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Arbeiten bei Trivago Feiern für die Firma

Unbegrenzter Urlaub, vier Tage Party mit hunderten Kollegen, einen Monat Arbeiten auf Mallorca. Dank einer ungewöhnlichen Unternehmenskultur wurde das deutsche Start-up Trivago zum Weltmarktführer.
Trivago-Mitbegründer Rolf Schrömgens setzt auf flache Hierarchien im Unternehmen. Quelle: Trivago
Ganz entspannt

Trivago-Mitbegründer Rolf Schrömgens setzt auf flache Hierarchien im Unternehmen.

(Foto: Trivago)

DüsseldorfNeben den Strandkörben eine Bar, an den Wänden Tapeten mit Traumstränden. In den Designerküchen Körbe mit Obst und Nüssen, in den gläsernen Kühlschränken Getränke aus aller Welt: von Corona Beer aus Mexiko bis zur Limo „Bottled Happiness“. Den ganzen Tag über gibt es Getränke, Müsli und frische Sandwiches – kostenlos versteht sich. Genauso wie die Fitnesskurse und das Barbecue auf der Dachterrasse.

Was nach All-inclusive-Wellness-Hotel klingt, ist ein Büro für rund 800 Leute. Und obwohl schon Feierabend ist, telefoniert das Brasilien-Team noch eifrig. Sechs Kollegen aus Asien spielen offenbar lieber Karten in der Firma als nach Hause zu gehen. 

Das sind die größten Hotelketten der Welt
Platz 10: Best Western (USA)
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Die Best-Western-Hotelgruppe wurde 1946 vom Hotelier Merril K. Guertin gegründet. Am Anfang bestand die Kooperation aus 67 eigenständigen Hotels. Mittlerweile ist die Zahl der Häuser auf fast 4000 gestiegen. Neben Hotels betreibt Best Western in den USA auch Motels.

Zimmer: 302.144

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 9: BTG Hotels + Home Inns (China)
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Nach der Zusammenlegung mit der einst im Nasdaq notierten Home Inns Group, einee der größten Hotelketten in China, schafft es die Beijing Tourism Group mit Leichtigkeit in die Top 10.

Zimmer: 350.000

(Foto: Jojbuy)
Platz 8: Starwood Hotels & Resorts (USA)
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Die berühmteste Hotelmarke der Starwood-Hotelgruppe ist zweifelslos Sheraton. Daneben gehören weitere neun Marken zur amerikanischen Hotelgruppe. Insgesamt beschäftigt der Konzern über 180.000 Mitarbeiter. Gegründet wurde das Unternehmen 1930.

Zimmer: 369.967

(Foto: PR)
Platz 7: Jin Jiang (China)
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Die Jinjiang-International-Hotelgruppe ist ein chinesisches Staatsunternehmen – und eines der größten in der chinesischen Touristikbranche. Zu den bekanntesten Hotel-Marken gehören das Plateno, 7 Days Inn und Golden Tulip.
Zimmer: 475.000

(Foto: jinjiang.com)
Platz 6: Choice Hotels International (USA)
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1939 gegründet gehört die Choice-Hotelgruppe vom Umsatz her zu den kleineren Hotelketten innerhalb der Top 10. Gemessen an den Hotelzimmern jedoch ist das Unternehmen die sechstgrößte Hotelgruppe der Welt. Zur Gruppe gehören Marken wie Clarion oder Comfort Inn.
Zimmer: 504.808

(Foto: Imago)
Platz 5: Accor + FRHI (Frankreich)
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Die Accor-Hotelgruppe ist die größte Gruppe auf dem europäischen Festland. Der französische Konzern, zu dessen Marken nach der Übernahme von FRHI Hotels & Resorts neben Mercure und Ibis nun auch Fairmont und Swissôtel gehören, bietet insgesamt über eine halbe Million Hotelzimmer an. Der Umsatz betrug im Jahr 2014 knapp 5,5 Milliarden Euro.
Zimmer: 567.517

