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Buchmesse Leipzig Welche Wirtschaftsbücher sich lohnen – und welche nicht

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Spitzer, Hüther und was wir über unser Hirn wissen sollten

Ein Buch für Führungskräfte mit Hirn
Natürlich gibt es auch in diesem Frühjahr keinen Mangel an Ratgebern für die Digitalisierung. Sebastian Purps-Pardigol und Henrik Kehren ist es gelungen, all dem schon zigfach Aufgeschriebenen etwas Sinnvolles hinzuzufügen: Ihr Buch „Digitalisieren mit Hirn“ (Campus Verlag) verbindet gekonnt Wissenschaft mit Managementlehre, Hirnforschung mit Unternehmertum.

Die Autoren fokussieren sich aufs Zwischenmenschliche und darauf, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter für den Wandel gewinnen können.

Plädoyer an das, was uns stark macht
Dies ist kein Wirtschaftsbuch, aber es ist in höchstem Maße relevant für Manager: „Würde“ (Knaus Verlag) von Gerald Hüther ist eines der besten Sachbücher dieses Frühjahrs. Und es gibt ja auch gute Gründe, warum Deutschlands bekanntester Hirnforscher nicht nur Politiker, sondern auch Unternehmen berät.
Hüther seziert seit Jahren das menschliche Verhalten. Er legt den Finger in die Wunde, ohne destruktiv zu sein. So geht ihm auch in seinem neuen Buch nie der Optimismus verloren.

Hüther erklärt, wohin Effizienzdenken und Erfolgsstreben führen und was der heutige Alltag mit unserem Gehirn macht. Der Erfolg verlange uns viel ab – vielen gehe das Gefühl dafür verloren, würdevoll mit sich selbst und den Mitmenschen umzugehen.
Als Leser ist man geneigt, gefühlt jeden dritten Satz auf den 188 Seiten zu unterstreichen, weil sie so wahr klingen. Wir verletzen die Würde unserer Kinder, wenn wir sie in dieses Bildungssystem stecken. Wir verletzen unsere eigene, wenn wir Umwelt und Nutztiere so behandeln, wie wir es tun.

Aber Hüther erklärt eben auch, wie wir wieder ein Gespür dafür entwickeln, was Würde ausmacht und worin sie besteht. Und was für ein Leben auf uns wartet, wenn wir danach streben.

Manfred Spitzer über eine unerkannte Krankheit
Um den heißen Brei herum zu reden (oder zu schreiben), kann man Manfred Spitzer wahrlich nicht vorwerfen. Der renommierte Neurowissenschaftler ist so streitbar als Vortragender wie erfolgreich als Sachbuchautor. Sein neues Buch handelt von „Einsamkeit“ (Droemer Verlag).

Er guckt dem Menschen in den Kopf und definiert den Zustand des Allein-Gelassen-Fühlens präziser als es viele Leser vermutlich tun. Unnötig zu erwähnen, dass für den Digital-Kritiker auch die Sozialen Netzwerke kein Mittel gegen Einsamkeit sind.

Seine These ist, dass man gegen Einsamkeit etwas unternehmen muss und die Krankheit unterschätzt wird. Letzteres darf man bezweifeln und bei ersterem auch nach der Lektüre fragen: Ja was denn genau? Das entscheidende Kapitel „Was tun?“ gelingt vielleicht aus Sicht des Wissenschaftlers, aber vielen Lesern dürften die dort gemachten Ratschläge nicht reichen.

Online-Strategien für den Mittelstand
Es überrascht nur bedingt, dass ein Berater bei Unternehmen Beratungsbedarf sieht. Doch im Fall Digitalisierung des Mittelstandes hat Christian Spancken weitgehend Recht: Hier ist noch viel zu tun – gerade im Bereich Marketing.

In seinem Buch „Digital Denken“ (Econ Verlag) beschreibt er sehr praxisnah, welche Optionen Firmenchefs haben. Absolut lohnenswert.

Mehrere Buchautoren beschäftigen sich mit der neuen Medienwelt. Quelle: AP
Social Media hat die Medienwelt verändert

Mehrere Buchautoren beschäftigen sich mit der neuen Medienwelt.

(Foto: AP)

Welt im Ausnahmezustand
Gleich drei nennenswerte Bücher sind in diesem Frühjahr erschienen rund um das Thema Medien und die - nennen wir es Neudeutsch - „Fake-News-Debatte“.

Das erste ist von Michael Meyen, Professor an der LMU München und Journalismus-Forscher. In seinem Buch „Breaking News“ (Westend Verlag) sieht er drei große Veränderungssprünge in der Geschichte der Medienwelt: Erst kamen die privaten TV-Sender, dann das Internet und schließlich Social Media. So richtig zum lesenswerten Punkt kommen andere aber besser ...

Wege aus der kollektiven Erregung
2008 wurde Bernhard Pörksen zum Professor des Jahres gewählt – nun hat der Medienwissenschaftler sein neues Buch veröffentlicht. In „Die große Gereiztheit“ (Hanser Verlag) untersucht Pörksen die Art, wie heute kommuniziert wird.

Wenig überraschend, dass er zu dramatischen Urteilen über die permanente Erregungsgesellschaft kommt. Sein Schreibstil lebt von starken Thesen. Leser sollten aber sich nicht permanent von einem surrenden Smartphone ablenken lassen, denn der Schreibstil verlangt ihnen einiges ab.

Seine Ratschläge am Ende des Buches überzeugen nur bedingt – sie wirken recht utopisch. Aber wenn es einfache Lösungen gäbe, hätte er das Buch ja auch nicht schreiben müssen.

Junge Journalisten analysieren die wesentlichen Fragen
Michael Steinbrecher kennen viele Deutsche als ZDF-Sportreporter, doch er ist schon seit mehreren Jahren Journalistik-Professor und Buchautor. Am liebsten schreibt er mit Günther Rager, einem umsichtigen und renommierten Kollegen vom Dortmunder Institut für Journalistik. Sie haben ihren Studierenden die Bühne überlassen und präsentieren in ihrem neuen Buch „Wenn Maschinen Meinung machen“ (Westend Verlag) gut sortiert 15 Essays rund um die wichtigsten Fragen, die sich Medien in diesen Jahren stellen.

Ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört
Kate Raworth ist im angelsächsischen Raum durchaus eine bekannte Größe. Die Oxford-Professorin bürstet gern gegen den Strich und hat mit ihrem Buch „Die Donut-Ökonomie“ (Hanser Verlag) für Aufsehen gesorgt.

Nun erscheint es auch auf Deutsch. Raworth analysiert mit scharfer Feder und zerlegt den Kapitalismus in seiner heutigen Prägung. Ihre Alternative klingt hier und da theoretisch, ist aber lesenswert – und zwar nicht nur für Ökonomie-Professoren.

Ratgeber für weniger Stress, mehr Gesundheit und elternfreundliches Arbeiten
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1 Kommentar zu "Buchmesse Leipzig : Welche Wirtschaftsbücher sich lohnen – und welche nicht"

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  • Lesen Sie lieber die fünf besten Wirtschaftsbücher aller Zeiten:
    1. Ludwig von Mises: Human Action
    2. Carl Menger: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
    3. Murray Newton Rothbard: Man, Economy, and State (incl. Power and Market)
    4. Friedrich August von Hayek: Der Weg zur Knechtschaft
    5. Friedrich August von Hayek: Entnationalisierung des Geldes