Buch von Jack Nasher Wie Sie kompetenter rüberkommen

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Körpersprache wichtiger als das Gesprochene
Von welchen Büchern Sie die Hände lassen sollten
Börsenwitze
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Über Humor lässt sich ja bekanntlich streiten. Im Buch des Finanzprofis Robert Jakob befinden sich, so heißt es in der Mitteilung des Verlags Ellert & Richter, "die 101 besten Börsenwitze und Wirtschaftssatiren zusammengestellt." Glaubt man den Buchmachern, sind die Geschichten von Jakob, der von Haus aus eigentlich promovierter Naturwissenschaftler ist, "hintergründig und herrlich abgedreht." Ich muss ehrlich sein: meine Stimmung hat sich bei der Lektüre leider nicht aufgehellt. Zwar ist das schmale Büchlein mit seinen 189 Seiten schön gestaltet, aber mein Fall ist Jakobs Humor nicht.

(Cover: Ellert & Richter Verlag)

Wie Sie sich die besten Aktien der Welt kaufen
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Sie legen Ihr Geld noch bei der Bank an? Dann wissen Sie ja, dass die Zinsen nicht mal für ein schickes Essen mit der Familie reichen. Eine Erfahrung, die auch der Berliner Autor Christian Thiel gemacht und sich daraufhin der Börse zugewandt hat. Sein Ziel: die besten Aktien der Welt zu finden. Offenbar mit Erfolg, denn: dem Psychologischen Berater ist es sogar gelungen, den Index zu schlagen. Der Traum eines jeden Investors. Wie er das geschafft hat? Davon handelt sein Buch “Schatz, ich habe den Index geschlagen! Wie ich auszog, die besten Aktien der Welt zu kaufen”, das gerade im Campus Verlag erschienen ist. Thiel beschäftigt sich seit 18 Jahren mit der Börse und man spürt als Leser sehr deutlich, dass er beim Thema Geldanlage seine Leidenschaft gefunden hat. Seine Ideen und Strategien beschreibt er auf den rund 223 Seiten so anschaulich und lebendig, dass man am liebsten direkt zum Laptop laufen und sich ein eigenes Online-Depot eröffnen möchte. Literarische Analysten-Einschätzung zum Buch: Buy, Buy and Hold.

Schnell, laut, dumm: Werden Sie bitte keine Finanz-Diva!
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Aufklärung in Gelddingen tut not. Dazu brauchen wir ein Minimum an solidem Wissen und niemand muss zum Finanzexperten werden, nur weil er sein Erspartes selber erfolgreich verwalten und sein Vermögen vermehren will. Doch nicht jedes neue Buch, dass dazu veröffentlicht wird, ist empfehlenswert. So führt uns die studierte Betriebs- und Volkswirtin Katja Eckardt in ihrem Ratgeber “Reichtum ist Frauensache - Werde eine Finanz-Diva” nicht nur den Unsinn von speziellen Anlagebüchern “for women only” vor Augen, sondern verstört auch noch mit Randbemerkungen, die sich selbst mit Wohlwollen noch als fremdenfeindlich interpretieren lassen. Damit bringt sich die Autorin selbst zu Fall. Schade eigentlich, denn ein paar gute Ideen zum Vermögensaufbau - flott und alles auch sehr verständlich erklärt - sind auf den 250 Seiten schon dabei. Auch der Ansatz, Frauen dabei zu unterstützen, der Armutsfalle zu entkommen, zu eigenem Reichtum und einer unabhängigen Zukunft zu gelangen ist so schlecht nicht gewählt. Doch all ihren schrägen Vorurteile überwiegen diese Vorteile. Und zwar gravierend. Der Literatur-Broker rät: Strong sell.

Der Bestseller: Crahskurs Börse
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Wie funktioniert die Börse? Wie kommen Kurse zustande? Warum funktioniert Charttechnik? Welche Kennzahlen sind überhaupt wichtig und wie und wo kann ich ein Depot eröffnen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die drei Autoren Grebe, Grundmann und Phillipps in ihrem Buch “Crashkurs Börse” (völlig überarbeitete Erstauflage aus 2008), das umfassende und anschaulich aufbereitete Informationen liefert und kaum Fragen offen lässt. Crahskurs Börse geht weitaus tiefer in die Materie als Thiel und Eckardt, was an manchen Stellen durchaus Mühe bereitet. Im Gegensatz zu Thiels Buch “Schatz, ich habe den Index geschlagen” schadet es bei “Crashkurs Börse” daher nicht, wenn Sie über etwas Grundwissen in Sachen Wirtschaft und Geldanlage verfügen. Zwar erklären die Autoren viele Themen sehr ausführlich und nachvollziehbar anhand konkreter Rechenbeispiele, aber wenn es um die komplexen Zusammenhänge am Kapitalmarkt geht, ist der Kopf schnell vollgeladen mit wertvollen Informationen - und raucht. Zweifellos ist man aber nach der Lektüre fit für den Start einer eigenen Trader-Karriere und mit “Crashkurs Börse” steht ein Standardwerk für Einsteiger und Fortgeschrittene im Regal, das sich nicht zuletzt auch wegen der vielen nützlichen Tipps und Tricks immer wieder zum Nachschlagen in die Hand nehmen lässt.

Konzentration bitte!
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Dieses schmale Buch von Marco von Münchhausen hat es in sich und es könnte derzeit keine bessere Lektüre geben für all diejenigen, die ununterbrochen unterbrochen werden. Von Kollegen, von Whatsapp-Nachrichten und natürlich auch von E-Mails. 85 Prozent aller Mitarbeiter antworten innerhalb von zwei Minuten auf eine Mail - 70 Prozent sogar innerhalb von sechs Sekunden! Da bleibt wenig Zeit zum Nachdenken. Konzentration - das verlorene Gut. Wo genau sie uns abhanden gekommen ist, welche Folgen das hat und wie wir sie wieder finden können, beschreibt Münchhausen sehr gut und anschaulich anhand vieler Tipps in „Konzentration - Wie wir lernen, wieder ganz bei der Sache zu sein“, das bei Gabal erschienen ist.