(Foto: Reuters)
Platz 4: Wyndham Hotel Group (USA)
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1974 gegründet entwickelte sich die Wyndham-Hotelgruppe zu einer der größten Hotelketten der Welt. Die 32.500 Mitarbeiter generieren einen Umsatz von über vier Milliarden Dollar. Zu den bekannteste Marken des Konzerns zählen Ramada, Tryp oder Days Inn.
Zimmer: 671.900

(Foto: Imago)

Diese „schöne neue Arbeitswelt“ findet sich nicht etwa in einem hippen Start-up im Silicon Valley, sondern in Düsseldorf-Pempelfort. Dort fing alles vor zehn Jahren ganz klein an. In einem schäbigen Büro über einem Supermarkt gründeten vier Studienfreunde die Firma Trivago. Gestartet als „Wikipedia für Reisen“ sind die Düsseldorfer zum weltgrößten Portal für Hotelpreisvergleiche avanciert.

Wettbewerber wie Idealo und Kayak, das zu Priceline gehört, der Mutter von Booking.com,  oder das deutsche Start-up Discavo, 2014 gegründet vom ProSiebenSat1-Inkubator Epic, sie alle können dem Weltmarktführer bisher nicht das Wasser abgraben. Und der Hotelmarkt, den alle beackern, ist gigantisch. Trivago ist weiter auf Expansionskurs – auch Dank eines Geldsegens von 477 Millionen Euro. Der kam vom US-Reiseportal Expedia, das 2012 einen Anteil von 61,6 Prozent erwarb. Auch danach führen die Gründer Trivago nach ihren unorthodoxen Prinzipien weiter.

Die Firmenzentrale ist hip gestaltet - passend für die jungen Mitarbeiter, das Durchschnittsalter liegt bei rund 28 Jahren. Quelle: Trivago
Wie aus dem Design-Katalog

Die Firmenzentrale ist hip gestaltet - passend für die jungen Mitarbeiter, das Durchschnittsalter liegt bei rund 28 Jahren.

(Foto: Trivago)

Rund 80 neugierige junge Unternehmer vom „Klub der Gründer“ sind am Abend gekommen. Von Trivago-Mitgründer Rolf Schrömgens wollen sie hören, wie ein Start-up durch glückliche Mitarbeiter erfolgreich wird. Der lümmelt in Jeans und Sneakers entspannt auf einem Ledersofa. Die Düsseldorfer Neugründer – viele herausgeputzt in blauem Sakko und hellblauem Businesshemd – hängen gespannt an seinen Lippen. „Ihr könnt mich alles fragen“, sagt Rolf – man duzt sich natürlich.

Die Nächte gemeinsam verbringen

Das sind die umsatzstärksten Hotels in Deutschland
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Platz 10 – Marriott International

Das Marriott zählt laut Forbes zu den besten Arbeitgebern weltweit. Zu den 29 Hotels, die die Gruppe in Deutschland betreibt, zählt das höchste Hotel Deutschlands: das Marriott im Westend Gate in Frankfurt am Main. Die amerikanische Gruppe mit Hauptsitz in Washington D.C. steigerte ihren Umsatz hierzulande von 272,5 Millionen Euro im Jahr 2012 um 2,9 Prozent auf 280,4 Millionen Euro im Jahr 2013.

Quelle: Das Ranking wird von der Allgemeinen Hotel- und Gaststättenzeitung (AHGZ) veröffentlicht. Die erhobenen Daten beruhen nach Angaben der herausgebenden dfv Mediengruppe auf Eigenangaben der Hoteliers. Häuser, die bereits in den Vorjahren im Ranking erschienen sind, aber diesmal keine Angaben machten, wurden auf Basis der Durchschnittswerte geschätzt. In die Schätzung fließen darüber hinaus Marktdaten sowie Fakten aus den Lage- und Geschäftsberichten ein.

(Foto: Marriott)
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Platz 9 – NH Hotels Deutschland

Die spanische Hotelkette betreibt mehr als 400 Hotels in der ganzen Welt, davon – seit dem Aufkauf der Hotelkette Astron im Jahr 2002 – 60 in Deutschland mit rund 10.000 Zimmern. Der Umsatz der NH Hotels legte von 283,5 Millionen Euro um 2,9 Prozent auf 291,7 Millionen Euro zu.

