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Neues Buch von Jeremy Rifkin Die Zukunft des Kapitalismus

Die Kostenlos-Kultur im Internet und der Siegeszug von Robotern in der Produktion definieren das kapitalistische System neu: Eine Welt, in der Produkte immer weniger kosten, birgt für Millionen Arbeiter große Risiken.
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Roboter wie

Roboter wie "REEM" sind nur eine Zwischenstufe: Bald übernehmen Maschinen immer mehr Arbeit.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Was bezahlen Sie für Ihren Facebook-Account? Wie viel für die Dienste von Google? Genau – nichts. Sie bekommen kostenlosen Zugang zu Produkten. Klingt marktwirtschaftlich gesehen nicht sehr wertvoll – und dennoch geben diese Firmen an der Börse den Takt vor. Zwei Besonderheiten fallen auf: Reich werden diese Unternehmen nicht durch das Geld der User, sondern durch die Daten, die diese hinterlassen. Sich per WhatsApp mit Freunden abzustimmen kostet nicht mal einen Euro pro Jahr. Telekomfirmen werfen mit Flatrates um sich.

Die Kostenlos-Kultur im Internet ist nur einer von mehreren Punkten, die unser kapitalistisches System neu definieren: Weltweit bauen wir derzeit die Energienetze radikal um, damit der umfangreiche Wandel von zentraler Produktion (Atomkraftwerk) hin zu dezentraler Energiegewinnung (Solaranlage auf dem Dach) funktionieren kann. Logistik-Ketten werden dank neuer Technologien neu geschmiedet. Zudem wird der Erwerb von Eigentum deutlich zurückgehen zugunsten von Mieten, Tauschen oder dem bloßen Zugang zu einem Produkt: Bei Diensten wie Maxdome, Spotify oder auch dem Digitalpass des Handelsblatts zahlt der Kunde nicht für das Produkt, sondern eben für den Zugang dazu.

Wie stark sich der Kapitalismus derzeit wandelt beschreibt Jeremy Rifkin in seinem jüngst auf Deutsch erscheinenden Buch „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft” - einem der bedeutendsten Wirtschaftsbücher dieses Jahres. Der Amerikaner gilt als einer der wichtigsten Gesellschaftstheoretiker und einflussreichsten Kulturkritikern der Welt - und wird eben auch als Visionär geschätzt:

Rifkin beschreibt massive Verschiebungen „weg vom vertikalen kapitalistischen Shareholder-Markt“, also dem kurzfristigen Profitstreben der Aktionäre. Unser Wirtschaftssystem verändert sich seit Jahrhunderten ständig, aber diesmal derartig stark, dass vom Kapitalismus lediglich Elemente übrig bleiben werden. Egal ob Energie, Logistik oder Telekommunikation: Wenn die Infrastruktur einmal steht, ist es beinahe egal, ob man 10, 1000 oder eine Million Kunden damit glücklich macht. Zusätzliche Kunden kosten die Firmen praktisch nichts. Ob Facebook eine Million oder eine Milliarde Mitglieder hat – die Mehrbelastung ist marginal.

Auch in der Industrie gehen die Grenzkosten Richtung null. Das klingt gut, aber die Geschäftsmodelle vieler Firmen funktionieren unter diesen Bedingungen dummerweise nicht so richtig: Ohne Grenzkosten kein Profit, und ohne den geht dem System der Saft aus. Millionen Fabrikarbeiter müssen sich einen neuen Job suchen, das Gewinnstreben wird nicht mehr funktionieren – im Jahr 2050 werden wir ein anderes Wirtschaftssystem haben. 

Der letzte Arbeiter macht das Licht aus
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