berufsausbildung eine enge Bindung zu ihrer Heimat und definieren diese als ihre unmittelbare Umgebung. Für 61,2 Prozent beschreibt „Heimat“ einen Radius von unter 50 Kilometern um ihren Geburtsort, wo auch Familie und Freunde wohnen.

Sie verweisen meist darauf, dass ihr soziales Umfeld und ihr Geburtsort eins sind: Heimat ist „da, wo Familie und Freunde sind“, „da, wo ich herkomme, ich meine Wurzeln habe oder mich zu Hause fühle“.

Der Job richtet sich nach der Heimat, nicht umgekehrt

Das eng gefasste Heimat-Empfinden der Fachkräfte bestimmt auch ihren Blick auf die Arbeitswelt. So ist Arbeiten in der Nähe des Wohnorts unter Fachkräften die Regel. Bei 86 Prozent sind Wohnort und Arbeitsplatz nicht weiter als 30 Kilometer voneinander entfernt, etwa jeder Zweite davon fährt sogar nur bis zu neun Kilometer Richtung Job. 87,9 Prozent ist es „wichtig“ oder „sehr wichtig“, dass ihr Arbeitsplatz nah an ihrem Wohnort liegt.

Entsprechend suchen diese Fachkräfte regional nach neuen Jobs. Dabei nutzen sie bevorzugt Online-Jobbörsen (58,9 Prozent) und, neben regionalen Tageszeitungen, weitere digitale Angebote wie Job-Apps, Suchmaschinen und Karriereseiten von Unternehmen.

87,8 Prozent geben bei der Arbeitssuche einen Umkreis von unter 50 Kilometern an, etwa zwei Drittel davon sogar nur unter 30 Kilometer. Demnach entspricht der Suchradius exakt dem definierten Heimat-Radius. Fast jeder Zweite würde Abstriche im Job hinnehmen, um in der Heimat bleiben zu können.

Jobbedingter Umzug? Nahezu ausgeschlossen.

Sehr viele der befragten Fachkräfte schließen sogar einen jobbedingten Umzug kategorisch aus. So ist es nicht verwunderlich, dass 80,4 Prozent der Fachkräfte bislang keinmal oder erst einmal wegen eines Jobs umgezogen sind. 40,1 Prozent würden für einen Job „gar nicht“ umziehen, etwa ein Viertel nur in einem Umkreis von unter 30 Kilometern. Ebenso ist es für Fachkräfte keine Option, unter der Woche in der Nähe des Jobs zu wohnen und am Wochenende in der Heimat zu sein.

Niedrige Schmerzgrenze bei der Länge des Arbeitsweges

Für die Mehrheit der Fachkräfte (56,8 Prozent) liegt die Schmerzgrenze beim täglichen Pendeln bei unter 30 Kilometer. 14,6 Prozent sind „gar nicht“ bereit zu pendeln. Im Osten (19,4 Prozent) und Norden (16,2 Prozent) ist die Ablehnung besonders groß.

Für Arbeitgeber bedeuten diese Ergebnisse, dass sie echte Anreize schaffen müssen, um neue Mitarbeiter zu ködern. „Die Studie zeigt: Um die besten Fachkräfte zu finden, müssen sich Unternehmen im Sinne des Employer Branding als attraktive Arbeitgeber in der Region positionieren“, so Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de. „Im überregionalen Recruiting haben vor allem die Unternehmen eine Chance, die durch besondere Angebote das Ankommen in der neuen Umgebung erleichtern.

Experten sprechen hier vom sogenannten „Onboarding“ für Firmen-Neulinge, was vor allem bei größeren Konzernen längst Standard ist.

Dabei geht es vor allem darum, die neuen Fach- und Führungskräfte so zu integrieren, dass es nicht schon in der Probezeit zu vorzeitigen Kündigungen oder zu Demotivation kommt. Solche Glückspilze haben außerdem auch schon vor Arbeitsantritt alle Passwörter, Zugänge zum Firmennetzwerk und das Dienst-iPhone bekommen und sie wissen auch, wie die Kollegen heißen und was sie am ersten Tag erwartet.

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