(Foto: NH Hotels Deutschland GmbH)
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Platz 7 – Hospitality Alliance/Ramada Worldwide

Seit 2000 ist die Bad Arolsener Hospitality Alliance der Partner von Ramada Worldwide in Deutschland, der Schweiz und Österreich. 67 Hotels betreiben die beiden Gruppen hierzulande gemeinsam – zwei weniger als im Jahr 2012. Der Platz im AGHZ-Ranking indes blieb gleich. Mehr noch: Der Umsatz stieg um 4,1 Prozent auf 322 Millionen Euro. Damit hat die Gruppe gegenüber dem Sechstplatzierten noch einiges aufzuholen.

(Foto: Hospitality Alliance AG)
Maritim Hotel Köln
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Platz 6 – Maritim Hotelgesellschaft

Die größte inhabergeführte deutsche Hotelkette hat ihren Firmensitz im ostwestfälischen Bad Salzuflen. In Deutschland betreibt das Unternehmen 38 Hotels, im Ausland 13 Hotels in sieben Ländern. Das erste Hotel des Unternehmens entstand im Jahr 1969 mit dem Maritim Seehotel in Timmendorfer Strand. Mit der Eröffnung des Maritim Hotel Teneriffa in Spanien im Jahr 1980 begann die Expansion im Ausland. 2013 ging der Umsatz hierzulande zurück, er lag bei 364,1 Millionen Euro – ein Minus von 2,6 Prozent. Das reichte nicht aus, um den fünften Platz aus dem Vorjahr zu halten.

(Foto: dpa)
Frankfurt/Main: Das Steigenberger: Hotel der Extraklasse
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Platz 5 – Steigenberger Hotels

Bis 2009 waren die Steigenberger Hotels im Besitz der Familie des Gründers Albert Steigenberg. Die Kette mit 30 Häusern in Deutschland gehört mittlerweile einem ägyptischen Tourismuskonzern. Zu den Häusern zählen viele weltbekannte, denkmalgeschützte Häuser wie das Hotel Frankfurter Hof. Als einziger Konzern in den Top Ten sind die Steigenberger Hotels im Ranking einen Platz nach oben geklettert. Der Umsatz wuchs um 6,7 Prozent – von 364,9 auf 389,4 Millionen Euro.

(Foto: ZBSP)
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Platz 4 – Starwood Hotels & Resorts Worldwide

Alle 400 Zimmer im The Westin Grand in Berlin mischen – der Werbung zufolge – moderne Funktionalität und historisches Dekor. Diese Aspekte beschreiben den Kern der Gruppe schon gut: Sie konzentriert sich auf den Betrieb vor allem auf Luxushotels auf der ganzen Welt. Mit Erfolg: Die Starwood-Gruppe steigerte 2013 ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent – von 381,1 Millionen Euro auf 392,2 Millionen Euro.

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Platz 3 – Intercontinental

Wie im Vorjahr gehört Intercontinental zu den drei Erstplatzierten. Die englische Hotelgruppe, deren größte Kette Holiday Inn ist, konnte ihren Umsatz um 2,9 Prozent auf 530,9 Millionen Euro steigern. Das sind aber immer noch mehr als 100 Millionen Euro weniger als der Zweitplatzierte einnimmt.

(Foto: Wikimedia)

Und Rolf langweilt nicht mit drögen HR-Strategien, sondern erzählt als erstes vom „Working-In“ auf Mallorca. Wer bei Trivago mindestens ein Jahr dabei ist, darf vier Wochen im Jahr „da arbeiten, wo andere Urlaub machen“ – nämlich im Büro in Palma. Das soll helfen, die Trivago-Kultur zu exportieren. „Klar machen unsere Leute auf Malle auch Party, aber sie arbeiten dort noch produktiver als sonst schon“, so die Erfahrung von Schrömgens, der selbst oft auf der Insel weilt.

