Abertis-Übernahme Steigende Gewinne geben Hochtief Rückenwind

Hochtief hat seinen operativen Gewinn 2017 um 25 Prozent gesteigert. Das stärkt den Baukonzern im Übernahmekampf um Abertis.
Update: 21.02.2018 - 13:55 Uhr Kommentieren
Im laufenden Jahr peilt der Baukonzern einen operativen Konzerngewinn von 470 bis 520 Millionen Euro an. Quelle: Reuters
Hochtief

Im laufenden Jahr peilt der Baukonzern einen operativen Konzerngewinn von 470 bis 520 Millionen Euro an.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer Baukonzern Hochtief geht mit steigenden Gewinnen im Rücken in die entscheidende Phase des Übernahmekampfs um den spanischen Mautstraßen-Betreiber Abertis. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn sei im Geschäftsjahr 2017 dank Zuwächsen in Amerika, Australien und Europa sowie Einsparungen um 25 Prozent auf 452 Millionen Euro gestiegen, teilte Hochtief am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter verdiente der Konzern 420,7 (320,5) Millionen Euro. Die Aktionäre, darunter die spanische Muttergesellschaft ACS, sollen eine Dividende von 3,38 Euro je Aktie erhalten. Für 2016 hatte Hochtief 2,60 Euro je Anteilsschein gezahlt.

Von der Übernahme von Abertis verspricht sich Hochtief viel: „Das erwartete Wertschöpfungspotenzial ist sehr hoch“, hieß es im Geschäftsbericht. Es werde ein Infrastrukturkonzern mit „einzigartiger globaler Ausrichtung entstehen, der substanzielle Synergien erwarten lässt“. Am Nachmittag wird sich Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes zu den Zahlen äußern - und zu der möglichen Übernahme.

Das Rennen um Abertis hatte Konkurrent Atlantia im vergangenen April eröffnet, als die Italiener Interesse an dem hoch profitablen Autobahn-Betreiber anmeldeten. Der Atlantia-Konzern, hinter dem die Familie Benetton steht, verfügt vor allem in der Heimat über Mautstraßen sowie Flughafen-Konzessionen und will sich mit Abertis neue Märkte in der Ferne erschließen. Abertis ist neben Spanien auch in Chile und Brasilien aktiv. Insgesamt umfasst das Straßennetz mehr als 8600 Kilometer in 14 Ländern.

Hochtief buhlt mit einer rund 17,1 Milliarden Euro schweren Offerte um Abertis und wird dabei von seinem Mutterkonzern ACS unterstützt. Das Konkurrenz-Angebot Atlantias liegt Analysten zufolge auf vergleichbarer Basis bei rund 15,7 Milliarden Euro.

Insidern zufolge wollen die Italiener ihre Offerte aber noch aufstocken – nachdem die spanische Börsenaufsicht CNMV das Hochtief-Angebot gebilligt hat. Diese nimmt die Offerte des Essener Konzerns derzeit unter die Lupe. Die Atlantia-Anteilseigner stimmten am Mittwoch einer Verlängerung der für die Milliarden-Offerte nötigen Kapitalmaßnahmen zu.

Hochtief will mit einer Übernahme seine Wertschöpfungskette verlängern – der Essener Konzern könnte dann mit Abertis gemeinsame Projekte mit der öffentlichen Hand wie Maut-Autobahnen planen, bauen und betreiben. Eine Zusammenlegung sei auch für die Aktionäre attraktiv, heißt es im Geschäftsbericht: „Durch die stärkere Finanzkraft ist eine höhere Aktionärsvergütung möglich.“

Hochtief peilt 2018 weiteres Wachstum an. Für das laufende Jahr stellte Hochtief einen operativen Konzerngewinn von 470 bis 520 Millionen Euro in Aussicht. Dies entspreche einer Steigerung von 4 bis 15 Prozent gegenüber 2017.

  • rtr
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