Buchtipp: Meinung Macht Manipulation Tiefes Misstrauen

Die Medien sind in einer Vertrauenskrise. Nicht nur Pegida- und AfD-Anhänger halten sie heute für „Lügenpresse“. 13 junge Journalisten haben sich nun kritisch mit ihrem Berufsstand auseinander gesetzt.
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Wie sollte eine Medienberichterstattung aussehen, die wieder Vertrauen zu den Bürgern aufbaut? Quelle: AP
Pegida-Demonstration im März 2016 in Dresden

Wie sollte eine Medienberichterstattung aussehen, die wieder Vertrauen zu den Bürgern aufbaut?

(Foto: AP)

DüsseldorfLügen, Lügen, nichts als Lügen – Anhänger der rechtspopulistischen Pegida oder der Alternative für Deutschland (AfD) unterstellen den Medien in Deutschland pauschal bewusste Täuschung. Doch auch andere Bürger sind verunsichert, misstrauen den Medienmachern. Die Mutter von Journalistin Elisabeth Thobes zum Beispiel. Ihr geht das „Getöse“ der Medien auf die Nerven, das „ununterbrochene Gebrabbel, das „Aufbauschen einer Nachricht bis zur Unkenntlichkeit“, das „Heischen nach Sensation.“ „Was soll ich so noch glauben?“, fragt sie.

Ja, was eigentlich? Für Thobe war das Urteil ihrer Mutter Anstoß dazu, über ihren eigenen Beruf nachzudenken: Wann ist das Vertrauen der Bürger in die Medien verloren gegangen und warum? Was ist mit jenen, die der Presse sogar Lügen vorwerfen?

Thobe ist eine von 13 jungen Journalisten, die die Vertrauenskrise im aktuellen Buch, „Meinung Macht Manipulation. Journalismus auf dem Prüfstand“, beleuchtet. Die Autoren analysieren das Image ihres Berufs und wollen herausfinden, warum und woher der Vorwurf „Lügenpresse“ kommt.

Und: Wie es derzeit um das Selbstverständnis der Journalisten gestellt ist. Herausgeber des Buches sind die beiden Journalistik-Professoren von der TU Dortmund, Günther Rager und Michael Steinbrecher.

Die jungen Autoren befassen sich in ihren Beiträgen auch mit Lösungsansätzen – zum Beispiel zur aufgeworfenen Frage, wie denn nun Berichterstattung aussehen sollte, die es schafft, wieder Vertrauen aufzubauen?

Eine Idee dafür: mehr Transparenz. So schreibt Marieluise Denecke in ihrem Beitrag, dass der Vorwurf der Lügenpresse durchaus auch etwas Gutes bewirken könne – einen Paradigmenwechsel: „Die gesellschaftliche Aufgabe des unabhängigen Journalismus bedeutet nicht, dass Journalismus nicht auch kritisiert werden sollte.“

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