„In Palma verbringen die Kollegen nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch die Abende und Nächte zusammen“. Feixendes Gelächter, das Schrömgens mit Grinsen quittiert. So entstehe Verbundenheit zwischen Leuten unterschiedlichster Abteilungen. Sein Fazit: „Mallorca bringt uns einen guten Return on Investment.“ Hier kommt zum ersten Mal am Abend der knallhart rechnende Unternehmer durch. Denn schnell wird klar: Keine Investition wird bei Trivago dem Zufall überlassen.

Die jungen Gründer kommen noch mehr ins Staunen, als der Trivago-Manager von den ausschweifenden „Company Trips“ erzählt. „Alle Kollegen fahren jedes Jahr vier Tage zusammen in Urlaub.“ Nach Sardinien und Korfu ging es diesmal mit 700 Leuten im Sonderzug Richtung Warnemünde. Am Ende tanzten alle wild in den zwei Party-Waggons. Der Zug drohte zu entgleisen.

Vor Ort gibt es immer gemeinsame Aktionen, auch solche, die die Mitarbeiter etwas Überwindung kosten. „Sweet and sour“ – das sei wichtig, meint der Gründer. Nach vier Tagen Mega-Party mischten sich IT-Nerds und PR-Leute morgens um sechs auf der Tanzfläche, freut sich Schrömgens. Er spricht vom „Wunder der Trivago-Trips“. Barrieren zwischen vermeintlichen „Holzköpfen“ und „Laberköpfen“ würden abgebaut. Dann laufe die Arbeit zwischen Abteilungen deutlich besser. Ob das nicht sehr kostspielig sei, will ein Zuhörer wissen. „Unsere Company Trips bringen einen sehr hohen ROI.“ Mehr will der Gründer nicht verraten.

Was den Trivago-Managern extrem wichtig ist: Sie wollen alle Mitarbeiter möglichst an einem Ort um sich scharen. „Wenn sich alle ständig austauschen, lernen sie voneinander und sind noch kreativer“, ist Schrömgens überzeugt. Wo andere deutsche Unternehmen gerade das Home-Office entdecken, predigt Trivago das krasse Gegenteil. Auch Marissa Mayer orderte vor zwei Jahren die Yahoo-Mitarbeiter vom Home-Office zurück in die Zentrale.

Berufserfahrung spielt kaum eine Rolle

In diesen Städten sind die Hotels am teuersten
Platz 12: Doha (Katar)
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Der Finanzdienstleister Bloomberg hat die Preise von Hotels in 100 Städten weltweit verglichen. Auf Platz zwölf der teuersten Hotel-Städte weltweit landet Doha. In der Hauptstadt von Katar gibt es viele Hotels – Tendenz steigend. Grund dafür sind vor allem die Menschen, die zum Arbeiten in das Land kommen. Touristen müssen für eine Nacht in einem Hotel 223 Dollar bezahlen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 1,3 Prozent. Reisende, die auf der Suche nach einem billigen Hotelzimmer sind, sollten diese Städte möglichst meiden. Denn es geht noch teurer...

Grundlage für die Bloomberg-Rechnungen waren die angebotenen Preise des Online-Reisebüros Expedia für den 1. bis 10. August dieses Jahres sowie den 1. bis 10. Februar 2016. Auf diese Weise sollten Ferien, Werbeaktionen und Tagungspreise berücksichtigt werden.

Quelle: bloomberg.com

(Foto: dpa)
Platz 11: London (Großbritannien)
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227 Dollar pro Nacht in einem Hotel – in London ist gar nichts billig. Günstige Hotels musste Großbritanniens Hauptstadt nie bieten. Seit Jahren strömen die Touristenmassen auch so nach London. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Hotelpreise um 3,2 Prozent gestiegen. Verglichen wurden die Preise für ein Doppelzimmer für zwei Erwachsene, Hotelsterne wurden dabei außer Acht gelassen.

