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Vertraulichkeitsregeln Was Praktikanten über ihre Arbeit erzählen dürfen – und was nicht

Vertraulichkeitsregeln gelten auch im Praktikum. Welche Fallstricke drohen, wie sich Ärger vermeiden lässt - und warum Facebook ein No-Go sein sollte.
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Nicht alles darf nach außen getragen werden. Quelle: Yuri Arcurs / Getty Images
Gesprächsthema Arbeit

Nicht alles darf nach außen getragen werden.

DüsseldorfSören Mohr macht keine Kompromisse: „Alle neuen Mitarbeiter, auch Praktikanten, unterschreiben bei uns am ersten Tag eine Verschwiegenheitserklärung, noch bevor sie den Rechner anschalten“, sagt der Geschäftsführer der Kieler Werbeagentur New Communication.

Auf keinen Fall dürfen Details einer neuen Kampagne vorzeitig nach außen dringen, ebenso wenig Interna der Kunden, wie beispielsweise eine neue Marketingstrategie. Dabei ist die Arbeit der Deutschen liebstes Thema: Fast jede dritte deutsche Fachkraft spricht einer Stepstone-Studie zufolge im Familien- und Freundeskreis täglich über den Beruf.

Gerade während Praktika ist der Mitteilungsdrang besonders hoch: Die willkommene Abwechslung zum Studienalltag geht schließlich mit vielen neuen Erlebnissen einher. Doch dürfen längst nicht alle erzählt werden – erst recht nicht im Detail.

Auch die Freundin darf nicht alles wissen

Fast jedes Unternehmen lässt sich von neuen Mitarbeitern zum Start Vertraulichkeit zusichern, entweder durch eine gesonderte Erklärung oder durch eine entsprechende Klausel im Arbeits- oder Praktikumsvertrag. Je anspruchsvoller die Aufgaben und je wichtiger die Kunden, desto ernster ist die Pflicht zur Verschwiegenheit zu nehmen.

Wer keinen Ärger riskieren möchte, sollte auf keinen Fall zu offen aus seinem Praktikumsalltag erzählen. „Ihrer Freundin können Sie zum Beispiel sagen, dass Sie an einer Cross-Media Kampagne für eine Bank oder eine Reederei mitarbeiten“, erläutert Mohr. Mehr aber nicht: Über den coolen Text oder die beigesteuerte Idee dürfe man erst dann sprechen, wenn das Projekt öffentlich ist.

Natürlich lassen sich private Gespräche kaum vom Chef kontrollieren. Im kleinen, vertrauten Kreis erzählen die meisten Menschen deshalb offen von ihrer Arbeit. Doch je mehr Leute mithören, desto mehr Sorgfalt ist geboten.

Das gilt bereits für den Praktikumsbericht: Selbst wenn es schriftlich nicht explizit im Arbeitsvertrag oder der Vertraulichkeitserklärung steht, sollten Studienarbeiten zum Praktikum stets mit dem Chef abgesprochen werden, bevor sie der Professor und die Kommilitonen zu sehen bekommen.

Der kleine Zusatzaufwand lohnt: Wer später als Werkstudent oder sogar fest bei dem jeweiligen Unternehmen einsteigen möchte, sammelt durch den verantwortungsbewussten Umgang mit Interna Pluspunkte.

Vorsicht, Facebook!

Egal, ob das Praktikum super läuft oder eine Katastrophe ist: Die sozialen Medien sind auf gar keinen Fall der richtige Ort für detaillierte Schilderungen. Offiziell betrachten die meisten Unternehmen Postings bei Facebook & Co. zwar als Privatsache. Doch das heißt nicht, dass sie nie erfahren, was sich dort abspielt.

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Karriereberaterin Ragnhild Struss von Struss & Partner in Hamburg warnt: „Auch wenn das eigene Profil nur eingeschränkt sichtbar ist, sollten Praktikanten genau abwägen, was sie online teilen, egal, ob positiv oder negativ.“ Schließlich verbreiten sich Informationen im Netz schnell und unkontrolliert, und man wisse vorher nie, wer durch Zufall wen in der Firma kennt.

Wüste Kritik am Arbeitgeber oder Spott über Kunden und Kollegen können dann genauso für Ärger sorgen, wie private Schnappschüsse aus der Produktion oder der Entwicklungsabteilung. Wer seine Eindrücke vom Arbeitgeber teilen möchte, sollte das in sachlicher und anonymisierter Form auf dafür vorgesehenen Bewertungsportalen wie Kununu oder Glassdoor tun, rät Struss.

„Arbeitgeber-Bashing ist ein absolutes No-Go, damit schieße ich mich selbst ins Aus“, bestätigt Andreas Nolten von der Studien- und Berufsberatung Nolten in Berlin. Wer offline oder online über die Zustände im Unternehmen herzieht, müsse beim nächsten Vorstellungsgespräch mit der unangenehmen Frage rechnen: „Was haben Sie denn dagegen unternommen?“

Viele Unternehmen haben heute zudem einen „Social Media Kodex“, der Spielregeln fürs Verhalten im Netz definiert. Nicht zuletzt kann das private Profil das Zünglein an der Waage sein, wenn es um den Traumjob geht: „Wenn zwei Kandidaten im Stechen sind, schauen wir uns schon an, wie die Bewerber privat kommunizieren und mit wem sie vernetzt sind“, sagt Sören Mohr: „Wer sich online schon mal im Ton vergriffen hat, ist raus.“

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