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Die Auswahl Warum werden so viele Stellen falsch besetzt?

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Der tatsächliche Schaden ist weitaus größer
Das sind die miesesten Chefs
Jeff Bezos
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Jeff Bezos

Der Internationale Gewerkschaftsbund IGB wollte in einer Online-Umfrage wissen, wer der schlechteste CEO der Welt sei - etwa Menschen beteiligten sich, Amazon-CEO Jeff Bezos landete auf dem ersten Platz. Verdient, meint zumindest Philip Jennings, Generalsekretär vom Gewerkschaftsdachverband Uni Global Union. Bezos werde als großer Innovator gesehen, dabei behandele er seine Mitarbeiter "wie Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert".

Der Gründer und Chef des Versandriesen Amazon soll seinen Mitarbeitern gegenüber einen harten Ton anschlagen. Der Businessweek-Reporter Brad Stone sammelte in seinem Buch über Amazon die gemeinsten Sprüche von Jeff Bezos. Darunter: „Bist du faul oder nur inkompetent?“ oder „Warum verschwendest du mein Leben?“ Stone sprach für die Recherchen zu seinem Buch mit vielen ehemaligen Mitarbeitern, diese berichteten von einer „Gladiatoren-Kultur“ im Unternehmen. „Wenn du nicht gut bist, frisst Jeff dich und spuckt dich aus. Und wenn du gut bist, dann springt er dir auf den Rücken und reitet dich zu Schaden", sagt ein Amazon-Mitarbeiter.

(Foto: ap)
Day One Of The Geneva Motor Show 2014
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Sergio Marchionne

Der Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne gilt als zielorientiert, taktisch und rücksichtslos. Seine Mitarbeiter nennen den Firmenflieger, mit dem Marchionne zwischen Detroit und Turin pendelt, „Air Findus“ – Findus ist eine Tiefkühlmarke und soll das eisige Klima beschreiben, das Marchionne verbreitet. Über den Manager kursieren einige fiese Geschichten. Zum Beispiel soll Marchionne den Ehefrauen seiner Mitarbeiter Blumen nach Hause geschickt haben, als Entschuldigung, weil ihre Ehemänner am Wochenende arbeiten mussten. Allerdings sollten diese wohl nur ins Büro kommen, um sich ihre Kündigung abzuholen. Marchionne soll schon viele gestandene Manager zum Weinen gebracht haben, besonders berüchtigt ist er für seine persönlichen Beschimpfungen.

(Foto: Bloomberg)
RNPS IMAGES OF THE YEAR 2008
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Richard Fuld

Fuld war der letzte Chef der Investmentbank Lehman Brothers, bevor das Unternehmen im September 2008 Pleite ging und für einen ersten dramatischen Höhepunkt der Finanzkrise sorgte. Fuld gilt als extrem eitel und ehrgeizig. Weil er seine Mitarbeiter so gern und häufig anbrüllte, hatte er den Spitznamen Gorilla. Damit schien er allerdings keine Probleme zu haben, so soll er sich sogar ein ausgestopftes Exemplar in sein Büro gestellt haben. Noch mehr als seine Mitarbeiter, haben nur Fulds Gegner zu befürchten. In einem internen Firmenvideo drohte er seinen Widersachern an, ihnen das Herz bei lebendigem Leib herauszureißen und es zu verschlingen.

(Foto: Reuters)
Durchsuchungen nach Schlecker-Insolvenz
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Anton Schlecker

Anton Schlecker war schon vor seiner Pleite ein unbeliebter Chef. Der Spiegel nannte ihn sogar den „meistgehassten Arbeitgeber der Republik“. Denn um seine Ware billig anbieten zu können, sparte der ehemalige Drogeriekönig vor allem an seinen Mitarbeitern. So bezahlte er Filialleiterinnen oft wie einfache Verkäuferinnen, kranken Mitarbeitern strich er den Lohn und Überstunden wurden ebenfalls nicht vergütet. 1998 wurde Schlecker für sein Lohn-Dumping bestraft. Das Amtsgericht Stuttgart verurteilt Anton und seine Frau Christa Schlecker wegen Betrugs zu Bewährungsstrafen. Der Strafbestand: Die beiden hatten viele ihrer Mitarbeiter unter Tarif bezahlt, in den Arbeitsverträgen stand jedoch das Gegenteil.

(Foto: dapd)
ADAC verleiht Piëch "Gelben Engel"
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Ferdinand Piëch

Unnahbar, unerbittlich und unbequem – der Diplomingenieur und ehemalige VW-Chef Ferdinand Piëch gilt als einer der mächtigsten Manager seiner Epoche, aber menschlich als schwierig. Der Autor Wolfgang Fürweger hat eine Biografie über ihn verfasst. Darin beschreibt er Piëch als einen Menschen, der keine Fehler verzeiht und gnadenlos jeden Manager abschießt, dem er Fehler vorwerfe. Diese Erfahrung mussten schon einige machen. Als Piëch 1988 Chef bei Audi wurde, verabschiedete er rasch den damaligen Finanzvorstand. Er sei ihm zu „brav“ gewesen und er feuere lieber einen unpassenden Topmanager als eine Schwächung des Unternehmens zu riskieren. Für seine Auftritte soll Piëch besonders gerne Vorstandssitzungen benutzt haben. Bei VW soll er während einer solchen Zusammenkunft zu einem Bereichsleiter, der dürftige Zahlen präsentierte, gesagt haben: „Ach, das schätzen wir so an Ihnen – immer wenn Sie kommen, gibt es schlechte Nachrichten“. Wenig später war der Manager auch offiziell seinen Job los.