(Foto: AFP)
Platz 10: Hongkong (China)
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Hongkong ist eine der attraktivsten Destinationen für Städtereisen. Reisende müssen allerdings bei der Hotelsuche tiefer in die Tasche greifen: 236 Dollar kostet ein Doppelzimmer im Durchschnitt (Anstieg: 2,3 Prozent). Angetrieben werden die Preise in den Städten, in denen es einen Mangel an zur Entwicklung bereitstehendem Land gibt und die Zahl der verfügbaren Zimmer begrenzt ist.

(Foto: dapd)
Platz 9: Los Angeles (USA)
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Strand und Sonne, Stars und Sternchen – Los Angeles hat einiges zu bieten. Die Hotels sind im Vergleich zu anderen Metropolen der USA noch relativ günstig: 237 Dollar kostet eine Hotelübernachtung. Dennoch sind die Preise innerhalb eines Jahres um 23,8 Prozent nach oben geschossen. Bei den 5-Sterne-Hotels, die mit Spa, Sportklub oder Sportplätzen zu den luxuriösesten gehören, steht Los Angeles an zweiter Stelle. In dieser Kategorie kostet ein Zimmer 584 Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 7 (1): Miami (USA)
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Einen achten Platz gibt es laut Bloomberg nicht, dafür teilen sich zwei US-amerikanische Metropolen Rang sieben: Für 240 Dollar können Miami-Urlauber ein Hotelzimmer für eine Nacht finden. Viel teurer sind die Zimmer aber nicht geworden: die Preise sind um 1,8 Prozent gestiegen.

(Foto: AFP)
Platz 7 (2): Chicago (USA)
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Der zweite siebte Platz geht an Chicago. Eine Hotelübernachtung kostet hier wie in Miami 240 Dollar, allerdings sind die Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Chicago ist ein teures Pflaster und das bekommen vor allem Hotelgäste zu spüren. Im Vergleich zum Vorjahr müssen sie um die 63,8 Prozent mehr bezahlen.

(Foto: Reuters)
Platz 6: Tel Aviv (Israel)
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Wer in die lebhafte Stadt in Israel reisen will, muss mehr Geld mitnehmen. Die Hotelpreise in Tel Aviv sind nämlich um 8,3 Prozent gestiegen. So kostet ein Doppelzimmer im Hotel pro Nacht 241 Dollar.

(Foto: AFP)

Interessant: Trivago ist in 52 Ländern aktiv und macht nur acht Prozent des Umsatzes von 185 Millionen Euro (2013) in Deutschland. Trotzdem gibt es so gut wie keine Auslandsbüros. 80 Prozent der Mannschaft stammen zwar aus aller Welt, doch arbeiten fast alle in der Zentrale in Düsseldorf und der Zweitniederlassung in Leipzig.

Unsere ersten Mitarbeiter haben wir per Skype-Interview aus Kanada angeheuert“, erinnert sich Schrömgens. „Für ein kleines Start-up haben sie Freunde und Familie verlassen, um in eine unbekannte Stadt namens Düsseldorf zu kommen. Das zeugt von Mut und Leidenschaft – solche Leute suchen wir.“

Auf etwas anderes legt Trivago dagegen nicht so viel Wert: auf Berufserfahrung. Das Durchschnittsalter liegt deshalb auch um die 28 Jahre. Zwar seien auch Freaks über 40 willkommen: „Aber je mehr Jobs die Leute vorher gemacht haben, umso schwieriger ist es“, beobachtet Schrömgens. Er bevorzugt Bewerber, die möglichst unbelastet von anderen Firmenkulturen sind.

Denn bei Trivago läuft vieles anders. Es gibt so gut wie keine Hierarchien oder Titel – zumindest offiziell. Geschäftsführer Rolf sitzt auf der 11. Etage mittendrin im Großraumbüro an einem normalen Schreibtisch. „Wir wollen keine Status-Asymmetrien.“ Hierarchien führten nur dazu, dass Informationen nicht mehr ausgetauscht würden. Und Informationen sind für Schrömgens der Kern des Geschäftserfolgs. Alle 800 Mitarbeiter sollen sich über das Firmen-Wiki, das Firmen-Twitter und andere digitale Tools permanent offen austauschen. Gute Ideen können Kollegen dann liken.

