Audi, Eon und Siemens betroffen Riesiges Baukartell soll 20 Großkonzerne geschädigt haben

Illegale Preisabsprachen, Scheinrechnungen, Bestechungsgelder: Die Staatsanwaltschaft München und das Bundeskartellamt ermitteln gegen mehrere Gebäudeausrüster. Gemeinsam sollen sie Millionen-Projekte manipuliert haben.
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Eine Gruppe von neun Gebäudeausrüstern soll mehrere Konzerne geschädigt haben. Quelle: dpa
Baustelle in Frankfurt

Eine Gruppe von neun Gebäudeausrüstern soll mehrere Konzerne geschädigt haben.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEin groß angelegtes Baukartell soll über Jahre hinweg internationale Energie- und Industriekonzerne geschädigt haben. Dies berichtet das Handelsblatt (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bundeskartellamtes. Es gehe um den Verdacht auf illegale Preisabsprachen, Scheinrechnungen für nicht geleistete Arbeit und zumindest in einem Fall die Zahlung von Bestechungsgeldern aus einer schwarzen Baukasse.

Eine Gruppe von acht deutschen und einem niederländischen Gebäudeausrüster sollen demnach insgesamt 20 Konzerne geschädigt haben. Rund 50 Großbauprojekte mit einem geschätzten Auftragsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro seien manipuliert worden. Weltkonzerne wie Eon, Alstom und Hitachi sind betroffen. Die Volkswagen-Tochter Audi soll beim Bau ihres eigenen Verwaltungsgebäudes in Ingolstadt betrogen worden sein. Das größte Opfer aber sei Siemens.

„Ab dem Jahr 2007 hatten sich die Unternehmen Caverion, Cofely, Ferrostaal Air Technology, Kraftanlagen München und Nickel zu einem festen Firmenkreis zusammengeschlossen“, zitiert das Handelsblatt aus einem Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft München. Die fünf Unternehmen hätten „im Rahmen von größeren Bauprojekten wettbewerbswidrige Absprachen zum Nachteil der Siemens AG getroffen“. Es gehe um als 20 Kraftwerke in aller Welt.

Bei den fünf mutmaßlichen Täterfirmen nennt die Staatsanwaltschaft ein Dutzend Beschuldigte, darunter mehrere Geschäftsführer. Keines der betroffenen Unternehmen wollte sich auf Anfrage äußern. Ein Siemens-Sprecher sagte, die Ermittlungen seien im Hause bekannt, man werde sich jedoch dazu derzeit nicht äußern.

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1 Kommentar zu "Audi, Eon und Siemens betroffen: Riesiges Baukartell soll 20 Großkonzerne geschädigt haben"

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  • KANN und WILL es als Griechin einfach nicht glauben!
    Seit mindestens sechs Jahren versuchen wir in unserem komplett "korrupten", krisenerschüttertem Land uns ein Beispiel an der reinen, jungfräulich-unverdorbenen Bundesrepublik Deutschland zu nehmen... Was für eine ENTTÄUSCHUNG!!

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