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Wirtschaftskriminalität Der Psychopath in meinem Unternehmen

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Gesellschaft kann von Psychopathie auch profitieren

Diese Kompetenzen braucht ein guter Chef

Von dieser Seite einer psychopathisch veranlagten Person kann die Gesellschaft allerdings auch profitieren, meint der Organisationspsychologe Marc-Stephan Daniel, der in seinem Buch „Tough Talk“ die Verhaltensweisen von Narzissten, Egoisten und Psychopathen thematisiert. „Es mag überraschen, aber nicht alle psychopathisch veranlagten Charaktere sind zwangsläufig kriminell.“ Es gebe viele, die höchst erfolgreich seien als Chirurgen, Anwälte, Schauspieler, Piloten oder bei der Polizei.

Denn: Solche Menschen seien in der Lage, sich in Ausnahmesituationen ganz auf das Jetzt zu fokussieren. „Dadurch bleiben sie in Situationen, in denen andere kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen, [...] im höchsten Maße ruhig, konzentriert und handlungsfähig“, schreibt Daniel.

So kommen Sie entspannt durch den Job-Wahnsinn
Die Welt dreht sich weiter
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Mach dir jeden Morgen noch mal klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen. Egal, was wir hier machen oder nicht machen – die Welt dreht sich weiter. Deshalb sollten wir uns bei aller Ernsthaftigkeit selbst nicht zu wichtig nehmen.

(Quelle: „Locker im Job“, Frank Behrendt)

(Foto: dpa)
Happiness-Kick
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Hol dir den Happiness-Kick von früher zurück. Fast jeder hat in der Kindheit glückliche Momente erlebt. Wenn Mama die Lieblingsspielzeuge inzwischen verschenkt hat – hol sie dir auf Ebay. Das Matchboxauto von damals auf dem Schreibtisch lässt einen jede noch so langweilige Telefonkonferenz spielerisch überstehen.

(Foto: Fotolia.com)
Amüsante Telefonate
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Ruf an den eher spaßbefreiten Tagen einfach mal spontan ehemalige Lieblingskollegen an, die heute woanders sind. Das amüsante Telefonat über die besten Anekdoten von früher macht auch einen grauen Tag direkt heller.

(Foto: )
Informationswahn
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Mein Kürzel lautet fb und nicht cc. Befrei dich vom Informationswahn. Vertrau den Mitarbeitern und lasse dich von ihnen lieber regelmäßig persönlich updaten. Das ist effizienter und gibt im Face-to-Face auch Raum für die wichtigste interne Währung: ein Lob.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Entspannt Mittagessen
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Geh mal mit Leuten zum Mittagessen, die auf den ersten Blick keine Business-Relevanz haben. Der gechillte Talk mit dem Schülerpraktikanten über seine Lieblinge auf YouTube bringt oft mehr als der traditionelle Larifari-Lunch mit dem Key-Account-Manager eines Dienstleisters, der dich wieder mal zum Essen einladen möchte, um sich auszutauschen.

(Foto: Fotolia.com)
Abwesenheitsnotiz
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Lösch die Abwesenheitsnotiz auf deinem Mail-Account. Ich finde es stressiger, vor dem Urlaub Übergaben zu machen und nach Rückkehr wieder alles aufzuarbeiten. Unter der Palme im Urlaub zweimal täglich Mails zu checken und die wichtigen weiterzuleiten oder kurz zu beantworten, ist kein Ding, wenn man das Phone dann wieder in den Safe legt und an den Strand geht. Ab- und Umschalten kann man trainieren – und zwar im Kopf, nicht am Gerät.

(Foto: Fotolia.com)
Business-Dinner
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Abendessen mit Geschäftspartnern minimieren. Es gibt abends nichts zu besprechen, was man nicht auch beim Lunch erledigen kann. Statt Business-Dinner lieber ins Kino mit der Gattin, Kicker mit den Kindern vorm Einschlafen spielen oder entspannt Fußball auf Sky schauen.

(Foto: Fotolia.com)

Und sie haben laut dem Experten einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie können andere extrem gut lesen. Psychopathen erkennen auf einen Blick die Schwächen des Gegenübers. „Sie antizipieren mit äußerster Präzision, was andere erwarten, und bedienen diese Erwartungen mit Charme und einer gelungenen schauspielerischen Inszenierung.“ Auch Lingnau ist der Ansicht, dass Eigenschaften wie diese von Vorteil im Job sein können, aber: „Die Frage ist, ab welchem Punkt das Verhalten krankhaft ist.“

Denn Psychopathie kann nicht so einfach diagnostiziert werden wie beispielsweise ein Armbruch oder ein Magengeschwür. Sie ist angeboren und nicht therapierbar. Mehrere Symptome treten gleichzeitig auf, aus denen Ärzte einen Punktwert berechnen. Ab einem gewissen Wert sprechen sie davon, dass ein Patient psychopathisch gestört ist. Das Problem laut Lingnau: Die Skala ist nicht zu 100 Prozent objektiv. Die Folge: Psychopathen bleiben unentdeckt.

Zwar können eine vergleichsweise hohe Fluktuation, Zahl an Krankmeldungen in einer Abteilung und Mobbing ein Signal dafür sein, dass ein Psychopath sein Unwesen im Unternehmen treibt. Mitarbeiter haben allerdings beispielsweise so gut wie keine Chance, den Chef als solchen zu entlarven – „schließlich kann die Führungskraft auch einfach nur ein schlechter Vorgesetzter sein“, sagt Lingnau.

Unternehmen sind aus diesem Grund aus Sicht des Experten gut beraten, wenn Personaler versuchen, Psychopathen erst gar nicht anzulocken. Zum Beispiel, indem sie im persönlichen Gespräch betonen, dass das Unternehmen Wert auf Teamarbeit legt und auch das Entlohnungssystem an der Zusammenarbeit ausgerichtet ist. „Das macht Stellen für Psychopathen eher unattraktiv, weil sie oftmals Egoisten sind, die mit Teamarbeit überhaupt nichts anfangen können.“ Um Unternehmen Empfehlungen zu geben, wie sie Psychopathen am besten vorbeugen, sei es aber noch ein weiter Weg – gerade weil Psychopathie nur schwer zu diagnostizieren ist.

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