Kritik an der Firmenführung 4.0 Irre Abenteuer aus der Start-up-Welt

Ein Journalist verliert seinen Job und heuert bei einem Start-up an. Was er dort erlebt, macht ihn fassungslos. In einem Buch geht er mit den Praktiken hart ins Gericht. Man sollte daraus lernen.
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Das Buch von Dan Lyons „Von Nerds, Einhörnern und Disruption“ ist eine Abrechnung mit der Gründerszene. Quelle: obs
Start-ups

Das Buch von Dan Lyons „Von Nerds, Einhörnern und Disruption“ ist eine Abrechnung mit der Gründerszene.

(Foto: obs)

DüsseldorfBetroffenheitsjournalismus ist eine schwierige Sache. Noch komplizierter ist Betroffenheitspublizistik: Einem Autor wird aus seiner Sicht übel mitgespielt und daraus entsteht ein Buch. Rachegefühle sorgen dann schnell für eine Subjektivität, die dem Anspruch eines Sachbuchschreibers nicht gerecht wird. Manchmal sind diese Bücher aber dennoch lesenswert.

Bei Dan Lyons ist das der Fall. Sein Buch „Von Nerds, Einhörnern und Disruption“ ist grundsätzlich eine Abrechnung mit einem Start-up. Das wäre grundsätzlich okay, schließlich darf man dem Autor eine scharfe Beobachtungsgabe und Präzision zutrauren. Allerdings verallgemeinert Lyons sehr stark und wirft leicht übertrieben gesagt alle Start-ups in einen Topf. Rund 25 Jahre als IT-Journalist geben ihm scheinbar Hintergrundinformationen en masse.

Aber weil das so gefährlich ist, sollte das Buch – um es mit Nietzsche zu sagen – mit spitzen Fingern gelesen werden. Des Öfteren schießt der Autor über das Ziel hinaus mit seinen Verallgemeinerungen und der Boshaftigkeit, mit der die Vorgänge in der Firma kritisiert, in der er gearbeitet hat. Aber – und darin liegt der Wert seines Buches – es ist ein hervorragender Gegenentwurf zu den Mythen und Klischees der Silicon-Valley-Welt. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte.

Was ein Chef tun muss, wenn die Hütte richtig brennt
Härtetest für den Chef
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Unternehmenskrisen - sie sind der absolute Härtetest und das wohl größte und gefährlichste Abenteuer für jeden Chef. Geht es mit der Firma tief nach unten, kommt es zum entscheidenden Kampf, denn der Abwärtstrend muss gestoppt und der Turnaround geschafft werden.

Der Kampf
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„Die meisten Führungskräfte haben die Ausnahmesituation einer Krise noch nie durchlebt”, schreibt der Autor Mario Neumann weiß, dessen Buch „Abenteuer Führung“ vor kurzem erschienen ist (unsere Rezension lesen Sie hier). Er weiß wie schnell Chefs überfordert sind, wenn sie auf keine Erfahrungen zurückgreifen können. Sie agieren unsicher - und machen im schlimmsten Fall beim ersten Donnergrollen weiter wie immer.

Donnergrollen
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Doch das kann richtig gefährlich sein, warnt Neumann, der auch als Führungskräftetrainer arbeitet. “Aufgabe der Führungskraft ist, die Lage zu verfolgen und der Verunsicherung des eigenen Teams rechtzeitig entgegen zu wirken.” Wie Sie jetzt Flagge zeigen, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Wegducken hilft nicht!
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„Beugen Sie Gerüchten und Spekulationen vor, indem Sie auf höchstmögliche Transparenz achten”, empfiehlt Neumann. Gehen Sie also am besten frühzeitig auf die Mitarbeiter zu und informieren Sie offen über die Lage. Gehen Sie kritischen Fragen nicht auf dem Weg, denn sonst verstärken Sie die Verunsicherung im Team nur noch weiter.

Identifizieren Sie Ihre eigenen Ängste!
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Wenn es ein richtig ernstes Problem gibt, ist es unvermeidlich, dass Sie die Angst packt. Manche verfallen in Pessimismus, andere wirken wie gelähmt und wieder andere ducken sich einfach weg. Aber wie soll ein Chef seine Mannschaft beruhigen, wenn die eigenen Sorgen derart übermächtig sind? Stärke zeigen können Sie nur, wenn Sie die eigenen Ängste im Griff haben. Neumann rät: “Setzen Sie sich deshalb mit Ihren persönlichen Befürchtungen in der aktuellen Lage auseinander - auch wenn Sie sich damit im Moment gar nicht befassen wollen.”

Auf Mitarbeiter zugehen
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Orientierung und Halt geben - das ist jetzt Ihre Aufgabe. Wie das geht? Betreiben Sie keine Schönfärberei und beschönigen Sie nichts. “Es hat keinen Sinn”, schreibt Neumann, “eine schwierige Lage zu verschweigen. Ihre Mitarbeiter wissen ohnehin um den Ernst der Situation. Versuchen Sie also gar nicht erst, ihnen etwas vorzumachen.”

Bloß nicht: zwischen Tür und Angel!
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Wenn Sie schlechte Nachrichten vermitteln müssen, sollten Sie das nicht zwischen Tür und Angel machen. Neumann rät, sich dafür richtig viel Zeit zu nehmen. „Das gebietet allein schon Ihre Wertschätzung den betroffenen Mitarbeitern gegenüber.”

Dan Lyons war viele Jahre lang Journalist. Als er mit 52 beim Newsweek-Magazin dem Sparzwang zum Opfer fiel, musste er bei einem Start-up anheuern – der Software-Schmiede HubSpot. Was er hier erlebte, spottet jeder Beschreibung aus Sicht eines kritischen IT-Journalisten, der mit den Vorstellungen der “alten” Unternehmenswelt ausgestattet ist. Dem Leser amüsiert und schaudert es auf jeder Seite, wenn es zum Beispiel heißt: “Ein Großteil dieser Gründergeneration besteht aus ziemlich unangenehmen Typen”.

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