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Unternehmerinnen der Zukunft 2019 Vier Gründerinnen, die Sie kennen sollten

In München zeichnete eine Jury um Dorothee Bär die Unternehmerinnen der Zukunft 2019 aus. Womit die vier Preisträgerinnen überzeugten und was sie nun erwartet.
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Schirmherrinnen der Initiative sind Dorothee Bär (links), Staatsministerin für Digitales, und Judith Williams, Unternehmerin und TV-Star. Quelle: Tobias Koch
Die Schirmherrinnen

Schirmherrinnen der Initiative sind Dorothee Bär (links), Staatsministerin für Digitales, und Judith Williams, Unternehmerin und TV-Star.

(Foto: Tobias Koch)

Düsseldorf Laut einer Tech-Crunch-Studie werden nur fünf Prozent aller Start-ups weltweit von einer Frau gegründet. Tun sie es doch, ist dies oft mit Schwierigkeiten verbunden. So gingen beispielsweise 2017 weltweit nur zwei Prozent aller Wagnisfinanzierungen (Venture Capital) an Frauen.

Eine Ursache dafür ist, neben strukturellen Nachteilen der oft beschriebene Unconscious Bias, dem die Geldgeber – oft männliche Investoren – erliegen. Das heißt, dass sie sich von einem Vorurteil oder einer persönlichen Einstellung beeinflussen lassen, ohne es selbst zu bemerken.

Für junge Unternehmerinnen sind die Folgen dieser unbewussten Voreingenommenheit enorm, denn sie fallen aus dem Raster. So erhalten männliche Gründer laut einer Untersuchung der National Academy of Sciences bei identischen Inhalten und Präsentationen mit einer 40 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit eine Wagnisfinanzierung als Frauen.

Dabei erwirtschaften Start-ups, die von Frauen gegründet oder mitbegründet wurden, für jeden Dollar der Finanzierung 78 Cent, reine Männer-Teams nur 31 Cent, heißt es in einer Studie der Boston Consulting Group (BCG).

Auch wenn das Verhältnis zwischen Gründern und Gründerinnen aktuell noch erschreckend ist, gibt es zunehmend positive Erfolgsgeschichten – unterstützt durch spezielle Wettbewerbe, Förderprogramme und Awards für Gründerinnen.

Einer davon ist die Auszeichnung „Unternehmerinnen der Zukunft 2019“, ins Leben gerufen Anfang 2018 vom Verband deutscher Unternehmerinnen, der Netzwerk-Initiative Global Digital Women, der Brigitte Academy und dem Online-Händler Amazon. Schirmherrinnen der Initiative, die am Montag in München bereits zum dritten Mal vier Gründerinnen auszeichnete, sind Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, und Judith Williams, Unternehmerin und TV-Star.

Im Fokus des Förderprogramms, für das man sich zunächst im Februar bewerben musste, standen insgesamt 19 Geschäftsführerinnen und Firmen-Inhaberinnen mit maximal 30 Mitarbeitern. Ihr Ziel: das digitale Geschäft auf- oder ausbauen.

Wer eine Runde weiterkam, wurde dann sechs Monate lang von 25 Coaches in Einzel- und Gruppentrainings intensiv beim Ausbau des Digitalbusiness begleitet. Erst am Ende des Programms wählte die Jury die vier Unternehmerinnen aus, die die digitale Transformation ihres Geschäfts am erfolgreichsten managten.

Bär erklärt: „Das Programm fördert mutige Unternehmerinnen mit mutigen Visionen, die den Schritt in das digitale Unternehmertum wagen und dort unsere Gesellschaft mitgestalten. Sie bringen Fähigkeiten und Sichtweisen mit, die Deutschland braucht, um ein ‚Digital Leader‘ zu werden – deswegen ist Förderung für mehr weibliches Unternehmertum durch Programme wie Unternehmerinnen der Zukunft so wichtig!“

Williams ergänzt: „Für Unternehmerinnen ist es unglaublich wichtig, den Mut zu haben, groß zu denken. Unternehmerinnen der Zukunft ist ein großartiges Programm, um dieses ‚Think Big‘ auszuprobieren und zu sagen: ‚Ich trau mich jetzt einfach mal‘. Zu sehen, welchen Erfolg die Teilnehmerinnen in der Kürze der Zeit auf die Beine gestellt haben, begeistert mich. Traut Euch und geht weiter nach vorne!“

Susanne Richter, Anastasiya Koshcheeva, Anette Haverkamp-Peiß und Christiane Hübner. Quelle: Tobias Koch
Die vier neuen Preisträgerinnen (v.l.n.r.)Chr

Susanne Richter, Anastasiya Koshcheeva, Anette Haverkamp-Peiß und Christiane Hübner.

