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Geheimnisse der Streber „Niemand erreicht alles, nur weil er es denken kann“

Wut, Wollust, Arroganz oder Neid: Der Psychologe Rolf Schmiel entführt uns in seinem neuen Buch „Senkrechtstarter“ in die düstersten Abgründe der Seele und zeigt, wie aus Frust und Niederlagen große Erfolge entstehen.
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Sexuelle Deprivation ist ein großer Antreiber, meint der Psychologe Rolf Schmiel. Sie beflügelt die Klassenclowns zu Höchstleistungen, lässt Manta-Fahrer mit dem Gaspedal spielen und spornt männliche Mauerblümchen zu ehrgeizigen Taten an. Quelle: Getty Images

Sexuelle Deprivation ist ein großer Antreiber, meint der Psychologe Rolf Schmiel. Sie beflügelt die Klassenclowns zu Höchstleistungen, lässt Manta-Fahrer mit dem Gaspedal spielen und spornt männliche Mauerblümchen zu ehrgeizigen Taten an.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf Rolf Schmiel hatte alles: einen nachtblauen Luxuswagen mit verchromter Raubkatze am Bug, ein überdimensioniertes Büro, Maßanzüge, Champagner im Überfluss und er logierte in Fünf-Sterne-Hotels. Für den frisch diplomierten Psychologen, der als Coach arbeitete, ging es nach der Uni steil aufwärts, während sich seine früheren Kommilitonen durch Nine-to-Five-Jobs oder für überschaubare Gehälter durch Praktika schufteten.

Je mehr Erfolg er aber hatte, desto mehr entglitt ihm die Fähigkeit, maßvoll, besonnen und vernünftig zu agieren und aus dem Überflieger wurde ein Bruchpilot. Drohende Insolvenz, die Konten leer, Steuerstress und weitere Katastrophen im familiären Umfeld hievten ihn auf den Gipfel der Verzweiflung.

Aber Schmiel rappelte sich wieder auf und analysierte nach dem ersten Schock, was schief gelaufen war – das ist der Stoff, der ihn zu einem überzeugenden Autoren macht. Heute erscheint im Campus-Verlag sein neues Buch „Senkrechtstarter – Wie aus Frust und Niederlagen die größten Erfolge entstehen“ und man merkt dem Geläuterten an, dass er über etwas schreibt, von dem er wirklich etwas versteht. Inzwischen arbeitet der Psychologe erfolgreich als Berater, Dozent und Kongressredner und zu seinen Kunden zählen internationale Konzerne wie Audi, BMW, Coca-Cola oder DHL.

Da hat es also einer geschafft, von ganz weit unten wieder nach oben zu klettern und möchte nun auch anderen gescheiterten Existenzen dabei behilflich sein, ein Senkrechtstarter zu werden. 228 Seiten sind der motivierende und inspirierende Schlüssel zum Erfolg – glaubt man dem prominenten Vorwortgeber Hermann Scherer, der seit Jahren zu den erfolgreichsten Ratgeberautoren Deutschlands gehört.

Wo Scherer recht hat, hat er recht. Rolf Schmiel gibt in seinem Buch neue, psychologisch fundierte und leicht verdauliche Impulse zur Motivation und er räumt auf mit den „grenzenlosen Erfolgsversprechen“ von „Motivationsgurus“ die „Sand in die Augen streuen“ und eine „Friede-Freude-Eierkuchenwelt“ kreieren: „Ich weigere mich, Sie mit billigen Rezepten und emotionalen Trostpflastern einzulullen“, stellt Schmiel direkt in der Einleitung klar. „Bei mir erfahren Sie die ganze Wahrheit.“ Und die ist, so zitiert er Geraldine Chaplin, „selten so oder so. Meistens ist sie so und so.“

So zeigt Schmiel im ersten Teil – Die Wahrheit über Spitzenleistungen – dass die Wahrheit hinter märchenhaften Erfolgen häufig alles andere als märchenhaft ist. Dahinter stecke schlicht – Arbeit, Arbeit, Arbeit. Geben Sie sich also gar nicht erst der Illusion hin, durch die Lektüre dieses Buches hätten Sie den bequemen Aufstieg schon halb in der Tasche; das genügt nicht.

Schmiel skizziert aber netterweise acht „Erfolgszutaten“ für den Senkrechtstart: Willenskraft, Fokus, Opfer, Risiko, Mentoren, Glück, Großzügigkeit und Zeit. Anhand vieler Anekdoten aus der Welt der Top-Performer, der Stars- und Sternchen und von zweifelhaften Wirtschaftskriminellen wie Mehmet Göker macht der Psychologe sehr anschaulich deutlich, wohin die Reise geht und von welchen dunklen Triebkräften man sich besser nicht leiten lassen sollte.

Wer nach oben will, muss Opfer bringen
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