(Foto: dapd)
Microsoft CEO Steve Ballmer speaks during opening of the Microsoft Ventures Berlin Accelerator in Berlin
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Steve Ballmer

Bill Gates Nachfolger bei Microsoft wurde vom US-Magazin Forbes schon einmal zum schlechtesten Chef aller großen amerikanischen Geschäftsführer gewählt. Die Begründung: Ballmer habe vor allem die schnell wachsenden Sparten Smartphone und Tablet vernachlässigt. Doch nicht nur die Presse zweifelte Ballmers Chefqualitäten an, auch seine Mitarbeiter konnte er nicht überzeugen. So soll Ballmer nach der Kündigung des Entwicklers Mark Lucovsky komplett ausgerastet sein. Lucovsky war einer der Miterfinder von Windows und wechselte nach 16 Jahren bei Microsoft zum Konkurrenten Google.  Ballmer habe mit Möbeln um sich geworfen und auf den Google-Chef Eric Schmidt geschimpft haben: "Ich werde diesen Kerl begraben!", soll er gebrüllt haben und: "Ich werde Google verdammt noch mal killen!"

(Foto: Reuters)
HP CEO Leo Apotheker speaks to the press after delivering the keynote address at the HP Summit in San Francisco
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Léo Apotheker

Schonungslos direkt und frei von Diplomatie lauten einige der ihm zugeschriebenen Eigenschaften. Zwar sei der ehemalige Chef der Technologiekonzerne Hewlett Packard und SAP analytisch brilliant, aber dafür hapere es im Zwischenmenschlichen umso mehr. SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp kritisierte Apotheker nach seinem Abgang beim Walldorfer Konzern in aller Öffentlichkeit: Er hätte für zu viel negative Stimmung im Konzern gesorgt.

(Foto: Reuters)

Doch damit nicht genug. „Das tatsächliche Minus, das einem Unternehmen durch Fehlbesetzungen entsteht, ist jedoch weitaus größer, denn es setzt sich aus weiteren Faktoren zusammen, die sich nicht oder nur schwer in konkrete Zahlenwerte übersetzen lassen“, schreibt die Inhaberin eines Beratungsunternehmens. Der Verlust talentierter Kandidaten, der Produktivitätsrückgang durch die fehlbesetzten Mitarbeiter, der Image-Schaden des Unternehmens und so weiter.

Alleine die Tatsache, dass enttäuschte Bewerber im Zeitalter neuer Medien ihren Frust quasi in Echtzeit mit Millionen anderen teilen, sollte also jeden Personalverantwortlichen dazu anspornen, die eigene Recruitingpraxis unter die Lupe zu nehmen und neu zu justieren; „eine Antiwerbung“, erklärt Herrmann, „die in kürzester Zeit enormen Schaden anrichten kann.“

Beispiel gefällig? Vor kurzem ergab eine Umfrage des E-Recruitingdienstleisters Softgarden unter 1500 Bewerbern, dass immerhin 11 Prozent der Teilnehmer nach einer negativen Erfahrung mit der Bewerbung erst einmal keine Produkte des Unternehmens mehr kaufen. Die enttäuschten Bewerber differenzieren nicht zwischen Unternehmens- und Arbeitgebermarke.

Warum die Deutschen den Job wechseln
Jobfrust
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Trotz Generation Y und Work-Life-Balance - die finanzielle Situation scheint für viele immer noch ein schwerwiegendes Argument: Laut dem Randstad-Arbeitsmarktbarometer würden 71 Prozent ihren Arbeitsplatz wechseln, wenn sie in einem anderen Job mehr Geld verdienen könnten.

(Foto: Fotolia)
Gründe für den Jobtausch
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Die Aussicht auf bessere Karrierechancen ist für 55 Prozent ein Grund, den aktuellen Arbeitsplatz gegen einen neuen einzutauschen.

(Foto: Fotolia)
Bildungshintergrund
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Auch der Background der beruflichen Situation sollte stimmen: Etwas mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer geben an, den Job zu wechseln, wenn sie einen Arbeitsplatz finden, der besser zu ihrem Bildungshintergrund passt.

(Foto: Fotolia)
Beförderungen
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Viele Arbeitnehmer fühlen sich bei Beförderungen wiederholt übergangen und denken über einen Wechsel nach. Besonders wenn der eigene Chef die Aufstiegswünsche kennt, aber anderen Mitarbeitern den Vorzug gibt.

(Foto: Fotolia)
Unternehmens-„Vision“
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Als einen weiteren Grund für einen notwendigen Aufbruch wird auch eine mangelnde Unternehmens-„Vision“ angeführt. Wenn das Management zu wichtigen Fragen keine Stellung nimmt, die Produktpalette nicht mehr zeitgemäß ist oder die Wettbewerber deutlich bessere Leistungen anbieten wechseln viele den Arbeitgeber.

(Foto: Fotolia)
Hohe Arbeitsbelastung
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Wenn die Freizeit auf Grund von Überstunden und zu hoher Arbeitsbelastung zu kurz kommt, werfen ebenfalls viele das Handtuch.

(Foto: Fotolia)
Intrigen von Kollegen
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Intrigen von Kollegen wirken sich auf die Gesundheit aus und somit ist ein Jobwechsel für die Meisten die beste Entscheidung, wenn sich an diesem Umstand nichts ändert.

(Foto: Fotolia)

Aber dabei bleibt es nicht. Denn wer schlechte Erfahrungen gemacht hat, rät häufig auch Bekannten und Freunden von einer Bewerbung ab (49 Prozent). Wer will schon gerne dafür verantwortlich sein, dass sich der beste Freund nicht wohl in seinem neuen Job fühlt. Schließlich drücken gut 10 Prozent der befragten Teilnehmer ihren Unmut anschließend auch durch eine negative Bewertung auf einer Arbeitgeberbewertungsplattform aus.

Gesucht: Superkandidat zum Schnäppchenpreis
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