Einem jungen Unternehmer vom „Klub der Gründer“ kommen Zweifel angesichts so viel Mitsprache: „Wenn jeder seinen Senf dazugibt und Widerspruch erwünscht ist, lähmt das nicht die Entscheidungsgeschwindigkeit?“ Der Trivago-Chef widerspricht. Es brauche möglichst viele Informationen, um entscheiden zu können. Im digitalen Zeitalter gebe es nur noch einen Wettbewerbsvorteil: schnell dazuzulernen.

Die eigenen Kollegen bewerten

Wie Luxushotels reiche Araber erfreuen
Rolls Royce mit Chauffeur
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Das Düsseldorfer Interconti bietet seinen Gästen aus den Golfstaaten für die Sommermonate einen Rolls Royce. Der wird vom Autovermieter Sixt samt Fahrer zur Verfügung gestellt. Damit können sie dann zu Touren in und um Düsseldorf aufbrechen.

Zum Artikel: „1001 Service für die Gäste vom Golf“

(Foto: Intercontinental Hotel Düsseldorf)
Royal Floor
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Der Breidenbacher Hof in Düsseldorf hat sechs Millionen Euro in seine neue Luxusetage „Royal Floor“ investiert. In den fünf Suiten und sechs Zimmern auf 1.000 Quadratmetern brauchen auch sehr anspruchsvolle arabische Gäste auf keine Annehmlichkeiten zu verzichten.

(Foto: Breidenbacher Hof Düsseldorf)
Kids Lounge
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Das Düsseldorfer Interconti verwöhnt seine arabischen Gäste mit einer Kids Lounge. In dem vom Kinderausstatter Baby Kochs eingerichteten Raum können sich die Kleinen austoben.

(Foto: Intercontinental Hotel Düsseldorf)
Club Lounge
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Erwachsene entspannen in der Club Lounge. Für den Nachwuchs ist auch gesorgt. Größere Kinder können sich im Düsseldorfer Interconti in einer sogenannten Games Lounge, ausgestattet von der Technologiekette Saturn, mit Videospielen die Zeit vertreiben.

(Foto: Intercontinental Hotel Düsseldorf)
Orientalisches Restaurant
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Das Hotel Vier Jahres Zeiten in München zeigt sich für seine Gäste aus den Golfstaaten sehr flexibel. Es hat kurzerhand seinen Gourmettempel für vier Wochen in ein orientalisches Restaurant

(Foto: Hotel Vier Jahreszeiten München)
Privatklinik
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Der Breidenbacher Hof in Düsseldorf hat im Haus für seine Medizintouristen aus den arabischen Staaten drei Privatkliniken eingerichtet. Das reicht von der Gesundheitsvorsorge bis zur Schönheitschirurgie.

(Foto: Breidenbacher Hof Düsseldorf)
Hoteletagen mit Pantry-Küchen
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Das Medici-Hotel, das erst im März 2015 in Düsseldorf öffnete, baut wegen des Booms mit arabischen Gästen schon um: In einem separaten Flügel werden die Zimmer auf drei kompletten Etagen für Großfamilien aus arabischen Ländern miteinander verbunden.

(Foto: Hotel de Medici)

Bei Trivago fallen Entscheidungen zwar nicht über Likes, aber sind aber relativ transparent. Wenn ein Entscheider zu oft irre und nicht auf die Kollegen höre, bekomme er eben eine schlechte  Bewertung. Gerade laufen die 360-Grad-Beurteilungen. Kollegen bewerten sich gegenseitig. „Einer Person kann man viel vormachen, nicht aber 20 Leuten“, ist Schrömgens überzeugt. Der Manager selbst wird von 80 Kollegen beurteilt nach den sechs Trivago-Werten. Die hängen auf bunten Plakaten an den Wänden: Vertrauen, Echtheit, unternehmerische Leidenschaft, Macht der Argumente, klarer Fokus und fanatisches Lernen. Formuliert wurden sie vor rund zwei Jahren – damals hatte Trivago gerade mal 200 Beschäftigte.

