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Airbnb Aus dem Krisenmodus heraus plant Brian Chesky den Börsengang

Mitten in der größten Krise des Unternehmens plant der Chef des Wohnungsvermittlers den Gang an die Börse – auch auf Druck der Mitarbeiter. 
20.08.2020 - 18:50 Uhr Kommentieren
Zwölf Jahre nach dem Start muss der Airbnb-Gründer erneut Investoren von sich und seinem Geschäftsmodell überzeugen. Quelle: dpa
Brian Chesky

Zwölf Jahre nach dem Start muss der Airbnb-Gründer erneut Investoren von sich und seinem Geschäftsmodell überzeugen.

(Foto: dpa)

New York Brian Chesky weiß, dass es nicht immer beim ersten Mal klappt. Der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende des Wohnungsvermittlers Airbnb brauchte auch für den Start des Unternehmens mehrere Anläufe: „Airbed & Breakfast ist vor zwölf Jahren zum dritten Mal gestartet. Wir mussten dreimal starten, bevor es irgendwer bemerkte“, twitterte er am 11. August.

In diesen Tagen startet der 38-jährige Industrie-Designer und ehemalige Bodybuilder erneut. Diesmal geht es um den Börsengang des größten Zimmer- und Wohnungsvermittlers aus dem Silicon Valley. Chesky hat für das Unternehmen aus San Francisco bei der Börsenaufsicht SEC einen vertraulichen Antrag für eine Aktienplatzierung eingereicht. Einen konkreten Termin für den Börsengang oder eine Preisspanne für die Aktien gibt es noch nicht.

Eigentlich wollte Chesky Airbnb schon längst an die Börse gebracht haben. Aber die Corona-Epidemie und der damit verbundene Einbruch der Buchungen hatten ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Buchungen im Wert von einer Milliarde Dollar brachen ein, Vermieter protestierten, und das gesamte Geschäftsmodell stand infrage. Wer will schon in Corona-Zeiten bei fremden Menschen in der Wohnung wohnen?

Krisenmanagement war gefragt: Im April sicherte sich Chesky insgesamt zwei Milliarden Dollar von Private-Equity- und institutionellen Investoren. Dabei bekamen die Investoren die Zusage, ihre Kredite in Aktien wandeln zu können, die Airbnb mit insgesamt 17 Milliarden Dollar bewerteten. Das war weniger als die Hälfte des Werts, den Investoren in Finanzierungsrunden drei Jahre zuvor angesetzt hatten.

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    Im Mai kündigte Chesky dann an, mit 1900 Mitarbeitern fast ein Viertel seiner Belegschaft zu entlassen. Mittlerweile hat sich das Geschäft wieder leicht erholt. In den USA lagen die Buchungen vor allem dank der hohen Nachfrage nach Ferienhäusern im Juni und Juli bereits deutlich über dem Wert von vor einem Jahr.

    Corona-Parties in Airbnb-Häusern

    „Die Menschen reisen wieder“, sagte Chesky bereits vor einem Monat in einem Interview mit Bloomberg TV. Sie fliegen nicht mehr in Großstädte, sondern fahren mit dem Auto in die Nähe. „Statt Paris wird es Pataluma sein, kleine Gemeinden in 200 bis 300 Meilen Entfernung“. Dennoch hat Airbnb in diesen Sommermonaten auch mit neuen Problemen zu kämpfen. Sie reichen von Corona-Parties in Airbnb-Häusern bis zu Meth-Drogenlaboren in angemieteten Wohnungen.

    Letztlich ist es wohl der boomende Aktienmarkt und der Druck der Mitarbeiter, die Chesky dazu bewegen, ausgerechnet jetzt an die Börse zu gehen. Viele langjährige Mitarbeiter haben Aktienoptionen, die bald auslaufen. Sie würden komplett an Wert verlieren, wenn das Unternehmen nicht an der Börse gehandelt wird. Und missmutige Mitarbeiter kann Chesky derzeit nicht gebrauchen.

    Zwölf Jahre nach dem Start muss Chesky also erneut Investoren von sich und seinem Geschäftsmodell überzeugen – diesmal im großen Stil und nicht in kleinen Finanzierungsrunden. Dabei ist Chesky weder ein Finanzexperte, noch hat er einen Technologie-Hintergrund. Der Sohn zweier Sozialarbeiter in der Nähe von Albany, der Hauptstadt des Bundesstaats New York, hat Industrie-Design studiert.

    An seiner Universität an der Rhode Island School of Design lernte er auch Joe Gebbia kennen, mit dem er später Airbnb gründete. Zunächst vermieteten die beiden und ein weiterer Freund Luftmatratzen in ihrer Wohnung in San Francisco und nannten das Unternehmen „Airbed & Breakfast“.

    Doch die Geldgeber waren nicht leicht zu überzeugen. „Der fehlende Technologie-Hintergrund war zu Beginn ein Problem. Viele Investoren wollten nicht investieren“, erzählte er vor einigen Jahren in einem Interview. Also mussten sich die drei Gründer etwas einfallen lassen: Die Designer finanzierten sich mit dem Verkauf einer Special Edition von Frühstücks-Cereal mit den Gesichtern der damaligen Präsidentschaftskandidaten: „Obama O’s“ und „Cap’n McCains“.

    Diese Kreativität wiederum beeindruckte einige Investoren so sehr, dass sie „Airbed & Breakfast“ finanzierten. Der Rest ist Geschichte und vielleicht bald Börsengeschichte.

    Mehr: Firmenkunden befeuern Airbnb-Wachstum

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