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World Mental Health Day „Totschweigen und Nichtstun verhindert keine Suizide“

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Warum Manager so oft die Krankheit übergehen
Schneller, höher, weiter, mehr: Auch vielen Managern fällt es schwer, die Signale einer Depression zu erkennen. Quelle: Getty Images
Unter Druck

Schneller, höher, weiter, mehr: Auch vielen Managern fällt es schwer, die Signale einer Depression zu erkennen.

(Foto: Getty Images)

Viele Manager, die immer Gas und immer 200 Prozent geben, bemerken ihre Depression gar nicht. Warum ist es so schwer, die Signale der Krankheit zu erkennen?
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der immer noch die Maxime gilt: schneller, höher, weiter, mehr. Mehr. Und noch mehr. Und viel mehr. Wer die Handbremse nicht zieht und nur so durchs Leben rauscht, kann doch die Signale nicht erkennen.

Was ist der wichtigste erste Schritt für Menschen, die an einer Depression erkrankt sind?
Ich mag mir das nicht anmaßen, aber ich würde mir für erkrankte Menschen wünschen, dass sie sich nicht für ihre Depression schämen, sondern diese als Krankheit akzeptieren und einen guten Umgang damit finden.

Erleben Sie auch Kritik und Skepsis gegenüber Ihrer Arbeit?
In erster Linie bekommen wir für unsere Arbeit viel Lob. Kritik und Skepsis schiebe ich auf unsere Andersartigkeit. Wir kommunizieren die Themen Depression und Suizid einfach anders und sehr breit gefächert in der Öffentlichkeit.

Welche Auswirkungen hat Ihre Arbeit auf die Politik?
Wir fordern seit der Gründung von „Freunde fürs Leben e.V.“ eine nationale Aufklärungskampagne. In Deutschland sterben jährlich 10.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Todesopfer als durch Verkehrsunfälle, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Aids und Raubüberfälle zusammen. Zu den eben genannten Todesursachen gibt es immer wieder große Aktionen wie „Keine Macht den Drogen“. Zu Depression und Suizid gab es bisher jedoch noch nichts. Aber auch diese Themen müssen endlich auf die gesundheitspolitische Agenda der Bundesregierung gesetzt werden.

Wie finanzieren Sie die Arbeit Ihres Vereins?
Rein durch private Spenden und diese finden in einem extrem bescheidenen Rahmen statt.

Gibt es auch mal Momente, wo sie überlegen, aufzugeben?
Manchmal. Aber nur für einen klitzekleinen Moment, wenn es uns beispielsweise die finanzielle Lage eigentlich unmöglich macht, die Arbeit in der Form weiterzuführen. Wobei ich noch nie richtig ernsthaft ans Aufgeben gedacht habe. Das ist nicht mein Ding. Ich arbeite ja auch nicht alleine im Verein. Ohne meinen Gründungspartner Gerald Schömbs und unser wunderbares frnd-Team würde es Freunde fürs Leben nicht geben. Nur gemeinsam sind wir stark.

Frau Doko, ich danke Ihnen für das Interview.

Suizide sind stets ein Zeichen für psychische Probleme – und die lassen sich mit professioneller Hilfe lindern und heilen. Hilfsangebote finden Sie zum Beispiel bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.
Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei und anonym erreichbar. Telefon: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222. Die Übermittlung der Rufnummer ist dabei gesperrt, Anrufe werden auch nicht im Einzelverbindungsnachweis Ihrer Telefongesellschaft aufgeführt.

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