Alle Mitarbeiter werden ausschließlich an den Trivago-Werten gemessen. „Leistungsziele vorzugeben, davon sind wir abgekommen. Da gibt es nur Enttäuschungen“, meint Schrömgens. „Boni und Incentives dürfen nie berechenbar sein.“ Inspirieren ließen sich die Trivago-Gründer dabei vom Chef von Autoteile Unger. „Der geht durch die Firma, verteilt hier eine Rolex, da einen Helikopterflug oder Schulterklopfen“, lacht Schrömgens. Trivago verteilt zwar keine Luxusuhren, dafür gibt es für die Mitarbeiter aber schon einmal spontan eine Bonuszahlung. Auch wenn die nicht immer gerecht seien.

Gerade ist Trivago dabei, einen Peer-Bonus einzuführen. Jeder bekommt ein Budget für Boni, die er Kollegen anderer Teams frei vergeben kann. „Das Glück bei dem, der Boni vergibt, ist größer als bei dem, der ihn bekommt“, glaubt Schrömgens. Um zu messen, wie glücklich und zufrieden die Mitarbeiter sind, gibt jeder einmal die Woche ein Feedback per Smiley. „Das geht schnell und ist viel direkter als einmal im Jahr“, betont der Trivago-Gründer.

Und mit noch einer eisernen Firmenregel hat Trivago gebrochen. Inzwischen dürfen alle Mitarbeiter so viel Urlaub nehmen, wie sie wollen. „Solange sie die Arbeit schaffen und gute Leistung bringen“, schränkt der Manager ein. Das sei nur konsequent, wenn man keine Stempeluhr habe. Ansonsten müsse man ja auch messen, wie viel Arbeitszeit die Leute mit Facebook verbringen.

Unbegrenzter Urlaub ist keine Erfindung von Trivago. Der Video-Streamingdienst Netflix hat ihn bereits 2004 eingeführt, der Online-Spiele-Macher Zynga und das Schnäppchenportal Groupon zogen nach. Der experimentierfreudige britische Unternehmer Richard Branson führte die „Urlaubsflatrate“ 2014 für seine Virgin Holding ein. Dies gilt laut Branson aber nur, „solange das Unternehmen und die eigene Karriere nicht geschädigt wird“.

Riesen-Campus in Düsseldorf

Das Start-up lockt mit Partys und unbegrenztem Urlaub. Quelle: Trivago
Trivago-Büros

Das Start-up lockt mit Partys und unbegrenztem Urlaub.

(Foto: Trivago)

Urlaub ohne Grenzen klingt gut, ist aber durchaus umstritten. Beim Cloud-Anbieter Evernote nahmen manche Mitarbeiter so gut wie keinen Urlaub mehr. Evernote musste sie mit einer 1.000-Dollar-Prämie locken. In Deutschland gibt es Mindesturlaubszeiten. Urlaubsverzicht infolge von Gruppendruck oder Selbstausbeutung? Davon will Trivago-Gründer Schrömgens nichts wissen. Wie die Urlaubsfreiheit konkret genutzt werde, interessiere ihn, der sonst alles messen will, nicht.

Die ganzen Partys und der unbegrenzte Urlaub, fragt einer aus dem „Klub der Gründer“ skeptisch, sei das nicht Blendwerk, um von langweiligen Jobs abzulenken, wie Hotelpreise zu screenen. „Langweilige Jobs sterben aus“, hält Schrömgens dagegen. „Die übernehmen Computer.“

Die ungewöhnliche Firmenkultur von Trivago jedenfalls scheint viele junge Leute anzusprechen: Rund 50.000 Bewerbungen aus aller Welt bekommen die Düsseldorfer im Jahr. Im hippen Düsseldorfer Medienhafen soll 2018 für Trivago ein riesiger Campus im Stil von Google und Facebook entstehen - zunächst für 1.800 Mitarbeiter mit der Option auf bis zu 3.000 Leute.

Fragt sich nur, wo die riesige Trivago-Familie dann ihren viertägigen „Company Trip“ feiert. Auf dem Trivago-Portal wird sich hoffentlich ein geeignetes Hotel finden – zum Bestpreis versteht sich.

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