Es sind die kleinen Dinge...
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Wenn Sie dann endlich wieder ein bisschen Zeit freigeschaufelt haben, lohnt sich ein Blick in „The Book of You“, das gerade bei Mosaik erschienen ist. In diesem Buch stecken 365 wunderbare Micro-Actions, also kleine Ideen für den Alltag, die das Leben nicht nur bunter, sondern jeden Tag auch ein bisschen besser machen. Die Autoren Nora Rosendahl, Nelli Lähteenmäki und Aleksi Hoffman sind Gründer einer Online-Community, in der man sich gegenseitig kleine Aufgaben stellen und sich über gemeinsame Erfolgserlebnisse austauschen kann. Ein Tipp passt sogar ziemlich gut zum vorherigen Buch: „Digitale Hinweise abschalten: Wie soll man sich konzentrieren, wenn alle 30 Sekunden etwas piepst, summt oder aufpoppt? Die digitale Fußfessel kann die Produktivität deutlich drosseln. Setze eigene Prioritäten und schalte heute einen oder mehrere dieser Hinweise ab.“

Das Buch:

Nora Rosendahl, Nelli Lähteenmäki und Aleksi Hoffman
"The Book of You"
Mosaik, 2016

Sex. Macht. Spass. Und Probleme.
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Das Buch von Margarete Stokowski ist nicht nur bitterböse und lustig und sehr persönlich, sondern auch scharfsinnig und befreiend. Und in meinen Augen ein sehr wichtiges Buch. „Untenrum frei“, erschienen bei Rowohlt, habe ich binnen weniger Tage gelesen, denn es ist so klug und gut aufgeschrieben, dass man es einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Es geht um Rollenbilder und Schamgefühle und darum, wie die Freiheit im Kleinen mit der Freiheit im Großen zusammenhängt, und am Ende wird deutlich: Es ist dieselbe. Wer jetzt Angst vorm Feminismus hat, dem sei gesagt: Für Stokowski ist die feministische Weltherrschaft keine Option und sie stellt klar: „Erstens, weil Weltherrschaft generell keine Option ist, und zweitens, weil es um die Abschaffung von Herrschaft geht und nicht um ihre Umkehr.“ Bitte lesen!

Manche Ratschläge kennen wir seit Jahren. Aber es beruhigt, sie durch Nasher bestätigt zu bekommen - einfach weil man ihre Wirkung nun anhand von neuen Forschungsergebnissen belegt bekommt. So ist es zum Beispiel wichtig, das stärkste Argument immer zuerst zu nennen. Und wenn man Positives und Negatives zu berichten hat, stets mit dem Guten zu beginnen.

Auf Details kommt es auch an, wenn es um das Sprechen an sich geht: “Nicht langsames, sondern schnelles Sprechen führt zu einer deutlich erhöhten wahrgenommenen Kompetenz.” Natürlich hilft eine klare und präzise Artikulation. Dialekte kommen selten gut. Und wer sich am häufigsten zu Wort meldet und jeweils Statements von mittlerer Länge abgibt, kommt als besonders kompetent rüber. Gern auch vor wichtigen Sätzen kurz schweigen und Wiederholungen vermeiden. Zudem darf es hier und da auch mal ein Fremdwort sein: “Traurig aber wahr: Unverständlichkeit wird regelmäßig höher bewertet als Verständlichkeit.”

Die Körpersprache gilt auch beim Kompetenz-Zeigen als wichtiger als das Gesprochene selbst. Halten Sie eine mittlere Distanz zum Gesprächspartner, also 1,20 bis 1,50 Meter. Zu nah ruft Nervosität hervor, eine größere Entfernung macht einen schlechten Eindruck. Dabei ist unerheblich, ob man steht oder sitzt. Schauen Sie dem Gegenüber gern in die Augen, wenn Sie selbst sprechen, aber seltener, wenn er spricht. Außerdem nicht zu häufig blinzeln und permanent grinsen. Groß zu sein schadet definitiv nicht und ebenso effektiv kann es sein, Enthusiasmus zu demonstrieren - also gern gestikulieren. Attraktivität hilft, aber zu schön schadet. Bei Männern ist das Gesicht wichtiger, bei Frauen der Körperbau.

Manchmal führt ein Verhalten eher dazu, dass die Beliebtheit steigt, manchmal die Kompetenz. Aber es gibt auch Fälle, wo beides gleichermaßen steigt. Sich einzuschmeicheln ist immer gut und stören den Gegenüber weniger, als man denkt. Zudem ist es nützlich, Gemeinsamkeiten zu suchen, also Meinungsgleichheit zu demonstrieren. Wenn Sie Komplimente äußern, tun Sie dies scheinbar widerwillig: “Sie möchten das sicher nicht hören, aber …” oder “Das ist eine für uns unangenehme, aber höchst berechtigte Frage”.

Auffällig ist bei Nasher, wie klein er den Faktor redet, dass man authentisch auftreten müsse. In seiner Welt zählt der Schein deutlich mehr als das Sein. Und allem Anschein nach geben ihm 50 Jahre Forschung recht. Der ideale Weg ist freilich, gleichermaßen glaubwürdig und kompetent aufzutreten.

Bibliografie

Jack Nasher
Überzeugt. Wie Sie Kompetenz zeigen und Menschen für sich gewinnen
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2017, 252 Seiten

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