(Foto: Tobias Koch)

Diese vier Unternehmerinnen wurden ausgezeichnet:

  • Anastasiya Koshcheeva von Moya Birch Bark (Design-Möbel aus Birkenrinde) aus Berlin, Gewinnerin der Kategorie „Von Offline zu Online“: „Mithilfe meiner Coaches habe ich einen neuen professionellen Online-Shop gelauncht und durch digitales Marketing innerhalb weniger Monate meinen Umsatz um 50 Prozent gesteigert. Vier neue Mitarbeiter werden den Ausbau von Moya auch in Zukunft unterstützen.“
  • Anette Haverkamp-Peiß von Emma Eventing (Pflege- und Ergänzungsfuttermittel für Pferde) aus Bippen in Niedersachsen, Gewinnerin der Kategorie „Marktplätze“: „Das Förderprogramm hat mir dabei geholfen, meine Produkte über verschiedene Online-Marktplätze zu vertreiben – und das sogar international: Inzwischen beliefere ich mittlerweile auch Kunden in Frankreich, Spanien und Italien. Marktplätze haben sich für mein kleines Unternehmen als eine Riesenchance entpuppt.“
  • Christiane Hübner von Renna deluxe (Wohnaccessoires, Papierwaren und Lifestyleprodukte) aus Wiesbaden, Gewinnerin der Kategorie „Export“: „Der Sprung auf die Weltbühne ist geschafft: Die Teilnahme hat mir ermöglicht, Renna deluxe international auszurichten. Jetzt machen meine Produkte auch Kunden in den USA, Großbritannien und anderswo glücklich – ein tolles Gefühl!“
  • Susanne Richter von Sanni Shoo (nützliche Design-Produkte für den Alltag) aus Küsnacht in der Schweiz, Gewinnerin der Kategorie „Markenbildung“: „Dank Unternehmerinnen der Zukunft habe ich innerhalb weniger Monate meine Markenbekanntheit enorm gesteigert und was vorher über Handelspartner lief, jetzt selbst in die Hand genommen: Meine Kunden spreche ich durch gezieltes Social Media Marketing an und eine modernisierte IT und digitalisierte Warenwirtschaft helfen mir den Überblick zu behalten.“

Tijen Onaran, Gründerin von Global Digital Women und Jurymitglied, ist der Meinung: „Das Programm beweist aufs Neue, wie wichtig die Vernetzung und der Austausch mit anderen Gründern ist – besonders für kleine Unternehmen. Die eindrucksvollen Ergebnisse der Teilnehmerinnen zeigen: Gepaart mit individuellen Coachings und Wissenstransfer ist diese Rezeptur perfekt.“

Brigitte Huber, Chefredakteurin des Frauenmagazins Brigitte, ergänzt: „Es gibt so viele Frauen, die klug, qualifiziert und voller Ideen sind. Chapeau vor den Teilnehmerinnen – sie sind alle inspirierende Vorbilder und machen anderen Frauen Mut, selbst zur erfolgreichen Unternehmerin zu werden.“

Profitiert haben seit dem Auftakt des Programms aber nicht nur die vier Gewinnerinnen, sondern alle Frauen, die teilgenommen haben. So führten insgesamt 16 Teilnehmerinnen eine neue Marke ein oder bauten eine bestehende Eigenmarke aus; 14 Kandidatinnen professionalisierten ihren Online-Shop und sechs Gründerinnen starteten mit dem Export.

Darüber hinaus stellten sie in Summe mehr als 2000 Produkte online, wodurch 35 neue Voll- und Teilzeit-Jobs in den Bereichen Vertrieb, Logistik und Marketing geschaffen wurden.

„Mit großer Freude begleiten wir jetzt schon zum dritten Mal die Erfolgsgeschichten der Unternehmerinnen der Zukunft. Wir glauben, dass dieses Programm ein Weg ist, Frauen zu ermutigen, Neues zu wagen und Zukunft zu unternehmen,“ sagt Ralf Kleber, Amazon-Deutschland-Chef und fügt hinzu: „Wer digital erfolgreich sein will, braucht den Willen zu experimentieren, muss bereit sein, Fehler zu machen und jeden Tag ein bisschen besser zu werden.“

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